Universität Wien FIND

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180166 PS Schopenhauers "Die Welt als Wille und Vorstellung" (2021S)

5.00 ECTS (2.00 SWS), SPL 18 - Philosophie
Prüfungsimmanente Lehrveranstaltung
DIGITAL
Do 24.06. 14:30-16:00 Digital

An/Abmeldung

Hinweis: Ihr Anmeldezeitpunkt innerhalb der Frist hat keine Auswirkungen auf die Platzvergabe (kein "first come, first serve").

Details

max. 45 Teilnehmer*innen
Sprache: Deutsch

Lehrende

Termine (iCal) - nächster Termin ist mit N markiert

The course will take place online. Mandatory and secondary literature will be provided via moodle.

Donnerstag 11.03. 14:30 - 16:00 Digital
Donnerstag 18.03. 14:30 - 16:00 Digital
Donnerstag 25.03. 14:30 - 16:00 Digital
Donnerstag 15.04. 14:30 - 16:00 Digital
Donnerstag 22.04. 14:30 - 16:00 Digital
Donnerstag 29.04. 14:30 - 16:00 Digital
Donnerstag 06.05. 14:30 - 16:00 Digital
Donnerstag 20.05. 14:30 - 16:00 Digital
Donnerstag 27.05. 14:30 - 16:00 Digital
Donnerstag 10.06. 14:30 - 16:00 Digital
Donnerstag 17.06. 14:30 - 16:00 Digital

Information

Ziele, Inhalte und Methode der Lehrveranstaltung

Im Jahr 1818 empfiehlt der 30-jährige Arthur Schopenhauer in der Vorrede zu seinem Hauptwerk „Die Welt als Wille und Vorstellung“ seiner Leserschaft: „Es ergiebt sich von selbst, daß […] zum Eindringen in den dargelegten Gedanken, kein anderer Rath ist, als das Buch zwei Mal zu lesen und zwar das erste Mal mit vieler Geduld, welche allein zu schöpfen ist aus dem freiwillig geschenkten Glauben, daß der Anfang das Ende beinahe so sehr voraussetze, als das Ende den Anfang“ (1977, S. 8). Im Seminar werden wir uns zwar darauf beschränken, Schopenhauers Werk nur ein einziges Mal zu lesen, doch dies werden wir sehr genau und mit der von Schopenhauer geforderten „Geduld“ erledigen.

„Die Welt als Wille und Vorstellung“ gehört nicht nur stilistisch zu den schönsten deutschsprachigen philosophischen Werken, sondern ist zudem in systematischer Hinsicht eine äußerst brauchbare Hinführung zu verschiedenen philosophischen Grundproblemen. In vier Abschnitten behandelt Schopenhauer Grundfragen der Erkenntnistheorie, Metaphysik, Ästhetik und Ethik und erarbeitet dabei eine elaborierte eigene Position, die sich unter dem Titel „Philosophischer Pessimismus“ zusammenfassen lässt.

In der Welt als Vorstellung erfahren wir die Gegenstände durch Raum, Zeit und Kausalität. Doch gibt es laut Schopenhauer noch eine andere Art, die Welt zu fassen, die gewissermaßen „hinter“ oder „unter“ der Vorstellung angesiedelt ist: die Welt als Wille. Der metaphysische Wille ist der wilde und blinde Lebensdrang, der nichts anderes will als sich selbst. Der Wille ist die Grundbewegung allen Seins: Von Steinen über Pflanzen und Tiere bis hin zum Menschen ist alles durchdrungen vom erkenntnislosen Willen. Das ästhetische Schaffen und Rezipieren wird von Schopenhauer aufgewertet, da mit der Kunst der Wille – und damit das Wesen des Lebens – zumindest temporär in der Vorstellungs-Welt dargestellt werden kann. Für die individuelle Lebensführung folgt die Maxime, zu entsagen, zu resignieren, die Welt, das Leben und den Willen zu verneinen und seine Existenz in einem letzten großen Quietiv verstummen zu lassen.

Art der Leistungskontrolle und erlaubte Hilfsmittel

1. Anwesenheit und aktive Teilnahme an den Diskussionen im Seminar. Sie dürfen dreimal unentschuldigt fehlen.

2. Lektürereflexionen für jede Einheit. Die Reflexionen sollten in etwa eine Seite Umfang besitzen und spätestens am Montag um 23:55 Uhr vor der nächsten Einheit auf Moodle hochladen werden. In den Reflexionen soll der zu lesende Textabschnitt diskutiert werden. Sie sollen keine reine Darstellung oder Zusammenfassung des jeweiligen Textabschnitts sein, sondern ein Kommentar. Mit anderen Worten: Es sollen Thesen und Argumente des entsprechenden Textabschnitts analysiert, hinterfragt, kritisiert werden. Sie bilden die Grundlage für die Moderation der Einheit.

3. Moderation: In jeder Einheit übernehmen jeweils zwei bis drei Personen die Moderation der Einheit. Deren Hauptaufgabe besteht darin, die für die jeweilige Einheit verfassten Lektürereflexionen zusammenzufassen und in eine gegliederte Form zu bringen. Hierfür sollten die häufigsten und inhaltlich relevantesten Punkte herausgearbeitet werden. Das Ziel ist eine klar strukturierte Moderation und darauf aufbauend eine fruchtbare Diskussion über den jeweiligen Textabschnitt.
Die Moderator*innen müssen für ihre moderierte Seminarsitzung keine Lektürereflexion verfassen.

4. Eine schriftliche Abschlussarbeit mit 4 Seiten Umfang (ohne Deckblatt, Inhalts- und Literaturverzeichnis). Die schriftliche Arbeit soll wissenschaftlichen Anforderungen entsprechen. Deadline ist der 15.7.2021.
Kompensationsleistung. Wenn zu viele TeilnehmerInnen vorhanden sind, können nicht alle Personen eine Moderation übernehmen. Wenn keine Moderation durchgeführt wird, muss eine Abschlussarbeit mit 6 Seiten Umfang (ohne Deckblatt, Inhalts- und Literaturverzeichnis) geschrieben werden.

Mindestanforderungen und Beurteilungsmaßstab

Mit Ausnahme der Mitarbeit müssen alle Leistungsanforderungen erfüllt werden.

Die Note setzt sich aus den Teilleistungen wie folgt zusammen:
- Mitarbeit: 10%
- Lektürereflexionen: 30%
- Moderation: 30%
- Abschlussarbeit: 30%

Prüfungsstoff

Literatur

Primärliteratur: Schopenhauer, Arthur: Die Welt als Wille und Vorstellung I. Zürich: Diogenes 1977. (Auf Moodle finden Sie den entsprechenden Scan.)
Zur Einführung und Kontextualisierung: Safranski, Rüdiger: Schopenhauer und Die wilden Jahre der Philosophie. Eine Biographie. Frankfurt am Main: Fischer Taschenbuch Verlag 2008.
Weitere Literatur wird im Laufe des Semesters bekannt gegeben bzw. sollte für die Abschlussarbeit eigenständig recherchiert werden.

Zuordnung im Vorlesungsverzeichnis

Letzte Änderung: Mi 21.04.2021 11:26