Universität Wien

180135 LPS Kunstlehre des Verstehens (2022S)

Klassiker der Hermeneutik

5.00 ECTS (3.00 SWS), SPL 18 - Philosophie
Prüfungsimmanente Lehrveranstaltung
GEMISCHT

An/Abmeldung

Hinweis: Ihr Anmeldezeitpunkt innerhalb der Frist hat keine Auswirkungen auf die Platzvergabe (kein "first come, first served").

Details

max. 45 Teilnehmer*innen
Sprache: Deutsch

Lehrende

Termine (iCal) - nächster Termin ist mit N markiert

Montag 07.03. 15:00 - 16:30 Digital
Montag 14.03. 15:00 - 16:30 Digital
Montag 28.03. 08:00 - 15:15 Hybride Lehre
Hörsaal 3F NIG 3.Stock
Montag 04.04. 08:00 - 15:15 Hybride Lehre
Hörsaal 3F NIG 3.Stock

Information

Ziele, Inhalte und Methode der Lehrveranstaltung

Ziele:

Die Student*innen lernen philosophische Texte historisch zu kontextualisieren und kritisch zu reflektieren. Das bedeutet, sie lernen die Hauptthesen und Argumente in den ausgewählten Texten zu erkennen, sie mündlich und schriftlich zu diskutieren und ein bis mehrere aussagekräftige(s) Argument(e) in Form einer wissenschaftlichen Abschlussarbeit zu formulieren.

Inhalt:

Wir befassen uns mit ausgewählten Schriften aus dem 19. und 20. Jahrhundert, um die hermeneutischen Positionen von Schleiermacher, Dilthey, Heidegger, und Gadamer kennenzulernen.

Hermeneutik bezeichnet allgemein die „Kunst des Deutens“ oder „Kunst des Verstehens“. Ihre Ursprünge reichen bis in die griechische Mythologie zurück, aber als eine allgemein formulierte Interpretationstheorie wurde Hermeneutik im 19. Jahrhundert entwickelt. Friedrich Schleiermacher, der Begründer der modernen Hermeneutik, definierte Hermeneutik als: „die Kunst, die Rede eines anderen, vornehmlich die schriftliche, richtig zu verstehen“. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde Hermeneutik bei Wilhelm Dilthey zu einer Art Erkenntnistheorie der Geisteswissenschaften und diente zu deren methodologischer Begründung.

Im 20. Jahrhundert haben Martin Heidegger und Hans-Georg Gadamer die philosophische Hermeneutik weiterentwickelt. Durch sie wurde Hermeneutik von der „Auslegekunst“ zu einer Wirklichkeitsinterpretation mit universalem Anspruch.

Sprache:

Die Diskussionen finden hauptsächlich auf Deutsch statt. Mündliche und schriftliche Beiträge können sowohl auf Deutsch als auch auf Englisch verfasst werden. Ich begrüße sowohl Student*innen, deren Muttersprache nicht Deutsch ist, als auch jene, die sich im Verfassen englischer Abschlussarbeiten üben wollen.

Art der Leistungskontrolle und erlaubte Hilfsmittel

Die Endnote setzt sich aus folgenden Bereichen zusammen:
Anwesenheit, Arbeitsaufträge, Lektürefragen, Gliederung der Abschlussarbeit mit Erläuterungen und die Abschlussarbeit.

Mindestanforderungen und Beurteilungsmaßstab

Es können insgesamt 100 Punkte erreicht werden. Die Punkte setzen sich folgendermaßen zusammen:
● (2.5/5) Mitarbeit
● (7.5/15) Arbeitsaufträge
● (12.5/25) Lektürefragen
● (7.5/15) Gliederung der Abschlussarbeit mit Erläuterungen
● (20/40) Abschlussarbeit
In der Klammer finden Sie sowohl das Minimum als auch das Maximum der zu erreichenden Punkte für die jeweilige Übung. Z. B.: (10/20) bedeutet, dass Sie für eine positive Bewertung dieser Teilleistung mindestens 10 Punkte benötigen und maximal 20 Punkte erreichen können. Für eine positive Note müssen alle Teilleistungen positiv bewertet sein. Das heißt, bei insg. 50 Punkten erhalten Sie nur dann eine positive Note, wenn auch alle Teilleistungen positiv bewertet wurden. Die Anwesenheit von mind. 80% der LV ist eine notwendige Voraussetzung für eine positive Benotung.

Prüfungsstoff

Bei diesem LPS handelt es sich um eine "prüfungsimmanente" Lehrveranstaltung, d. h. es findet kein Examen statt.

Literatur

Verpflichtende Primärliteratur

Dilthey, Wilhelm, [1910] 1926/1992. „Der Aufbau der geschichtlichen Welt“. in: Groethuysen, B (Hrsg.), Dilthey, W. Gesammelte Schriften VII. Stuttgart/Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht
- Zweites Kapitel: „Die Verwahrungsweisen, in denen die Geistige Welt gegeben ist“ S. 138-146
- Drittes Kapitel: „Die Objektivation des Lebens“ S. 146-152
- Viertes Kapitel: „Die Geistige Welt als Wirkungszusammenhang“ S. 152-156
Dilthey, Wilhelm [1900] 1990, ”Die Entstehung der Hermeneutik”, In: Misch, G (Hrsg.), Dilthey, W, Gesammelte Schriften V. Stuttgart/Göttingen: B. G. Teubner Verlagsgesellschaft/Vandenhoeck & Ruprecht, S. 317–338

Schleiermacher, Friedrich Daniel Ernst. "Über die verschiedenen Methoden des Übersetzens". Kitzbichler, J; Lubitz, K; Mindt, N (Hrsg.), Dokumente zur Theorie der Übersetzung antiker Literatur in Deutschland seit 1800, Berlin, New York: De Gruyter, 2009, pp. 59-82.

Heidegger, Martin, [1927] 1977. Sein und Zeit. Frankfurt am Main: Vittorio Klostermann
- Fünftes Kapitel, § 76. „Der existenziale Ursprung der Historie aus der Geschichtlichkeit des Daseins“
- § 77. Der Zusammenhang der vorstehenden Exposition des Problems der Geschichtlichkeit mit den Forschungen W. Diltheys und den Ideen des Grafen Yorck. 518-533.

Hans-Georg Gadamer (1966), ”Die Universalität des hermeneutischen Problems” In: Philosophisches Jahrbuch 73 (2): S. 215-225

Die Ausschnitte werden als PDF zur Verfügung gestellt. Weiterführende Sekundärliteratur wird im Seminar bekannt gegeben.

Zuordnung im Vorlesungsverzeichnis

Letzte Änderung: Do 11.05.2023 11:27