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190117 SE WM-M14 Bildung und Gender (2018W)

Bildung im höheren Alter - Intersektionale Perspektiven

5.00 ECTS (2.00 SWS), SPL 19 - Bildungswissenschaft
Prüfungsimmanente Lehrveranstaltung

An/Abmeldung

Hinweis: Ihr Anmeldezeitpunkt innerhalb der Frist hat keine Auswirkungen auf die Platzvergabe (kein "first come, first served").

Details

max. 25 Teilnehmer*innen
Sprache: Deutsch

Lehrende

Termine (iCal) - nächster Termin ist mit N markiert

Montag 08.10. 17:00 - 19:15 Seminarraum 5 Sensengasse 3a 1.OG
Freitag 19.10. 13:15 - 19:00 Seminarraum 4 Sensengasse 3a 1.OG
Samstag 20.10. 10:00 - 15:45 Seminarraum 4 Sensengasse 3a 1.OG
Freitag 23.11. 13:15 - 17:15 Seminarraum 4 Sensengasse 3a 1.OG
Samstag 24.11. 10:00 - 14:30 Seminarraum 4 Sensengasse 3a 1.OG
Montag 10.12. 17:00 - 19:15 Seminarraum 7 Sensengasse 3a 2.OG

Information

Ziele, Inhalte und Methode der Lehrveranstaltung

Inhalt:
Intersektionale Perspektiven sind mittlerweile im Sinne eines Paradigmas im Mainstream der deutschsprachigen Genderforschung angekommen (vgl. Walgenbach 2012). Welche Intersektionalitätskategorien jedoch in aktuellen Diskursen als relevant angesehen werden, 'ist eine viel diskutierte und nicht abgeschlossene Debatte in den deutschsprachigen Gender Studies' (Chebout 2011, S. 53). Neben der lange Zeit als '’master category’' (Hark 2009, S. 37) angesehenen Kategorie ‚Geschlecht’, sollen im vorliegenden Seminar die im Rahmen der Queer Theory etablierte und fokussierte Machtkategorie der Sexualität (vgl. ebd.) und damit sexuelle Orientierung als gesellschaftsstrukturierende Ungleichheitskategorie fokussiert werden. Im Sinne einer dritten Dimension soll des Weiteren noch speziell die Strukturkategorie Alter in die intersektionale Analyse aufgenommen werden. Denn aktuell ist zu diagnostizieren, dass die 'Kategorie ‚Alter’ in der deutschsprachigen Diskussion weitgehend unberücksichtigt' (Richter 2012, S. 123) bleibt. Als vierte Ebene wird darüber hinaus noch die Kategorie der sozialen Schicht einbezogen und Fragen nach den Bildungschancen ausgehend von der sozialen Schicht und der Rolle der institutionellen Rahmenbedingungen nachgegangen.

Anhand grundlegender Texte soll eine Einführung in die deutschsprachige Konzeption und Diskussion von Intersektionalität vollzogen werden um darauf aufbauend die vier genannten Fokuskategorien Geschlecht, sexuelle Orientierung, soziale Schicht und Alter zum Einen Einzeln und zum Anderen in ihrer interdependenten Verwobenheit in den Blick genommen werden. Auf Basis dieser theoretischen Grundlage werden anschließend Fragen zu Bildung im Alter und diesbezügliche wissenschaftliche Diskurse erörtert, wobei Fragen nach diskursiven Ein- und Ausschlüssen sowie Barrieren im Zugang aus der zuvor erarbeiteten intersektionalen Perspektive diskutiert werden.

Darauf aufbauend wird im zweiten Seminarteil qualitative sozialwissenschaftliche Bildungsforschung umgesetzt: Einerseits wird der Blick auf Organisationen und Bildungsangebote für ältere Menschen im dritten und vierten Lebensalter in Österreich gelegt und andererseits werden individuelle Bildungsbiographien beispielhaft beleuchtet. Beide Aspekte werden mit der Methode der qualitativen Inhaltsanalyse (Froschauer/Lueger 2003) bearbeitet.

Art der Leistungskontrolle und erlaubte Hilfsmittel

durchgängige Anwesenheit, aktive Mitarbeit, Literaturrecherche, Lektüre Basisliteratur, Referat, Seminararbeit

Mindestanforderungen und Beurteilungsmaßstab

Didaktische Methoden und Ziele:

Im Rahmen des Seminars sollen sowohl theoretische Diskurse auf Basis ausgewählter Grundlagentexte erörtert werden als auch qualitative Interviews durchgeführt werden. In Form dieser aufbauenden Herangehensweise soll den Studierenden die Notwendigkeit theoretischer Reflexion und Rückbindung im Zusammenhang mit qualitativ sozialwissenschaftlicher Erhebung anhand spezifischer sozial-struktureller Lebenslagen verdeutlicht werden. Im Fokus stehen dabei Menschen im dritten und vierten Lebensalter mit besonderer Berücksichtigung der intersektionalen Schnittstelle von Alter mit Geschlecht, sozialer Schicht und sexueller Orientierung.

Neben dem Einbezug intersektionaler Geschlechtertheorien, bildungswissenschaftlicher Altersdiskurse werden im Sinne qualitativer Perspektiven die Ebenen der Organisation ebenso wie des Individuums bzw. marginalisierter Gruppen eingebunden.

Die Bearbeitung der einzelnen Themenblöcke erfolgt in Form der Lektüre und Diskussion von Grundlagentexten sowie durch Referate, wobei in semesterübergreifenden Themengruppen zusammengearbeitet wird. Die Studierenden können entsprechend ihrer Vorerfahrungen sowie ihres aktuellen Studieninteresses entweder in theoretisch-diskursiven Erörterungen oder in der Umsetzung qualitativer Erhebungsmethoden ihre Kompetenzen schärfen.

Nach diesem Kurs sollen die Studierenden
- Grundbegriffe der intersektionalen Geschlechterforschung kennen
- Grundwissen über intersektionale Theorien und ausgewählte Strukturkategorien haben und sich auf deren Interdependenzen bildungswissenschaftlich rückbeziehen können
- Bildungswissenschaftliche Diskurse zu Alter bzw. zu Bildung im Alter kennen
- Organisationen und Bildungsmaßnahmen im Hinblick auf Ihren Einbezug ältere Personen als Zielgruppe analysieren können
- Intersektionale Ausschlussmechanismen im Hinblick auf ältere Menschen und Bildungsbarrieren kennen
- Die Erhebungsmethode des qualitativen Interviews kennengelernt und teilweise selbst umgesetzt haben
- Bewusstsein für gesellschaftliche Ungleichheitsmechanismen und -strukturen haben
- Eigene Fragen im Hinblick auf bildungswissenschaftliche Perspektiven im intersektionalen Kontext stellen können

Prüfungsstoff

Literatur

Literaturliste wird zu Beginn des Seminars zur Verfügung gestellt.

Zuordnung im Vorlesungsverzeichnis

WM-M14

Letzte Änderung: Mo 07.09.2020 15:37