Universität Wien

190032 KU BM 7 Angewandte Methodologie II (DU+EW+SB) (2022S)

Das Subjekt im Fokus der Forschung: Partizipative und subjektwissenschaftliche Forschungsansätze

5.00 ECTS (2.00 SWS), SPL 19 - Bildungswissenschaft
Prüfungsimmanente Lehrveranstaltung

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Hinweis: Ihr Anmeldezeitpunkt innerhalb der Frist hat keine Auswirkungen auf die Platzvergabe (kein "first come, first served").

Details

max. 25 Teilnehmer*innen
Sprache: Deutsch

Lehrende

Termine (iCal) - nächster Termin ist mit N markiert

Es wird angestrebt die Lehrveranstaltung in Präsenz abzuhalten.
Der erste Termin am 2.3.2022 findet online statt.

  • Mittwoch 02.03. 09:45 - 13:00 Digital
  • Mittwoch 30.03. 09:45 - 13:00 Seminarraum 4 Sensengasse 3a 1.OG
  • Mittwoch 06.04. 09:45 - 13:00 Hörsaal 1 Sensengasse 3a 1.OG
  • Mittwoch 27.04. 09:45 - 13:00 Seminarraum 4 Sensengasse 3a 1.OG
  • Mittwoch 11.05. 09:45 - 13:00 Seminarraum 4 Sensengasse 3a 1.OG
  • Mittwoch 25.05. 09:45 - 13:00 Seminarraum 4 Sensengasse 3a 1.OG
  • Mittwoch 08.06. 09:45 - 13:00 Medien-und Methodenlabor Sensengasse 3a 2.OG
    Seminarraum 4 Sensengasse 3a 1.OG
  • Mittwoch 22.06. 09:45 - 13:00 Seminarraum 4 Sensengasse 3a 1.OG

Information

Ziele, Inhalte und Methode der Lehrveranstaltung

Partizipative und subjektwissenschaftliche Forschungsstrategien haben zum Ziel, mit Menschen zu forschen und nicht über oder für sie (Markard, 2010; Bergold & Thomas, 2012). Die Forschung soll den Mitforschenden nutzen, indem zusammen mit ihnen versucht wird, ihre soziale Wirklichkeit nicht nur zu verstehen, sondern auch Veränderungsprozesse anzustoßen (Bergold & Thomas, 2012).

Ziel der Lehrveranstaltung ist es, subjektwissenschaftliche und partizipative Forschungsstrategien kennenzulernen und auch einzelne Methoden bzw. Forschungsschritte zu durchzuführen. Hierzu werden wir zentrale Texte zu diesen Ansätzen sowie ausgewählte Studien lesen und gemeinsam reflektieren.

Die Studierenden werden zunächst in die Methodologie der Kritischen Psychologie als Subjektwissenschaft und der Partizipativen Forschung eingeführt, sie lernen wichtige Phasen in einem subjektwissenschaftlichen und partizipativen Forschungsprozess sowie einzelne Methoden kennen, um hierauf aufbauend die Potenziale und Herausforderungen dieser Forschungsstrategien zu diskutieren. Hierbei stehen sowohl ethische Fragen, Fragen der Repräsentation, der Macht und Positionalität im Fokus der Auseinandersetzung. Im Rahmen der Lehrveranstaltung werden die Studierenden in Kleingruppen ein partizipatives und/oder subjektwissenschaftliches Forschungskonzept erstellen und dieses in der Gruppe durchführen. Angedacht ist, dass am Ende des Seminars alle Kleingruppen ihre Ergebnisse vorstellen, um einander an ihren Forschungsprozessen teilhaben zu lassen und sich über die gesammelten Erfahrungen auszutauschen.

Methoden:
Es wird verpflichtende Textlektüre zur Vorbereitung einzelner Einheiten geben. Um eine gemeinsame Diskussionsgrundlage für die Seminareinheiten zu schaffen, werden die Studierenden gebeten, zentrale Punkte der gelesenen Texte sowie eigene Reflexionen hierzu schriftlich festzuhalten und auf moodle hochzuladen. Zudem soll ein Forschungstagebuch geführt werden, in dem zentrale Überlegungen und Erkenntnisse festgehalten werden können. Ergänzend zu traditionelleren Lehrmethoden (wie z.B. Diskutieren von Texten) verwenden wir ausgewählte partizipative und workshopartige Methoden. Wichtig ist es uns, eine respektvolle Atmosphäre zu schaffen und einen Raum zu öffnen, in dem verschiedene Perspektiven und Erfahrungswelten geteilt werden können.

Im Seminar erwartet die Teilnehmenden Einzel- und Gruppenarbeiten, wobei das Forschungsprojekt in einer selbstgewählten Kleingruppe durchgeführt werden soll. Die Durchführung eigenständiger Forschungsschritte, aufbauend auf dem Erlernten, ist wichtiger Bestandteil des Seminars. Bitte beachten Sie somit, dass ein großer Teil des aufkommenden „workloads“ im Rahmen der LV während des laufenden Semesters zu erbringen ist. Die primäre Arbeitssprache der Lehrveranstaltung wird Deutsch sein, wobei alle Studierenden eingeladen sind, auch andere Sprachen einzubringen. Bei der Auswahl der zu lesenden Literatur wird es sich um deutsch- wie auch englischsprachige Texte handeln. Es wird mit der Lernplattform moodle sowie mit Padlet gearbeitet.

Art der Leistungskontrolle und erlaubte Hilfsmittel

Das Beurteilungsschema setzt sich aus mehreren Teilleistungen zusammen, wobei jede dieser Teilleistungen positiv beurteilt werden muss. Die einzelnen Teilleistungen werden zu Beginn der Lehrveranstaltung nochmal genauer vorgestellt und gemeinsam besprochen.

1) Teilnahme – 20 Punkte
Die Einheiten bauen aufeinander auf, weshalb eine regelmäßige Teilnahme wünschenswert ist. Generell kann 25 % von der Lehrveranstaltungszeit unentschuldigt gefehlt werden. Bei weiteren Fehlzeiten kann über ausgleichende Aufgaben gesprochen werden.

2) Textarbeit und Bearbeitung von Leseaufgaben – bis zu 30 Punkte
Die Studierenden laden kurze Lesenotizen/Memos zu den gelesenen Texten und rezipierten Videos in moodle hoch, die zur Vorbereitung auf die Diskussionen im Seminar dienen sollen. Zusätzlich wird es kleinere Aufgaben geben, wie beispielsweise Kommentare oder Fragen ins Padlet zu posten. Der gesamte Prozess soll zudem durch das Führen eines Forschungstagebuches begleitet werden.

3) Abschlussprojekt – bis zu 50 Punkte
Die Studierenden stellen im Rahmen einer (Poster-)Präsentation den Ablauf und die Ergebnisse ihres Gruppenforschungsprozesses vor. Anhand der eigenen Projekte wird anschließend gemeinsam über Schwierigkeiten, Unsicherheiten und Vorteile partizipativer und subjektwissenschaftlicher Forschungsprojekte diskutiert. Die gesammelten Erkenntnisse sowie Ergebnisse werden in Form einer Forschungsmappe nach Abschluss der Lehrveranstaltung abgegeben.

Mindestanforderungen und Beurteilungsmaßstab

Benotungsschema:
Ab 50 Punkten: Genügend (4)
ab 60 Punkten: Befriedigend (3)
ab 70 Punkten: Gut (2)
ab 80 Punkten: Sehr Gut (1)

Prüfungsstoff

Literatur

Bergold, J., & Thomas, S. (2012). Partizipative Forschungsmethoden: Ein methodischer Ansatz in Bewegung. Forum Qualitative Sozialforschung / Forum: Qualitative Social Research, 13(1), Art. 30, http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:0114-fqs1201302
Brenssell, A., & Lutz-Kluge, A. (2020). Partizipative Forschung und Gender: Emanzipatorische Forschungsansätze weiterdenken. Leverkusen: Barbara Budrich Verlag.
Riegel C. (2010). Intersektionalität als transdisziplinäres Projekt: Methodologische Perspektiven für die Jugendforschung. In: C. Riegel, A. Scherr, & B. Stauber (Hrsg.) Transdisziplinäre Jugendforschung. Wiesbaden: Springer VS.
Von Unger, H. (2014). Partizipative Forschung. Einführung in die Forschungspraxis. Wiesbaden: Springer VS.
Wöhrer, V., Arztmann, D., Wintersteller, T., & Harrasser, D. (2017). Partizipative Aktionsforschung mit Kindern und Jugendlichen. Von Schulsprachen, Liebesorten und anderen Forschungsdingen. Wiesbaden: Springer VS.
(wird in der Lehrveranstaltung noch ergänzt)

Zuordnung im Vorlesungsverzeichnis

BM 7 KU II (DU+EW+SB)

Letzte Änderung: Do 11.05.2023 11:27