Universität Wien

190148 SE 5.8.4 Die Macht der Sprache und die Kraft der Bilder (2009S)

Zur postmodernen Dialektik von Sprache und Bild und ihren Folgen für das Subjekt

4.00 ECTS (2.00 SWS), SPL 19 - Bildungswissenschaft
Prüfungsimmanente Lehrveranstaltung

An/Abmeldung

Hinweis: Ihr Anmeldezeitpunkt innerhalb der Frist hat keine Auswirkungen auf die Platzvergabe (kein "first come, first served").

Details

max. 25 Teilnehmer*innen
Sprache: Deutsch

Lehrende

Termine (iCal) - nächster Termin ist mit N markiert

  • Dienstag 17.03. 18:00 - 19:30 (Erkerzimmer, Garnisongasse 3/2. Stock, 1090 Wien)
  • Freitag 15.05. 13:00 - 19:00 (Großer Seminarraum, Garnisongasse 3/2. Stock, 1090 Wien)
  • Freitag 29.05. 13:00 - 19:00 (Großer Seminarraum, Garnisongasse 3/2. Stock, 1090 Wien)
  • Freitag 19.06. 13:00 - 19:00 (Großer Seminarraum, Garnisongasse 3/2. Stock, 1090 Wien)
  • Dienstag 23.06. 17:00 - 20:00 (Erkerzimmer, Garnisongasse 3/2. Stock, 1090 Wien)

Information

Ziele, Inhalte und Methode der Lehrveranstaltung

Die Repräsentation der Welt ist ein Kontinuum aus Wörtern und Bildern. Sie bilden die fundamentalen Register innerhalb derer sich das Subjekt entwickelt und mittels derer es sich die Welt aneignet. Nach Jacques Lacan sprechen wir hierbei vom Symbolischen und Imaginären. Identität meint zunächst (s)einem Bild einen Namen geben - jede InhaberIn eines Reisepasses kann sich davon überzeugen. Sprache und sprechen, sehen und zeigen, Stimme und Blick konfrontieren uns aber immer auch mit einem Teil des Fremden in uns, etwas das "durch" uns spricht, das uns "anblickt" von einem Punkt aus, der dem eigenen Sehen entzogen ist. Wir treffen auf den Bereich des Unbewussten und seiner Triebkraft. Der Andere tritt auf, spricht uns an, nimmt uns in den Blick und eröffnet somit das Feld des Sozialen und damit auch das Feld des Politischen.

Sowie die Sprache das Subjekt in die symbolische Ordnung einreiht und damit dem Gesetz unterwirft, begründet die Macht der Sprache auch die Ordnung des Diskurses, der insofern immer auch ein Herrschaftsdiskurs ist. Hierüber haben Strukturalisten und Poststrukturalisten ausreichend berichtet. Doch scheint am Beginn des 21. Jahrhunderts der "linguistic turn" zusehends von einem "pictorial turn" abgelöst zu werden, die Macht des Sichtbaren erkämpft ihre Vormachtstellung gegenüber dem Klang der Wörter. Daraus ergeben sich neue Verhältnisse von Sprache und Bild, deren Konsequenzen zu diskutieren, deren Normierungen zu hinterfragen sind.

Das Seminar versucht zunächst einen Einblick und Überblick in die vorherrschenden Sprach- und Bildtheorien des 20. Jahrhunderts zu vermitteln, um dadurch eine Auseinandersetzung zur Frage heutiger Subjektivität im Spannungsfeld von Bild und Wort zu ermöglichen. Daraus resultierende Folgen, gesellschaftspolitische Konsequenzen sowie Utopien einer Verschiebung hegemonial symbolischer Grenzen und der Entwicklung alternativ imaginärer Schemas, wie sie Judith Butler versucht hat zu zeigen, sollen diskutiert werden.

Das Seminar findet im Rahmen eines Lektüreseminars statt und erfordert von den TeilnehmerInnen sich mit einem umfangreichen, teilweise englischsprachigen Textkörper auseinanderzusetzen. Die Teilnahme an Referatsgruppen, sowie das Verfassen einer eigenständigen Seminararbeit sind für einen positiven Erfolg Voraussetzung.

Art der Leistungskontrolle und erlaubte Hilfsmittel

Mindestanforderungen und Beurteilungsmaßstab

Prüfungsstoff

Literatur


Zuordnung im Vorlesungsverzeichnis

5.8.4

Letzte Änderung: Mo 07.09.2020 15:37