Universität Wien FIND

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180136 SE Gewalt, Religion, Geschlecht (2018S)

Philosophische Annäherungen

5.00 ECTS (2.00 SWS), SPL 18 - Philosophie
Prüfungsimmanente Lehrveranstaltung

An/Abmeldung

Hinweis: Ihr Anmeldezeitpunkt innerhalb der Frist hat keine Auswirkungen auf die Platzvergabe (kein "first come, first serve").

Details

max. 30 Teilnehmer*innen
Sprache: Deutsch

Lehrende

Termine (iCal) - nächster Termin ist mit N markiert

ACHTUNG!! Die Lehrveranstaltung entfällt am 28.05.2018

Montag 05.03. 13:15 - 14:45 Hörsaal. 2H NIG 2.Stock
Montag 19.03. 13:15 - 14:45 Hörsaal. 2H NIG 2.Stock
Montag 09.04. 13:15 - 14:45 Hörsaal. 2H NIG 2.Stock
Montag 16.04. 13:15 - 14:45 Hörsaal. 2H NIG 2.Stock
Montag 23.04. 13:15 - 14:45 Hörsaal. 2H NIG 2.Stock
Montag 30.04. 13:15 - 14:45 Hörsaal. 2H NIG 2.Stock
Montag 07.05. 13:15 - 14:45 Hörsaal. 2H NIG 2.Stock
Montag 14.05. 13:15 - 14:45 Hörsaal. 2H NIG 2.Stock
Montag 04.06. 13:15 - 14:45 Hörsaal. 2H NIG 2.Stock
Montag 11.06. 13:15 - 14:45 Hörsaal. 2H NIG 2.Stock
Montag 18.06. 13:15 - 14:45 Hörsaal. 2H NIG 2.Stock
Montag 18.06. 15:00 - 16:30 Hörsaal 2i NIG 2.Stock
Montag 25.06. 13:15 - 14:45 Hörsaal. 2H NIG 2.Stock

Information

Ziele, Inhalte und Methode der Lehrveranstaltung

Dieses Seminar setzt es sich zur Aufgabe, den ebenso oft wie kontrovers diskutierten Zusammenhang von Gewalt und Religion als ein genuin philosophisches Problem zu fokussieren. Die zentrale Aufgabe wird darin bestehen, zu klären, ob es einen intrinsischen Zusammenhang von Religion und Gewalt gibt, ob "religiöse Gewalt" lediglich auf eine Missdeutung der narrativen Semantiken religiöser Wissenssysteme zurückzuführen ist, oder ob der Zusammenhang zwar konstitutiv ist, jedoch grundsätzlich nur unter kontingenten Bedingungen seine Aktualisierung findet. Eine genuin philosophische Auseinandersetzung mit dieser kontrovers diskutierten Problematik soll dazu beitragen, den vielfach reduktionistisch bzw. essentialistisch gefärbten Umgang mit der Problematik "religiöser Gewalt", der heute nicht nur auf massivste Weise mediale Berichterstattung durchzieht, sondern allzu oft auch für einzelwissenschaftliche "Ursachenforschungen" kennzeichnend erscheint, in ein kritisches Licht zu rücken, um so eine sachgemäßere Auseinandersetzung mit dem Thema zu bewirken.
Das Ziel des Seminars besteht vor diesem Hintergrund darin, philosophische (insbesondere phänomenologische) Analysemethoden zu erarbeiten und in der Folge konkret zu erproben, um die in der Philosophie bislang kaum behandelte Problematik "religiöser Gewalt" ins Auge zu fassen. Dies erfordert zum Einen die Erarbeitung angemessener theoretischer und konzeptioneller Mittel, um der Korrelation von Religion und Gewalt im Allgemeinen auf den Grund zu gehen. Zum Anderen soll dieser Korrelation dann in kontext-sensitiven Analysen konkreter Formen religiöser Gewalt nachgespürt werden. Ein Schwerpunkt soll in diesem Zusammenhang zum Dritten sexualisierter Gewalt gelten, deren massives Auftreten in "unseren neuen Kriegen der Religion" (Derrida) zuletzt vielfach bemerkt wurde. Entsprechend wird diese Problematik im Seminar als eine Art Brennglas herangezogen, deren Berücksichtigung es uns erlauben soll, die Korrelation von Religion/Gewalt in aller Schärfe zu fokussieren.

Art der Leistungskontrolle und erlaubte Hilfsmittel

Verfassen von Kurzfassungen;
Referate zu ausgewählten Texten;
Schriftliche Seminararbeit;
Nachbesprechung

Mindestanforderungen und Beurteilungsmaßstab

- 3 Kurzfassungen zu einleitenden Texten;
- Begleitender Besuch thematisch relevanter Tagungen (13.-15.3 und/oder 19.-20.3., Näheres in der ersten Sitzung);
Referat und/oder schriftliche Seminararbeit

Prüfungsstoff

-

Literatur

L. ABU-LUGHOD, "Do Muslim women really need saving?", American Anthropologist 104/3(2002), 783-90.
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B. DIKEN, C. B. BAGGE LAUSTSEN, "Becoming Abject: Rape as a Weapon of War", Body & Society 11(2005), 111-128
H. G. KIPPENBERG, Gewalt als Gottesdienst. Religionskriege im Zeitalter der Globalisierung. München: Beck 2008.
V. NAHOUM-GRAPPE, "The anthropology of extreme violence: the crime of desecration." International Social Science Journal, vol .54, issue 174 (2002), 549-557
K. OLIVER, "Women: The Secret Weapon of Modern Warfare", Hypatia 23/2(2008), 1-17.
—, "Bodies against the law: Abu Ghraib and the war on terror", Continental Philosophy Review 42(2009), 63-80
R. M. SCHOTT, "Sexual violence, sacrifice, and narratives of political origins." In: dies. (Hg.), Birth, death and femininity, Bloomginton 2010, 25-48.
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P.-J. SALAZAR, Die Sprache des Terrors: Warum wir die Propaganda des IS verstehen müssen, um ihn bekämpfen zu können, München: Pantheon 2016
F. SEEDAT, "Sexual economies of war and sexual technologies of the body: Militarised Muslim masculinity and the Islamist Production of concubines for the Caliphate", Agenda 2017, 1-10 (online-first), http://dx.doi.org/10.1080/10130950.2016.1275558
J. SÉMELIN, Säubern und Vernichten. Die politische Dimension von Massakern und Völkermorden, Hamburg 2007 [Kap 5: „Wenn alles erlaubt ist … (262-334)]
I. SRUBAR, "Religion and violence. Paradoxes of religious communication." Human Studies 40/4: 501-18
C. C. TAYLOR, C. C., Sacrifice as terror. The Rwandan genocide of 1994, Oxford/New York, 1999 [Kap. 4: "The dialectics of hate and desire, 151-179]
C. VON BRAUN et al. (Hg)., "Holy war" and gender. Violence in religious discourses. / Gotteskrieg und Geschlecht. Berlin: LIT Verlag 2008.
S. ŽIŽEK, Gewalt. Sechs abseitige Reflexionen, Hamburg 2011.

Zuordnung im Vorlesungsverzeichnis

Letzte Änderung: Mo 07.09.2020 15:36