Universität Wien FIND

180123 VO-L Zur Genealogie der Humanistischen Philosophie des 20. Jahrhunderts (2017S)

Philosophie des Geistes an den Universitäten Wien und Kyoto

5.00 ECTS (2.00 SWS), SPL 18 - Philosophie

An/Abmeldung

Details

Sprache: Deutsch

Prüfungstermine

Lehrende

Termine (iCal) - nächster Termin ist mit N markiert

ACHTUNG!! Die Lehrveranstaltung entfällt am 02.05.2017!!

Dienstag 07.03. 15:00 - 16:30 Hörsaal 32 Hauptgebäude, 1.Stock, Stiege 9
Dienstag 14.03. 15:00 - 16:30 Hörsaal 32 Hauptgebäude, 1.Stock, Stiege 9
Dienstag 21.03. 15:00 - 16:30 Hörsaal 32 Hauptgebäude, 1.Stock, Stiege 9
Dienstag 28.03. 15:00 - 16:30 Hörsaal 32 Hauptgebäude, 1.Stock, Stiege 9
Dienstag 04.04. 15:00 - 16:30 Hörsaal 32 Hauptgebäude, 1.Stock, Stiege 9
Dienstag 25.04. 15:00 - 16:30 Hörsaal 32 Hauptgebäude, 1.Stock, Stiege 9
Dienstag 09.05. 15:00 - 16:30 Hörsaal 32 Hauptgebäude, 1.Stock, Stiege 9
Dienstag 16.05. 15:00 - 16:30 Hörsaal 32 Hauptgebäude, 1.Stock, Stiege 9
Dienstag 23.05. 15:00 - 16:30 Hörsaal 32 Hauptgebäude, 1.Stock, Stiege 9
Dienstag 30.05. 15:00 - 16:30 Hörsaal 32 Hauptgebäude, 1.Stock, Stiege 9
Dienstag 13.06. 15:00 - 16:30 Hörsaal 32 Hauptgebäude, 1.Stock, Stiege 9
Dienstag 20.06. 15:00 - 16:30 Hörsaal 32 Hauptgebäude, 1.Stock, Stiege 9

Information

Ziele, Inhalte und Methode der Lehrveranstaltung

Ziele:
Diese LV zielt darauf ab, das Interesse der Hörern/innen im Fach Philosophie zum eigenständigen Denken zu erwecken und zu entwickeln, und zwar im kritisch reflexiven Geist der Humanistischen Philosophie.
Da manche Rituale in menschlicher Kommunikation durch schnelle u. flüchtige Angabe und Entnahme der Informationen quasi entartet sind, stellt sich diese LV als eine Station zum Erleben und Erkennen der Freude der Philossophie dar. Die Quelle der Freude des philosophischen Denkens wird durch vielfältige Reflexionen gründlich erläutert und zur Diskussion gestellt.
Inhalte:
In unserer Zeit ist es üblich, verschiedene Entwicklungen der IT Mediengeräte in der Computertechnologie vordergründig zu betrachten, während eine dementsprechende Entwicklung der Menschen als Nutzer/innen zum Großteil offengelassen wird.
Es hat eine Zeit lang Versuche von Seiten der Physikalisten gegeben, das Wesen des Geistes durch eine physikalisch nachweisliche Realität der Materialien zu bestimmen. Einige davon sind gescheitert, und zwar an den Grenzen der Naturwissenschaft und ihrer Analytik. Heute sind anstelle der Physikalisten Hirnphysiologen, Neurowissenschaftler und Vertreter des Computertechnizismus darin involviert. Durch die diversen Hauptströmungen in den Massenmedien (einschließlich You Tube) neigt man dazu, zu glauben, dass die Informatik mit ihren Algorithmen, die ganze Welt lenkt.
Die Vorstellung ist allerdings eine "Halbe Welt": Im Verschleudern von Informationen am Daten-Highway hat man vergessen, dass der Benutzer eines Smartphones die zentrale Figur des Orientierens, Lenkens und Bestimmens des eigenen Lebensweges selbst sein soll.
R. REININGER (1869-1955) vertrat die Meinung, dass unsere menschliche Psyche NUR z. T. durch Psychologie u. a. empirisch naturwissenschaftlichen Denkmethoden erklärt werden kann, während die Wirklichkeit unserem Leben anders zusteht: Das denkende ICH, als Physis und Psyche, ist eine sich stets umändernde, inkomprenhensible Quelle, der sich selbst erschauenden und erlebenden Ganzheit. Ein „objektiv und naturwissenschaftlich überschaubares gemachtes Modell der Psyche“ ist nur ein TEIL des erlebenden Ich als GANZEN. Das Menschsein ermöglicht eine Selbstumwandlung (Transformation). Die Idee REININGERs wurde durch eine kritische Auseinandersetzung von E. HEINTEL (1912-2000) übernommen und zum neuen Prinzip der Daseienden Transzendentalität geformt.
Methode:
Die Genealogie der Etwicklung der Humanistichen Philosophie an den Universitäten Wien und Kyoto ist im jüngsten Buch von Hashi, Komparative Philosophie für eine globale Welt, Hauptteil IV und V dargelegt. TEILE davon werden intensiv in der LV behandelt. In der Mitte des Semestters wird eine einmalige Zen-Einführungspraxis auf freiwilliger Basis angeboten.

Art der Leistungskontrolle und erlaubte Hilfsmittel

Siehe "Prüfungsstoff".
Jede Vorlesung schließt mit einer kurzen Diskussion ab.
Weitere und darüber hinausgehende Fragen werden ausschließlich in der wöchentlichen Sprechstunde (DI, 17-18 Uhr, D 0307, NIG) persönlich erörtert und betreut. (KEINE E Mail Diskusson - KEINE Voranmeldung per E-Mail)

Mindestanforderungen und Beurteilungsmaßstab

Ein konsequentes Mitdenken, begleitet von kritischen Reflexionen und der Herstellung von Gegenwartsbezügen des Stoffs, sind die wichtigen Modi.
Man darf sich nicht durch grundlose, flüchtige Informationen irreleiten. Letzteres ist von anonymen Sendern ohne Verantwortung im Internet unterwegs. Philosophie steht dazu, Schein und Sein gründlich zu unterscheiden. Vorübergehende Modeerscheinung, ideologische od. taktische Propganda gehört zum Schein. Zum Sein hingegen gehören unveränderliche Wahrheiten. Das Letztgenannte ermöglicht ein einsichtsvolles Denken und Handeln, das man im eigenen Leben mit integrieren kann.

Prüfungsstoff

Unter den vorgeschriebenen 4 Prüfungsterminen ist der 1. bzw.der 2. schriftlich, die weiteren durch mündliches Einzelkolluqium in der wöchentlichen Sprechstunde abgehalten (DI, 17-18 Uhr, NIG, 3. Stock, D 0307).
Prüfungsstoff des mündlichen Kolloqiums ist ENTWEDER 1) ODER 2) der folgenden Modi: 1) Dargebotener Stoff der LV, ODER 2) Die zwei Hauptteile des o.g. Buchs von Hashi: "Komparative Philosophie für eine globale Welt".

Literatur

E. Heintel, Was kann ich wissen? Was sol ich tun? Was darf ich hoffen?, Wien 1993
- , Gesammelte Abhandlungen Bd. 5, Stuttgart 1996
- , Sprachphilosophie, Darmsztadt 1072
H.-D. Klein, Metaphysik, Wien 2005
- , Geschichtsphilosophie, Wien 2005
- , System der Philosophie Bd. IV, Frankfurt a.M. 2003
R. Reininger, Metaphysik der Wirklichkeit, Basel, München 1970
- , Philosophie des Erlebens, Wien 1976
T. Nagel, Geist und Kosmos, Frankfurt a.M. 2013
F. Worms, "La revolution de l'information", Radio France, Sendereihe "Idee et Philosophie", 09.01.2017, https://www.franceculture.fr/philosophie
Dogen, shobo genzo, übersetzt von Hashi (siehe Moodle)
S. Hisamatsu, Die Fülle des Nichts, Pfullingen 1975
K. Nishitani, Was ist Religion?, Frankfurt a.M. 2002
K. Nishida, Über das Gute, Frankfurt a.M. 1993
H. Hashi, Philosophische Anthropologie zur globalen Welt, Münster/Berlin/Zürich/ London/Wien 2014.
- , Komparative Philosophie für eine globale Welt, Münster/Berlin/Zürich/ London/Wien 2016
- , Zum Begriff der daseienden Transzendentalität, https://audiothek.philo.at/podcasts/symposium/hisaki-hashi-ueber-die-daseiende-transzendentalita


Zuordnung im Vorlesungsverzeichnis

BA M 8.2
EC 3.3 Philosophicum

Letzte Änderung: Do 05.09.2019 12:53