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180419 SE Verhältnis von Philosophie und Religion (2008S)

Islamischer Aristotelismus und das Verhältnis von Philosophie und Religion bei Ibn Ruschd (Averroes,12.Jh.)

5.00 ECTS (2.00 SWS), SPL 18 - Philosophie
Prüfungsimmanente Lehrveranstaltung

An/Abmeldung

Details

max. 45 Teilnehmer*innen
Sprache: Deutsch

Lehrende

Termine (iCal) - nächster Termin ist mit N markiert

Mittwoch 05.03. 09:00 - 11:00 Hörsaal 3B NIG 3.Stock
Mittwoch 12.03. 09:00 - 11:00 Hörsaal 3B NIG 3.Stock
Mittwoch 19.03. 09:00 - 11:00 Hörsaal 3B NIG 3.Stock
Mittwoch 26.03. 09:00 - 11:00 Hörsaal 3B NIG 3.Stock
Mittwoch 02.04. 09:00 - 11:00 Hörsaal 3B NIG 3.Stock
Mittwoch 09.04. 09:00 - 11:00 Hörsaal 3B NIG 3.Stock
Mittwoch 16.04. 09:00 - 11:00 Hörsaal 3B NIG 3.Stock
Mittwoch 23.04. 09:00 - 11:00 Hörsaal 3B NIG 3.Stock
Mittwoch 30.04. 09:00 - 11:00 Hörsaal 3B NIG 3.Stock
Mittwoch 07.05. 09:00 - 11:00 Hörsaal 3B NIG 3.Stock
Mittwoch 14.05. 09:00 - 11:00 Hörsaal 3B NIG 3.Stock
Mittwoch 21.05. 09:00 - 11:00 Hörsaal 3B NIG 3.Stock
Mittwoch 28.05. 09:00 - 11:00 Hörsaal 3B NIG 3.Stock
Mittwoch 04.06. 09:00 - 11:00 Hörsaal 3B NIG 3.Stock
Mittwoch 11.06. 09:00 - 11:00 Hörsaal 3B NIG 3.Stock
Mittwoch 18.06. 09:00 - 11:00 Hörsaal 3B NIG 3.Stock
Mittwoch 25.06. 09:00 - 11:00 Hörsaal 3B NIG 3.Stock

Information

Ziele, Inhalte und Methode der Lehrveranstaltung

Die Äußerungen von Ibn Ruschd (dem lateinischen Averroes) über Religion und ihrem Verhältnis zur Philosophie steht im Mittelpunkt des Seminars. Aufbauend auf die erworbenen allgemeinen Kenntnisse über die islamische Philosophie im WS. setzt sich das Thema im SS. im speziellen Rahmen fort.
Ibn Ruschd nahm die problematische Spannung zwischen Theologie und Philosophie (besonders verschärft durch die Angriffe Ghazalis an Metaphysik von Ibn Sina und Farabi) in seiner Gesellschaft so ernst, dass er ihr viele Werke widmete. In seinem Werk "Die entscheidende Abhandlung" beschränkt er sich nicht darauf, seine Ideen mit philosophischen Argumenten zu verteidigen, sondern führt vielmehr eine juristische Entscheidung darüber herbei, "ob das Studium der Philosophie und der Logik vom (religiösen) Gesetz her erlaubt, verboten, empfohlen oder notwendig sei". Seine wichtigste Quelle zu diesem Zweck war der Koran. Als erstes Ergebnis seiner philosophisch-juristischen Überlegungen konnte er festhalten, dass der Koran (und damit die Scharia) den Menschen nicht nur empfiehlt, sondern zwingend(wadjib) vorschreibt, sich mit der Philosophie zu beschäftigen. Diese Verpflichtung betrifft nach ihm aber nicht alle Personen in gleicher Weise¿
Ibn Ruschs Philosophie erzielte ihre größte Wirkung nicht im islamischen, sondern im europäisch-christlichen Denken. Innerhalb der islamischen Kultur setzte sich eine breit angelegte Rezeption und Diskussion seiner Philosophie erst im Gefolge der Moderne ein, besonders in den letzten dreißig Jahren. Viel mehr als irgendein anderer islamischer Philosoph gilt Ibn Ruschd heute als "Denker einer autochthonen, also eigenständigen und von Europa unabhängigen Tradition der Aufklärung im Islam". Die Attraktivität seiner Philosophie in der Gegenwart liegt bei seiner kritischen Analyse des Verhältnisses von Vernunft und Glauben, Philosophie und Religion also bei einem Thema, das für den Gegenwartsdiskurs von zentraler Bedeutung ist.
Didaktik: Textlektüre, Interpretation, Diskussion
Zeugniserwerb: Regelmäßige aktive Teilnahme am Seminar, Referat, schriftliche Seminararbeit

Art der Leistungskontrolle und erlaubte Hilfsmittel

Mindestanforderungen und Beurteilungsmaßstab

Prüfungsstoff

Literatur

Philosophie und Theologie von Averroes", aus dem Arabischen übersetzt von Markus Josef Müller, Biblio Verlag. 1974. Eine Literaturliste wird zu Beginn vorgestellt.
Teilnehmerzahl: Begrenzt auf maximal 40, nach elektronischer Anmeldung


Zuordnung im Vorlesungsverzeichnis

§ 4.2.1, BA M 10, PP § 57.6

Letzte Änderung: Mo 07.09.2020 15:36