Universität Wien

190108 SE M7.3 Entwicklungsprozesse in Beratung und Psychotheraphie (2020W)

Psychodynamische Zugäng zu Beratung und Psychotherapie

5.00 ECTS (2.00 SWS), SPL 19 - Bildungswissenschaft
Prüfungsimmanente Lehrveranstaltung

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Details

max. 25 Teilnehmer*innen
Sprache: Deutsch

Lehrende

Termine (iCal) - nächster Termin ist mit N markiert

Das Seminar findet online statt.

  • Freitag 23.10. 14:00 - 18:15 Digital
  • Samstag 24.10. 09:00 - 13:00 Digital
  • Freitag 13.11. 09:00 - 13:00 Digital
  • Samstag 14.11. 09:00 - 13:00 Digital
  • Freitag 11.12. 14:00 - 18:15 Digital
  • Samstag 12.12. 09:00 - 13:00 Digital

Information

Ziele, Inhalte und Methode der Lehrveranstaltung

Entwicklungsprozesse in Beratung und Psychotherapie werden aus psychoanalytischer Perspektive betrachtet und entsprechendes Datenmaterial wird mit Hilfe der Methode der Tiefenhermeneutik rekonstruiert.
Das gemeinsame Verstehen und Interpretieren von Texten findet in drei Seminarblöcken statt. Im ersten Block werden eine Psychoanalyse Freuds (»Der Rattenmann«) und eine von ihm durchgeführte Beratung und Supervision (»Der kleine Hans«) diskutiert. Im zweiten Block werden eine Stunde aus einer analytischen Lanzeittherapie und eine Sitzung aus einer tiefenpsychologisch fundierten Psychotherapie tiefenhermeneutisch ausgewertet. Anschließend wird die tiefenhermeneutische Rekonstruktion des Verlaufs einer analytischen Langzeittherapie erörtert. Im dritten Block werden Texte zur Beratung und Supervision besprochen und anhand exemplarisch ausgewählten Datenmaterials tiefenhermeneutisch ausgewertet.

Art der Leistungskontrolle und erlaubte Hilfsmittel

Die Leistungskontrolle setzt sich aus zwei Teilen zusammen. Zunächst einmal können Referate zum Seminarthema übernommen werden, die mit der Erstellung eines Thesenpapieres verbunden sind. Sodann sollten sich vier Studierende zusammentun, um gemeinsam eine tiefenhermeneutische Gruppeninterpretationen einer psychotherapeutischen Sitzung, einer Fallgeschichte oder eines Beratungsgesprächs zu erstellen.

Mindestanforderungen und Beurteilungsmaßstab

Die Qualität der Referate wird danach beurteilt, in welchem Maße es gelungen ist, das Thema auf eine differenzierte und überzeugende Weise darzustellen. Hierzu gehört auch die Einschätzung, inwieweit das Thesenpapier nachvollziehbar und plausibel ist. Die Hausarbeit wird daran gemessen, inwieweit es der Kleingruppe gelungen ist, sich auf das Datenmaterial emotional einzulassen und anhand von Irritationen die szenische Gestalt der Interaktionssequenz einer therapeutischen Sitzung bzw. einer Fallgeschichte oder eines Beratungsgesprächs auf eine nachvollziehbare und in sich konsistenten Weise zu interpretieren. Zudem soll ausgelotet werden, wie sich die Bedeutung dieser Interaktionspraxis in der Spannung zwischen einem manifesten und einem latenten Sinn entfalten könnte.

Prüfungsstoff

Literatur

Freud, S. (1909): Analyse der Phobie eines fünfjährigen Knaben. GW Bd. 7, S. 241-377.

Freud, S. (1909): Bemerkungen über einen Fall von Zwangsneurose. GW Bd. 7, S. 379-463.

König, H.-D. (2014): Affekte. Gießen (Psychosozial-Verlag).

König, H.-D. (2015): Liebe, Tod und Sexualität. Tiefenhermeneutische Rekonstruktion einer Langzeittherapie, ihre psychoanalytische und kulturanalytische Bedeutung. In: Thierry Simonelli, Siegfried Zepf (Hrsg.): Verstehen und Begreifen in der Psychoanalyse. Erkundungen zu Alfred Lorenzer, 195-247. Gießen (Psychosozial-Verlag).

Lorenzer, Alfred (1970): Sprachzerstörung und Rekonstruktion. Vorarbeiten zu einer Metatheorie der Psychoanalyse, Frankfurt am Main (Suhrkamp) 1973.

Lorenzer, Alfred (1984b): Intimität und soziales Leid. Archäologie der Psychoanalyse, Frankfurt am Main (Fischer).
Schnoor, Heike (2012): Psychodynamische Beratung in pädagogischen Handlungsfeldern. Gießen (Psychosozial-Verlag)

Zuordnung im Vorlesungsverzeichnis

M7.3

Letzte Änderung: Fr 12.05.2023 00:18