Universität Wien FIND

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180361 VO Zen und Philosophie (2009S)

Philosophische Anthropologie

3.00 ECTS (2.00 SWS), SPL 18 - Philosophie

Details

Sprache: Deutsch

Lehrende

Termine (iCal) - nächster Termin ist mit N markiert

Dienstag 10.03. 11:00 - 13:00 Hörsaal 3B NIG 3.Stock
Dienstag 17.03. 11:00 - 13:00 Hörsaal 3B NIG 3.Stock
Dienstag 24.03. 11:00 - 13:00 Hörsaal 3B NIG 3.Stock
Dienstag 31.03. 11:00 - 13:00 Hörsaal 3B NIG 3.Stock
Dienstag 21.04. 11:00 - 13:00 Hörsaal 3B NIG 3.Stock
Dienstag 28.04. 11:00 - 13:00 Hörsaal 3B NIG 3.Stock
Dienstag 05.05. 11:00 - 13:00 Hörsaal 3B NIG 3.Stock
Dienstag 12.05. 11:00 - 13:00 Hörsaal 3B NIG 3.Stock
Dienstag 19.05. 11:00 - 13:00 Hörsaal 3B NIG 3.Stock
Dienstag 26.05. 11:00 - 13:00 Hörsaal 3B NIG 3.Stock
Dienstag 09.06. 11:00 - 13:00 Hörsaal 3B NIG 3.Stock
Dienstag 16.06. 11:00 - 13:00 Hörsaal 3B NIG 3.Stock
Dienstag 23.06. 11:00 - 13:00 Hörsaal 3B NIG 3.Stock
Dienstag 30.06. 11:00 - 13:00 Hörsaal 3B NIG 3.Stock

Information

Ziele, Inhalte und Methode der Lehrveranstaltung

Der Titel der Vorlesung ist gleich mit dem des WS 2008/09; ihr Inhalt ist jedoch unterschiedlich. In dieser VO geht es darum, Neues aus der Essenz der Philosophie des Zen-Buddhismus ans Licht zu bringen, um Angelpunkte von Philosophie, Zen und Leben in diesem Jahrhundert genau zu reflektieren.

Auf die Geistesströmungen, die von Globalisierung und Interkulturalität geprägt sind, wurde schon oft Bezug genommen: auf ihre Vorzüge ebenso wie auf die dadurch neu entstandenen Probleme. Dass hier Probleme entstehen, ist aber fast selbstverständlich, weil es sich um eine Transformation von einer Kultur zu einer anderen handelt. Selbst "Zen" hat sich aus den einander tangierenden Horizonten der unterschiedlichen Kulturen Indiens und Chinas entwickelt. Die bis zum frühen Mahayana-Buddhismus in Indien entfaltete reine Metaphysik und Erkenntnislehre der "großen Leere" (sunyata / shunyata) von Nagarjuna u.a. wurde auf einem völlig anderen kulturellen Boden, nämlich in der Schriftzeichenkultur Chinas, angesiedelt. Auf Grund der landeseigenen Kultur Chinas, die Denken und Handeln vereint, wurden essentielle Teile der Logik und Metaphysik Nagarjunas in die Kernaussage mancher Zen-Koans umgewandelt. Das war eine Transformation von der reinen Metaphysik und Ontologie Indiens in die Handlungspraxis mitten in der Realität des Lebens, ein markantes Element der Philososphiegeschichte Ostasiens.

Auf Grund der tiefen Wesensschau darsana / darshana hat die Philosophiegeschichte Indiens eine originale Position in der Geschichte der Menschheit markiert: Diese darsana war auch mit einem Handeln von ontisch leibhaftigem Menschsein, nämlich mit der Versenkung in die Wesenstiefe des Selbst, der Welt und des Mitseienden, verbunden. Die Intensität der Reflexion wurde nicht auf die Bemessung von Dingen der Außenwelt, sondern nach Innen gelenkt, hin zum eigenen Leben und Sterben im Zusammenhang mit den Mitseienden in der Umwelt. Wie hat sich diese religiöse Aspekte betonende Wesensschau auf einem anderen Boden Ostasiens entwickelt, dort, wo das Anschauen und das Begreifen einer tiefgründigen Wahrheit stets mit der Aktualität der Handlungspraxis in engem Zusammenhang steht?
Didaktik:
In jeder Vorlesungsstunde wird eine philosophisch-anthropologische Frage gestellt, mit der man sich selbst - in Zusammenhang mit seinem eigenen Leben - konfrontieren kann. Jede Vorlesung schließt mit einer Diskussion von einer Viertelstunde. In der Mitte des Semesters wird eine einmalige Zen-Enführungspraxis zazen auf freiwilliger Basis angeboten.

Art der Leistungskontrolle und erlaubte Hilfsmittel

Zeugniserwerb: Durch mündliche Einzelprüfung ab Ende des Semesters.

Mindestanforderungen und Beurteilungsmaßstab

Prüfungsstoff

Literatur

"Herz-Sutra", Teile des "shobo genzo" von Dogen:
Die von mir übersetzten Textabschnitte zur Vorbereitung einer Publikation (Näheres in der VO: Abfragen auf website bzw. Verteilung durch Anfragen per E-Mail ist nicht möglich.)
Dogen, shobo genzo, Zürich 1989.
Dogen, shobo genzo, Heidelberg 2003.
Dogen, shobo genzo, Tokyo 1993, 2003.
Hashi, Vom Ursprung und Ziel des Zen. Die Philosophie des originalen Zen-Buddhismus, Wien 1997, 2004.
- Die Aktualität der Philosophie, Wien 1999, 2004.
- Die Welt der vergleichenden Philosophie, Wien 2005.
- Zen und Tao. Beiträge zum asiatischen Denken, Wien 2007.
- Komparative Philosophie der Gegenwart, Wien 2007.
- "Zur Geistesströmung der Globalisierung und Interkulturalität", in: Wiener Jahrbuch für Philosophie Bd. 39 / 2007, Wien 2008.

Zuordnung im Vorlesungsverzeichnis

BA M 8.2, MA M 4, § 4.1.7 und 4.2.4, PP § 57.6

Letzte Änderung: Mo 07.09.2020 15:36