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180752 VO-L Kritik und kritische Theorien (2011S)

Eine Genealogie der Gesellschaftskritik (17. bis 20. Jh.)

5.00 ECTS (2.00 SWS), SPL 18 - Philosophie

HS 3B
Die LV findet im Rahmen einer Gastprofessur statt und muss daher geblockt werden.
Blocktermine:
Di., 15. 3.: 13-15 Uhr
Di., 22. 3.: 11-15 Uhr
Di., 29. 3.: 13-15 Uhr
Di., 5. 4. : 13-15 Uhr
Di., 12. 4.: 11-15 Uhr
Di., 3. 5.: 13-15 Uhr
Di., 10. 5.: 11-15 Uhr
Di., 17. 5.: 13-15 Uhr
Di., 31. 5.: 13-15 Uhr
Di., 7. 6.: 9-13 Uhr

Details

Sprache: Deutsch

Prüfungstermine

Lehrende

Termine

Zur Zeit sind keine Termine bekannt.

Information

Ziele, Inhalte und Methode der Lehrveranstaltung

Der Terminus "Kritik", in der Antike herausgebildet und im Mittelalter weitgehend marginalisiert, erfährt im 17. Jahrhundert mit der Critica sacra eine "Wiedergeburt". An der richtigen Lesart der heiligen Schriften ansetzend ist diese Historische Textkritik durchweg politisch motiviert. Im Anschluss an Pierre Bayles Dictionnaire wird der Kritikbegriff in einen politischen, einen ästhetisch-literarischen und einen epistemologisch-methodischen Bereich aufgefächert und wird zum Schlüsselbegriff der Aufklärung: "Unser Zeitalter ist das eigentliche Zeitalter der Kritik, der sich alles unterwerfen muss", schreibt Kant. Kritik hat ab dem 19. Jahrhundert die "Selbstverständigung der Zeit über ihre Kämpfe und Wünsche" zu ermöglichen (Marx). Sie mündet somit über den "Umweg" der Hermeneutik und der Methodik zurück in ihren barocken Ursprung, in die Politik. In der Kritischen Theorie der Frankfurter Schule erreicht die politische Dimension der Kritik einen Höhepunkt, indem das politische Existenzialurteil zum Kriterium der Wissenschaftlichkeit erhoben wird.
Was sind die gegenwärtigen Modi der Gesellschaftskritik? Brauchen wir die Kritik noch angesichts der Dekonstruktion?
In der VO-L werden diese Fragen anhand der rezenten Theoriedebatten erörtert. Dazu wird Gesellschaftskritik in ihrem historischen Kontext (anhand einschlägiger kritischer Theorien und Kritikauffassungen aus dem Zeitraum vom 17. bis 20. Jahrhundert) und zugleich systematisch dargestellt.

Art der Leistungskontrolle und erlaubte Hilfsmittel

Zeugniserwerb wird durch eine schriftliche Prüfung erfolgen.
Den Gegenstand der Prüfung bilden die Pflichtliteratur sowie die Vorlesungen des LV-Leiters.
Prüfungstermine:
I) Di., 21. Juni 2011, 13.00-15.00 Uhr, HS 3B
II) Di., 11. Oktober 2011, 19.00 Uhr (pünktlich), HS 3E
III) Di., 22. November 2011, 19.00 Uhr (pünktlich), HS 3E
IV) Di., 13. Dezember 2011, 19.00 Uhr (pünktlich), HS 3E

Eine Anmeldung für die Prüfung im univis ist für jeden Termin erforderlich (das Anmeldefenster öffnet sich zwei Wochen vor dem jeweiligen Termin).

Mindestanforderungen und Beurteilungsmaßstab

Prüfungsstoff

Aufgrund der thematischen Bandbreite wird die Lehrveranstaltung als Vorlesung mit Lektüreanforderungen (VO-L) gestaltet. Die TeilnehmerInnen haben als Vorbereitung auf die einzelnen Einheiten kurze Texte sowie für die gesamte LV ein Buch zu lesen. Nach Vortrag des LV-Leiters wird der vorgetragene Inhalt gemeinsam diskutiert und die jeweilige Pflichtlektüre besprochen.

Literatur

Den Semesterplan samt der Pflichtlektüre sowie eine umfangreiche weiterführende Literaturliste finden Sie zu Semesteranfang im E-Learning (Fronter). Ebenfalls am Semesteranfang werden die Referatstexte zur Verfügung gestellt.
Als Vorbereitungslektüre werden die beiden Online-Texte des LV-Leiters empfohlen:

Gürses, Hakan: Zur Topografie der Kritik (2006)
http://eipcp.net/transversal/0806/guerses/de

Gürses, Hakan:Die größten Kritiker der Elche sind heute welche (2008)
http://eipcp.net/transversal/0808/guerses/de

Zuordnung im Vorlesungsverzeichnis

BA M 13, § 4.2.2, PP §57.6, EC 2.3

Letzte Änderung: Di 13.11.2018 00:15