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180140 SE Auch Klio dichtet (2017S)

Geschichtsschreibung zwischen Wissenschaft und Kunst

5.00 ECTS (2.00 SWS), SPL 18 - Philosophie
Prüfungsimmanente Lehrveranstaltung

Details

max. 45 Teilnehmer*innen
Sprache: Deutsch

Lehrende

Termine (iCal) - nächster Termin ist mit N markiert

Mittwoch 08.03. 09:45 - 11:15 Hörsaal 2i NIG 2.Stock
Mittwoch 15.03. 09:45 - 11:15 Hörsaal 2i NIG 2.Stock
Mittwoch 22.03. 09:45 - 11:15 Hörsaal 2i NIG 2.Stock
Mittwoch 29.03. 09:45 - 11:15 Hörsaal 2i NIG 2.Stock
Mittwoch 05.04. 09:45 - 11:15 Hörsaal 2i NIG 2.Stock
Mittwoch 26.04. 09:45 - 11:15 Hörsaal 2i NIG 2.Stock
Mittwoch 03.05. 09:45 - 11:15 Hörsaal 2i NIG 2.Stock
Mittwoch 10.05. 09:45 - 11:15 Hörsaal 2i NIG 2.Stock
Mittwoch 10.05. 11:30 - 13:00 Hörsaal. 2H NIG 2.Stock
Mittwoch 17.05. 09:45 - 11:15 Hörsaal 2i NIG 2.Stock
Mittwoch 24.05. 09:45 - 11:15 Hörsaal 2i NIG 2.Stock
Mittwoch 31.05. 09:45 - 11:15 Hörsaal 2i NIG 2.Stock
Mittwoch 07.06. 09:45 - 11:15 Hörsaal 2i NIG 2.Stock
Mittwoch 14.06. 09:45 - 11:15 Hörsaal 2i NIG 2.Stock
Mittwoch 21.06. 09:45 - 11:15 Hörsaal 2i NIG 2.Stock
Mittwoch 28.06. 09:45 - 11:15 Hörsaal 2i NIG 2.Stock
Mittwoch 28.06. 11:30 - 13:00 Hörsaal 2G, NIG Universitätsstraße 7/Stg. II/2.Stock, 1010 Wien

Information

Ziele, Inhalte und Methode der Lehrveranstaltung

In diesem Seminar beschäftigen wir uns mit zwei Fragestellungen:

Erstens: Wie ist es möglich, dass historische Texte, die als Erzählungen - also narrativ - organisiert sind, vergangene Ereignisse repräsentieren? Hat die menschliche Geschichte selbst eine narrative Struktur? Oder sollen wir aus der Verwendung von literarischen Erzähltechniken in den Geschichtswissenschaften schließen, dass objektives historisches Wissen unmöglich ist? Transportiert die narrative Struktur historischer Erzählung gar ideologisch-politische Implikationen anstelle von Tatsachenwissen?

Zweitens: Wie können wir Wissen von historischen Zusammenhänge gewinnen, welche über die in den Quellen dokumentierten Einzelereignisse hinausgehen. Müssen wir unsere Subjektivität ins Spiel bringen, um historische Zusammenhänge, Totalitäten und Tendenzen erkennen zu können? Können wir die Handlungen vergangener Akteure nicht anders verstehen, als indem wir uns imaginativ in sie hineinfühlen?

Der erste dieser Fragekomplexe wird seit den 1980er Jahren im Anschluss an Hayden Whites >Metahistory< ausgelotet. Der zweite geht auf methodologische Debatten rund um die empirischen Geschichtswissenschaften im 19. Jahrhundert zurück. In diesem Seminar bringen wir die beiden Fragekomplexe miteinander in Verbindung. Wir arbeiten Kontinuitäten und Brüche zwischen diesen beiden Diskussionen heraus, und erforschen, wie die Gegensätze zwischen Wissenschaft und Kunst, Objektivität und Subjektivität, Verstehen und Erfahrung, sowie Narration und Wirklichkeit das philosophische Nachdenken über historisches Wissen bestimmen.

Art der Leistungskontrolle und erlaubte Hilfsmittel

Mindestanforderungen und Beurteilungsmaßstab

Regelmäßige Teilnahme
Aktive Mitarbeit: 15%
Impulsreferat: 15%
Hausübungen: 30%
Essays: 40%

Prüfungsstoff

Literatur

Block 1: "Historisches Verstehen"

Wilhelm von Humboldt (1821): „Über die Aufgabe des Geschichtsschreibers“, in: Werke Bd. 1, Darmstadt: Wissenschaftliche Buchgesellschaft 1960.

Johann Gustav Droysen (1857), Historik Bd.1, Historisch-kritische Ausgabe, herausgegeben von Peter Leyh, Stuttgart: Frommann-Holzboog 1977.

Wilhelm Dilthey (1895/96): „[Über vergleichende Psychologie.] Beiträge zum Studium der Individualität“, in: Gesammelte Schriften Bd. V, Stuttgart: Teubner 1965.

Wilhelm Dilthey (1910): Der Aufbau der geschichtlichen Welt in den Geisteswissenschaften, in: Gesammelte Schriften Bd. VII, Stuttgart: Teubner 1965.

Block 2: "Narration und Repräsentation"

Hayden White (1973): Metahistory. The Historical Imagination in Nineteenth-Century Europe. Baltimore; London: John Hopkins University Press.

Hayden White (1978): The Historical Text as a Literary Artifact, in: Robert H. Canary/Henry Kozicki (Hg.): The Writing of History. Literary Form and Historical Understanding. London: University of Wisconsin Press.

Noël Carroll (1990) “Interpretation, History and Narrative”, in: Beyond Aesthetics. Philosophical Essays. Cambridge: Cambridge University Press.

David Carr (1986) “Narrative and the Real World. An Argument for Continuity”, in: History and Theory 25/ 2.

David Carr (1991): Time, Narrative, and History. Bloomington: Indiana University Press.

Zuordnung im Vorlesungsverzeichnis

BA M 15, BA M 10,
PP § 57.3.7.
M04 Wissenschaftsphilosophie
M3 A. Erkenntistheorie, Wissenschaftsphilosophie, Technik- u. Medienphilosophie

Letzte Änderung: Fr 31.08.2018 08:52