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Achtung! Das Lehrangebot ist noch nicht vollständig und wird bis Semesterbeginn laufend ergänzt.

190100 SE WM-M13 Bildung, Sozialisation und Gesellschaft (2017W)

Jugendgenerationen und Demokratiebildung 1968 - 2018

5.00 ECTS (2.00 SWS), SPL 19 - Bildungswissenschaft
Prüfungsimmanente Lehrveranstaltung

Fr 06.10. 13:15-18:15 Seminarraum 1 Sensengasse 3a 1.OG

An/Abmeldung

Details

max. 25 Teilnehmer*innen
Sprache: Deutsch

Lehrende

Termine (iCal) - nächster Termin ist mit N markiert

Samstag 07.10. 09:00 - 16:00 Seminarraum 1 Sensengasse 3a 1.OG
Freitag 02.02. 09:00 - 16:00 Seminarraum 1 Sensengasse 3a 1.OG
Samstag 03.02. 09:00 - 16:00 Seminarraum 1 Sensengasse 3a 1.OG

Information

Ziele, Inhalte und Methode der Lehrveranstaltung

„Die Jugend von heute liebt den Luxus, hat schlechte Manieren und verachtet die Autorität.“ (Sokrates) Jede Gesellschaft macht sich ein Bild von „ihrer“ Jugend. Das wahrgenommene Generationenverhältnis wird mit einer Vorstellung von der richtigen Antwort der Erziehung in Familie, Schule und Jugendarbeit diskursiv verknüpft. Wie sollen demokratischen Gesellschaften auf Formen des Jugendprotests angemessen antworten? Denn auch „die Welt bedarf eines Schutzes, damit sie von dem Ansturm des Neuen, das auf sie mit jeder neuen Generation einstürmt, nicht überrannt und zerstört werde.“ (Hannah Arendt: Die Krise der Erziehung, 1958).

Im Seminar erfolgt zunächst eine kritische Einführung in das Konzept der Generation in der Wissenssoziologie (Karl Mannheim, 1928), in der pädagogischen und soziologischen Jugendkulturforschung sowie in der kommerziellen Trendforschung.

Als exemplarische Fallstudie dient uns zunächst die 1968er Generation, weil diese internationale Bewegung (Wien, Paris, Prag …) als Impulsgeber von Bildungsreformen bis heute diskursrelevant ist. Entsprechend den Interessen der Teilnehmenden erfolgt dann ein Blick auf die weitere Generationenfolge bis in die Gegenwart: Neuer Sozialisationstyp, Generation Golf, Generation X, Y und aktuell Z, die „heimlichen Revolutionäre“? Dabei können spezielle Aspekte schwerpunktmäßig untersucht werden, zum Beispiel einzelne Jugendkulturen (Punks, Skins), Migration, Gender, intergenerationelle Erinnerung und Traumata. Ein Blick auf die Generationenlagerung in China (Kulturrevolution) oder Nordafrika (Arabellion) schärft die Wahrnehmung durch maximale Kontrastierung. Ein Schwerpunkt werden aber auch die Tradition der Jugendforschung in Österreich sowie die Jugendarbeit in Wien sein.
Jeweils eine Arbeitsgruppe widmet sich einer politischen Generation. Als Präsentationsformat wird ein Vorschlag für ein mögliches Ausstellungskonzept bzw. ein Webinar erarbeitet, zum Beispiel für das geplante Haus der Geschichte in Wien oder für eine der internationalen Wiener Partnerstädte. Entsprechend geeignete materiale Objekte und Selbstzeugnisse werden für eine exemplarische Präsentation ausgewählt und kommentiert: Fotografien, Jugendtagebücher, Schülerzeitungen, Interviews, Erziehungsratgeber, Adoleszenzromane und –filme u.ä. Praxiskontakte zum Wiener Demokratiezentrum oder dem Wiener Institut für Jugendkulturforschung, sind möglich.

Art der Leistungskontrolle und erlaubte Hilfsmittel

Das Seminar ist prüfungsimmanent. Die erste Teilleistung besteht aus der Präsentation und Gestaltung einer Seminarsitzung zu einer Generationengestalt und pädagogischen Reaktionen darauf. Aufgabe ist die exemplarische Vermittlung der zeitgenössischen Gesellschaftskultur im Spiegel ihrer Generationenlagerung und den jeweiligen Antwortversuchen aus dem Erziehungssystem (Erziehungsratgeber, Elternzeitschriften, Konzepte der Jugend- und Sozialarbeit, Jugendpolitik).Die zweite Teilleistung besteht daran anschließend aus der Erstellung eines Moduls für eine mögliche Ausstellung bzw. Webinar.

Mindestanforderungen und Beurteilungsmaßstab

Grundbegriffe: (politische) Generation, Demokratiebildung, Jugendkultur, Jugendprotest, Generationenlagerung, Erziehungsstil
Lebendiges zeithistorisches Vorstellungsbild: Die Vermittlung zeithistorischer und aktueller Generationenbilder soll anderen wie auch uns selbst ein vertieftes Verständnis der Dynamik von Gesellschaft und Kultur und den Spielräumen von Erziehung und Bildung ermöglichen (Zeitdiagnose).

Prüfungsstoff

Ausarbeitung zu einer selbstgewählten Teilfragestellung innerhalb des Rahmenthemas nach individuellen Interessenschwerpunkten und beruflichen Qualifizierungszielen; Präsentation und diskursive Reflexion in der Seminargruppe.

Literatur

Es wird ein Handapparat in der BIWI-Bibliothek eingerichtet sowie einen Reader mit Basistexten erstellt.
online:
www.jugendportal.at
www.generation-what.at

Bernfeld, Siegfried: Trieb und Tradition im Jugendalter (1931). Werke Bd. 7
Böhnisch, Lothar u.a.: Jugend ermöglichen: Zur Geschichte der Jugendarbeit in Wien. Wien 2015
Eschner, Carmen: Erziehungskonzepte im Wandel. Wiesbaden 2017
Heinzelmaier, Bernhard/Ikrath, Phillip: Generation Ego. Die Werte der Jugend im 21. Jahrhundert. Wien 2013
Hurrelmann, Klaus; Albrecht, Erik: Die heimlichen Revolutionäre. Wie die Generation Y unsere Welt verändert. Weinheim 2014
Jugend 2015. Eine pragmatische Generation im Aufbruch. Frankfurt 2015
Keller, Fritz: Wien, Mai 68 eine heiße Viertelstunde. Wien 3/2008
Plänkers, Thomas: Chinesische Seelenlandschaften. Göttingen 2010
Rosenmayr, Leopold/Allerbeck, Klaus: Aufstand der Jugend? München 1971
Soff, Marianne: Jugend im Tagebuch. Weinheim 1989
Winterhoff, Michael: Warum unsere Kinder Tyrannen werden. München 2010
und zahlreiche weitere Erziehungsratgeber seit 1968 sowie Elternzeitschriften
Fachliteratur und Beispiele (Kataloge) zur Museumspädagogik/Ausstellungsdidaktik sowie zur Didaktik des E-Learning (Webinare)

Zuordnung im Vorlesungsverzeichnis

WM-M13

Letzte Änderung: Mi 09.08.2017 09:49