Universität Wien

180278 SE Intentionalität und Bewusstsein (2009W)

5.00 ECTS (2.00 SWS), SPL 18 - Philosophie
Prüfungsimmanente Lehrveranstaltung

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Details

max. 45 Teilnehmer*innen
Sprache: Deutsch

Lehrende

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  • Mittwoch 07.10. 10:30 - 12:00 Hörsaal 2G, NIG Universitätsstraße 7/Stg. II/2.Stock, 1010 Wien
  • Mittwoch 14.10. 10:30 - 12:00 Hörsaal 2G, NIG Universitätsstraße 7/Stg. II/2.Stock, 1010 Wien
  • Mittwoch 21.10. 10:30 - 12:00 Hörsaal 2G, NIG Universitätsstraße 7/Stg. II/2.Stock, 1010 Wien
  • Mittwoch 28.10. 10:30 - 12:00 Hörsaal 2G, NIG Universitätsstraße 7/Stg. II/2.Stock, 1010 Wien
  • Mittwoch 04.11. 10:30 - 12:00 Hörsaal 2G, NIG Universitätsstraße 7/Stg. II/2.Stock, 1010 Wien
  • Mittwoch 11.11. 10:30 - 12:00 Hörsaal 2G, NIG Universitätsstraße 7/Stg. II/2.Stock, 1010 Wien
  • Mittwoch 18.11. 10:30 - 12:00 Hörsaal 2G, NIG Universitätsstraße 7/Stg. II/2.Stock, 1010 Wien
  • Mittwoch 25.11. 10:30 - 12:00 Hörsaal 2G, NIG Universitätsstraße 7/Stg. II/2.Stock, 1010 Wien
  • Mittwoch 02.12. 10:30 - 12:00 Hörsaal 2G, NIG Universitätsstraße 7/Stg. II/2.Stock, 1010 Wien
  • Mittwoch 09.12. 10:30 - 12:00 Hörsaal 2G, NIG Universitätsstraße 7/Stg. II/2.Stock, 1010 Wien
  • Mittwoch 16.12. 10:30 - 12:00 Hörsaal 2G, NIG Universitätsstraße 7/Stg. II/2.Stock, 1010 Wien
  • Mittwoch 13.01. 10:30 - 12:00 Hörsaal 2G, NIG Universitätsstraße 7/Stg. II/2.Stock, 1010 Wien
  • Mittwoch 20.01. 10:30 - 12:00 Hörsaal 2G, NIG Universitätsstraße 7/Stg. II/2.Stock, 1010 Wien
  • Mittwoch 27.01. 10:30 - 12:00 Hörsaal 2G, NIG Universitätsstraße 7/Stg. II/2.Stock, 1010 Wien

Information

Ziele, Inhalte und Methode der Lehrveranstaltung

Franz Brentano führte den Intentionalitätsbegriff in die neuere Philosophie als die Eigenheit von Bewusstseinsakten ein, immer Bewusstsein von etwas, also gegenstandsgerichtet zu sein. Diese Idee wurde prägend für das Bewusstseinsverständnis der gesamten phänomenologischen Tradition.
Wird dort die Intentionalität als spezifisches Bewusstseinsphänomen verstanden, entwickelte sich in der analytischen Philosophie und in der Kognitionswissenschaft ein anderes Verständnis der Intentionalität, nämlich als aboutness i.S. von (letztlich objektiv fassbarer) Repräsentationalität, wie sie etwa auch ein unbewusster Wunsch, eine Proposition oder ein Bild aufweisen, insofern sie etwas anderes als sie selbst in sich repräsentieren. Dies ist verbunden mit dem Bestreben, Intentionalität unabhängig von der Subjektivität des Bewusstseins rein als Verhältnis zwischen objektiven Entitäten zu denken, was letztlich dazu verhelfen soll (i.S. des Projekts der sog. Naturalisierung der Intentionalität), sie auf rein naturalistisch fassbare Relationen und Vorgänge, unter Elimination jeglichen spezifisch mentalen Vokabulars, zu reduzieren.
Manche Gegenwartsphilosophen zweifeln jedoch an der Möglichkeit, Intentionalität solcherart unabhängig von Bewusstsein zu denken. Die Frage ist, ob ein physischer Zustand oder Prozess je in sich Repräsentation von etwas sein kann oder ob er dies nicht vielmehr ausschließlich für einen bewussten Betrachter ist, der ihn als Repräsentation-von interpretiert. Ein intentionaler Bewusstseinszustand hingegen (etwa der die Repräsentation als Repräsentation auffassende) muss nicht erst als Repräsentation-von interpretiert werden (was zu einem endlosen Regress führen würde), sondern ist in sich Bewusstsein-von - er besitzt, wie John Searle formuliert, intrinsische Intentionalität.
Dieser Gedanke findet sich im phänomenologischen Intentionalitätsbegriff durchgeführt: Die Phänomenologie meint mit Intentionalität keineswegs Repräsentationalität, als wäre ein Bewusstseinszustand etwas bereits für sich Existierendes, das außerdem noch (etwa durch irgendeine kausal vermittelte Isomorphie) in einer repräsentationalen Beziehung zu etwas anderem steht, vielmehr ist Bewusstsein von vornherein nichts anderes als Erscheinen-von. Bewusstsein besteht in phänomenologischer Sicht nicht aus in sich verschlossenen systemimmanenten Zuständen, die möglicherweise zusätzlich irgendetwas Äußeres abbilden, es ist für sie vielmehr der Ort des Erscheinens der Welt und damit selbst das intentionale Draußensein des Geistes.
Dieser Frage des adäquaten Verständnisses der Intentionalität des Geistes soll im Seminar anhand von ausgewählten Texten nachgegangen werden. Nach einer Erarbeitung des phänomenologischen Intentionalitätsbegriffs soll ein kritischer Blick auf das moderne Projekt der Naturalisierung der Intentionalität geworfen werden. Dies soll den StudentInnen einen lebendigen Einblick in die aktuelle Philosophie des Geistes, insbesondere hinsichtlich der Frage der Naturalisierbarkeit des Mentalen gewähren.

Art der Leistungskontrolle und erlaubte Hilfsmittel

Seminararbeit, Anwesenheit + Mitarbeit, Lektüreprotokolle

Mindestanforderungen und Beurteilungsmaßstab

Prüfungsstoff

Textreferate + anschließende Diskussion

Literatur

Dretske, Fred (1995): Naturalizing the Mind. Cambridge, MA: MIT Press.
Fodor, Jerry (1987): Psychosemantics. Cambidge, MA: MIT Press.
Gallagher, Shaun und Zahavi, Dan (2008): The Phenomenological Mind. An Introduction to Philosophy of Mind and Cognitive Science. London, New York: Routledge, Kap. 6.
Heidegger, Martin (1975): Die Grundprobleme der Phänomenologie. Frankfurt am Main: Klostermann (GA 24).
Husserl, Edmund (1984): Logische Untersuchungen. Zweiter Band, 1. Teil. Untersuchungen zur Phänomenologie und Theorie der Erkenntnis. Hg. von Ursula Panzer. Den Haag: Nijhoff (Husserliana XIX/1).
Searle, John R. (1996): Die Wiederentdeckung des Geistes. Frankfurt am Main: Suhrkamp.
Strawson, Galen (2004): Real Intentionality. In: Phenomenology and the Cognitive Sciences 3/3, 287-313.
Zahavi, Dan (2003): Intentionality and Phenomenality. A Phenomenological Take on the Hard Problem. In: Evan Thompson (Hg.): The Problem of Consciousness. New Essays on Phenomenological Philosophy of Mind. Calgary: University of Calgary Press.

Zuordnung im Vorlesungsverzeichnis

BA M 11 und BA M 9, § 4.1.4, PP § 57.3.4

Letzte Änderung: Mo 07.09.2020 15:36