Universität Wien FIND

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190085 VO M3: Grundfragen der islamischen Ethik im Kontext der islamischen Mystik (Tasawwuf=Sufismus) (2010W)

3.00 ECTS (2.00 SWS), SPL 19 - Bildungswissenschaft

Do 7.10.: 18 - 20 Uhr HS 2G (NIG, 2. Stock)
Fr 8.10.: 17 - 19 Uhr HS 3C (NIG, 3. Stock) wöchentlich

Details

max. 25 Teilnehmer*innen
Sprache: Deutsch

Prüfungstermine

Lehrende

Termine

Zur Zeit sind keine Termine bekannt.

Information

Ziele, Inhalte und Methode der Lehrveranstaltung

Grundfragen der islamischen Ethik im Kontext der islamischen Mystik (Sufismus)

Dieses Modul ist inhaltlich mit dem ersten Modul verbunden, denn die Ausübung der Tugenden (makarim, fazaiil) im Leben und Wirken des Propheten(sunna)ist das wesentlichste Vorbild für die muslimischen Mystiker in ihrem Weg (tariqa) zur Verinnerlichung des Einheitsbekenntnis (tauhid) in ihrem täglichen Leben. Der Koran unterscheidet zwischen dem "Zungenglauben" und "Herzenglauben" und diese Unterscheidung haben die Sufis ans Herz genommen. Sie Unterscheiden drei Ebene in der Verwirklichung der Botschaft: Islam(scharia`), Iman (tariqa) und Ihsan (haqiqa) und setzen sich das letzte Ebene, nämlich die Praxis der Ihsan als Ziel. Ihsan bedeutet für die Sufipraxis Gott in jedem Augenblick Anwesend (hazir und nazir) zu wissen und jede Handlung Angesichts Gottes zu vollziehen. Dieses Bewusstsein der göttlichen Präsenz bei jeder Handlung ist die Grundlage der Ethik im Islam, das dem "Gewissen" und der Imperative der praktischen Vernunft (Kant) in der europäischen Tradition entspricht.
Die historischen Anfänge des Tasawwuf (=Sufismus) setzt man ca. ab 8. Jh. ein. Analyse der Hintergründe der Entstehung dieses Phänomens in der islamischen Geistesgeschichte wird die Studierenden mit den Grundproblemen der "islamischen Gesellschaft" (umma) nach dem Tode des Propheten, die zur Entstehung der religiösen Gruppierungen führte vertraut machen. Sufismus zeigt sich in seinen ersten Phasen als eine extreme moralisch-asketische Reaktion auf den Verfall des islamischen Wertverständnisses der "pluralistischen" Gesellschaft des 8. Jhs., der infolge von der immensen territorialen Expansionen vorgekommen war. Es werden parallele Symptome veranschaulicht, die in der Geschichte der Menschheit sich unvermeidlich wiederholen, wenn die "innere" (religiös-moralische) Dimensionen des Lebens nicht mit den "äußeren" (machtpolitischen) Entwicklungen Schritthalten können. Viele verhängnisvolle Probleme unserer Zeit (Umwelt, Familie, Menschenwürde…) die infolge des einseitigen politisch-wirtschaftlichen Globalisierungsprozess entstanden sind, rufen ähnliche Reaktionen hervor, die die Motivationen der ersten klassischen Sufis waren.
Diese Probleme ethisch zu thematisieren und aus der Sicht der muslimischen klassischen Mystik zu beleuchten gehört u. a. zum Lehrinhalt dieser Lehrveranstaltung.

Art der Leistungskontrolle und erlaubte Hilfsmittel

Mündliche oder schriftliche Prüfung am Ende des Semesters

Mindestanforderungen und Beurteilungsmaßstab


Das Ziel der LV. ist die für die heutigen Problemfelder brauchbare ethische Lehre des Islam an Hand der Sufilehre- und Methode zu vergegenwärtigen und als eine Möglichkeit zur Neuorientierung in der Begegnung mit den anderen "Methoden" in Erwägung zu ziehen. Dabei ist das besondere Augenmerk an die Werte zu richten die universelle Stellung bei allen Religionen und Kulturen besitzen und als eine Gemeinsame Ausganglage für das friedliche Leben Miteinander fungieren könnten.

Prüfungsstoff

Vorlesung mit Diskussionsmöglichkeiten

Literatur

Eine Literaturliste wird zu Beginn der LV. Ausgeteilt:
Ghazali, Ibn Arabi, Rumi…Klassiker der islamischen Mystik als Grundlage und Sämtliche Werke von S.H. Nasr, A. Schimmel, M. Lings, F. Schuon, T. Burckhart….


Zuordnung im Vorlesungsverzeichnis

Letzte Änderung: Mo 07.09.2020 15:37