Universität Wien FIND

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180122 VO Philosophie im Nationalsozialismus (2017W)

5.00 ECTS (2.00 SWS), SPL 18 - Philosophie

Details

Sprache: Deutsch

Prüfungstermine

Lehrende

Termine (iCal) - nächster Termin ist mit N markiert

ACHTUNG!! Die Lehrveranstaltung muss am 24.11.2017 krankheitsbedingt leider entfallen!!

Freitag 13.10. 13:15 - 14:45 Hörsaal D Unicampus Hof 10 Hirnforschungzentrum Spitalgasse 4
Freitag 20.10. 13:15 - 14:45 Hörsaal D Unicampus Hof 10 Hirnforschungzentrum Spitalgasse 4
Freitag 27.10. 13:15 - 14:45 Hörsaal D Unicampus Hof 10 Hirnforschungzentrum Spitalgasse 4
Freitag 03.11. 13:15 - 14:45 Hörsaal D Unicampus Hof 10 Hirnforschungzentrum Spitalgasse 4
Freitag 10.11. 13:15 - 14:45 Hörsaal D Unicampus Hof 10 Hirnforschungzentrum Spitalgasse 4
Freitag 17.11. 13:15 - 14:45 Hörsaal D Unicampus Hof 10 Hirnforschungzentrum Spitalgasse 4
Freitag 01.12. 13:15 - 14:45 Hörsaal D Unicampus Hof 10 Hirnforschungzentrum Spitalgasse 4
Freitag 15.12. 13:15 - 14:45 Hörsaal D Unicampus Hof 10 Hirnforschungzentrum Spitalgasse 4
Freitag 12.01. 13:15 - 14:45 Hörsaal D Unicampus Hof 10 Hirnforschungzentrum Spitalgasse 4
Freitag 19.01. 13:15 - 14:45 Hörsaal D Unicampus Hof 10 Hirnforschungzentrum Spitalgasse 4
Freitag 26.01. 13:15 - 14:45 Hörsaal D Unicampus Hof 10 Hirnforschungzentrum Spitalgasse 4

Information

Ziele, Inhalte und Methode der Lehrveranstaltung

Thema der Lehrveranstaltung ist die kritische Auseinandersetzung mit der Philosophie im Nationalsozialismus. Der Nationalsozialismus verstand sich als eine politische Bewegung mit weltanschaulichem Anspruch und schloss damit bewusst an philosophische Strömungen des frühen 20. Jahrhunderts an. Zugleich blieb der Philosophie in der NS-Zeit, wie Gereon Wolters überzeugend darlegt, ein ziemlich weiter, nicht ideologisch besetzter Spielraum, der auch genutzt wurde. Wolters spricht von einem regelrechten Gerangel der besten Geister darum, wer mit welchen Ideen dazu bestimmt war, die gewissermaßen authentische und offizielle Philosophie des Regimes zu repräsentieren. Die unterschiedlichen philosophischen Interpretationen des Nationalsozialismus sind dabei zumeist gleichbedeutend mit dem Versuch die jeweilige Philosophie im Sinne der nationalsozialistischen Weltanschauung zu politisieren.
Die Lehrveranstaltung widmet sich drei Themenkomplexen, um das Verhältnis von Philosophie und Nationalsozialismus kritisch aufzuarbeiten:
1. NS-Ideologie: ihr Charakter, wesentliche Inhalte und beispielhafte Formen
2. Das Problem des Relativismus: die Kritik des Nationalsozialismus als Relativismus, der ideologische Diskurs im Nationalsozialismus und die philosophische Debatte in der NS-Zeit.
3. Das Engagement der Philosophen: Der philosophische Neuaufbruch des Jahres 1933 erfasste die meisten relevanten Richtungen der deutschsprachigen Philosophie. Deshalb wird die Beziehung der Philosophie zum Nationalsozialismus anhand ausgewählter Vertreter von Lebensphilosophie (Alfred Baeumler, Ernst Krieck), Philosophischer Anthropologie (Erich Rothacker), Phänomenologie (Martin Heidegger, Oskar Becker), Neukantianismus (Bruno Bauer) und deutschem Idealismus (Hermann Schwarz, Max Wundt) kritisch untersucht. Dabei wird sich auch die Frage stellen, wie sich die jeweilige philosophische Grundlage zur Politisierung im Nationalsozialismus verhält.

Methode

Vortrag des Lehrveranstaltungsleiters mit Diskussionsmöglichkeit

Art der Leistungskontrolle und erlaubte Hilfsmittel

Schriftliche Prüfung am Ende des Semesters.

Mindestanforderungen und Beurteilungsmaßstab

Positiver Abschluss der schriftlichen Prüfung am Semesterende.

Prüfungsstoff

Vorlesungsinhalt.

Literatur

Primär

Becker, Oskar 1943: Para-Existenz. Menschliches Dasein und Dawesen, in: Blätter für Deutsche Philosophie, Bd. 17, S. 62−95.
Hitler, Adolf 2016: Mein Kampf. Eine kritische Edition, hg. von Christian Hartmann, Thomas Vordermayer, Othmar Plöckinger und Roman Töppel.
Krieck, Ernst 1936−1938: Völkisch-Politische Anthropologie.
Heidegger, Martin 1933: Die Selbstbehauptung der deutschen Universität: Rede, gehalten bei der feierlichen Übernahme des Rektorats der Universität Freiburg i. Br. am 27. 5. 1933, Breslau.
Ders. 2014: Schwarze Hefte 1931−1941. Gesamtausgabe Bd. 94−96, hg. von Peter Trawny.
Rosenberg, Alfred 1934: Der Mythus des 20. Jahrhunderts.
Rothacker, Erich 1934: Geschichtsphilosophie, München u. Berlin.
Schwarz, Hermann 1936: Zur philosophischen Grundlegung des Nationalsozialismus.
Wundt, Max 1926: Deutsche Weltanschauung. Grundzüge völkischen Denkens.

Sekundär:

Frank-Lothar Kroll 1998: Utopie als Ideologie. Geschichtsdenken und politisches Handeln im Dritten Reich. Paderborn.
Sluga, Hans 1993: Heidegger’s Crisis: Philosophy and Politics in Nazi Germany. Harvard University Press.
Steizinger, Johannes 2016: Politik versus Moral. Alfred Baeumlers Versuch einer philosophischen Interpretation des Nationalsozialismus, in: Jahrbuch zur Geschichte und Wirkung des Holocaust 20, S. 29−48.
Wolters, Gereon 1999: Der Führer und seine Denker. Zur Philosophie des Dritten Reichs, in: Deutsche Zeitschrift für Philosophie, Jg. 47, Nr. 2, S. 223‒251.

Ethik und Ethiken im Nationalsozialismus, Jahrbuch zur Geschichte und Wirkung des Holocaust 20, hg. von Werner Konitzer u. David Palme, Frankfurt a. M. 2016.
Martin Heideggers Schwarze Hefte. Eine philosophisch-politische Debatte, hg. von Marion Heinz u. Sidonie Kellerer, Berlin 2016.
Philosophie im Nationalsozialismus, hg. von Jörg Sandkühler, Hamburg 2009.
Philosophie und Zeitgeist im Nationalsozialismus. Zur Sache des Denkens, hg. von Marion Heinz u. Goran Gretic, Würzburg 2006.

Zuordnung im Vorlesungsverzeichnis

Letzte Änderung: Mo 07.09.2020 15:36