Universität Wien FIND

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200213 SE Identity and Belonging (2020W)

Psychoanalyse und Kritische Theorie: Perspektiven psychoanalytischer Ideologie- und Machtkritik

4.00 ECTS (2.00 SWS), SPL 20 - Psychologie
Prüfungsimmanente Lehrveranstaltung

An/Abmeldung

Details

max. 25 Teilnehmer*innen
Sprache: Deutsch

Lehrende

Termine (iCal) - nächster Termin ist mit N markiert

Anmeldung:
Im Rahmen des e-Learning Ansatzes der Universität Wien werden wir die Auswahl der Teilnehmenden an diesem Seminar per Online-Anmeldung durchführen,
zu diesem Zweck bitten wir jede/n Studierende/n eine E-Mail an folgende Adresse zu schicken: alexander.michael.corlath@univie.ac.at

In dieser Mail sollen folgende Informationen enthalten sein
1. Name, Matrikelnummer und Studiengang/Studiengänge
2. Anzahl der erreichten ECTS pro Studiengang (Fortschritt des Studiums)
3. Eine kurze Begründung weshalb Interesse besteht an diesem Seminar teilzunehmen (akademisch und privat)

Anmeldeschluss ist der 18.10, Anmeldungen danach können nicht mehr berücksichtigt werden. Die Studierenden werden entsprechend per Mail über Zusagen/Absagen informiert und erhalten infolgedessen weitergehende Informationen zum Ablauf des Seminares. Falls es mehr Interessent*innen gibt, erfolgt die Auswahl auf Grund Punkt 3.

Freitag 23.10. 14:00 - 16:00 Digital
Samstag 07.11. 11:00 - 19:00 Hörsaal A Psychologie, NIG 6.Stock A0606
Freitag 27.11. 14:00 - 18:00 Digital
Samstag 12.12. 11:00 - 19:00 Hörsaal A Psychologie, NIG 6.Stock A0606

Information

Ziele, Inhalte und Methode der Lehrveranstaltung

Die Veranstaltung widmet sich dem Verhältnis von Psychoanalyse und Kritik. Inwiefern können die Psychoanalyse und die psychoanalytisch ausgerichtete Sozialpsychologie neuartige Perspektiven der Kritik von Macht und Herrschaft eröffnen? Dies ist die Grundfrage, mit welcher sich das Seminar befasst. Ausgangspunkt ist die Psychoanalyse Sigmund Freuds, die nicht nur die Behandlung von psychisch Kranken revolutioniert, sondern auch wichtige Impulse für die Gesellschaftskritik gesetzt hat, indem sie kulturtheoretischen Grundproblemen nachgegangen ist. Nicht zuletzt deshalb hatte bereits die Frankfurter Schule der ersten Generation die Psychoanalyse in transdisziplinärer Perspektive für eine kritisch ausgerichtete Sozialforschung fruchtbar gemacht. Anspruch der frühen Frankfurter Schule war angesichts der Katastrophe von zwei Weltkriegen und dem Holocaust die »subjektiven Bedingungen der objektiven Irrationalität« zu erforschen. Bis heute greift eine Vielzahl gesellschaftskritisch ausgerichteter Theorien zum Beispiel im feministischen oder postkolonialen Kontext auf psychoanalytische Denkfiguren zurück, wenn sie Fragen der Subjektivierung oder auch der Wissensproduktion im Kontext unbewusst normierender und normalisierender Macht problematisieren. Ziel der Veranstaltung ist die Kritische Theorie und die Psychoanalyse auf aktuelle Problemzusammenhänge anzuwenden und zu erörtern, inwieweit die psychoanalytische Theorie für eine Ideologiekritik der modernen Gesellschaft fruchtbar gemacht werden kann.
Lernziel ist die Befähigung zur Reflexion verschiedener theoretischer Ansätze im Kontext einer kritisch angewendeten Psychoanalyse und die Befähigung zur psychoanalytisch ausgerichteten Analyse aktueller gesellschaftlicher Problemstellungen.

Art der Leistungskontrolle und erlaubte Hilfsmittel

Regelmäßige Teilnahme und Lektürearbeit! Referat: Handout zum Referat, PowerPoint-Präsentation mit Fragen und Thesen sowie Diskussionsleitung, Essay: 12 Seiten Umfang.

Gewichtung:
1. Präsentation: 30 Punkte
2. Seminararbeit: 50 Punkte
3. mündliche Mitarbeit 20 Punkte

Für eine positive Beurteilung der Lehrveranstaltung sind 60 Punkte erforderlich:
1 (sehr gut) 100-90 Punkte
2 (gut) 89-81 Punkte
3 (befriedigend) 80-71 Punkte

Mindestanforderungen und Beurteilungsmaßstab

Das Lektüre-Seminar wird als Präsenzveranstaltung im Block sowie online stattfinden. Besonderer Wert wird auf die Diskussionen gelegt, weshalb die mündliche Teilnahme und Präsentation auch in die Benotung einbezogen werden! Grundsätzlich gilt: Ein Seminar ist immer so gut, wie diejenigen, die sich an ihm beteiligen (das gilt sowohl für die Studierenden wie auch für die Seminarleitung). Um die Diskussionen zu fördern, möchte ich die Seminarteilnehmer_innen daher bitten, die Referate so auszurichten, dass eine kontroverse Diskussion ermöglichen. Diskussionen leben von Thesen also nur Mut zur Begründung eigener Positionen! Daher sollen die Texte im Rahmen von Präsentationen nicht nur zusammengefasst, sondern systematisch angewendet werden, d.h. entweder indem sie in das Verhältnis zu anderen Positionen gebracht oder/und indem sie auf aktuelle Probleme bezogen werden. Die Texte sind oft schwierig, daher ist die gemeinsame Seminardiskussion auch eine Hilfestellung, um sich theoretische Positionen zu erschließen. Letzteres ist wiederrum eine gute Übung auch für das Schreiben von Masterarbeiten.

Prüfungsstoff

Prüfungsrelevant sind für das Essay der Inhalt der Lehrveranstaltungen, dabei ist jedoch eine eigene Setzung von Schwerpunkten möglich.

Literatur

Literatur:
Adorno, T. W., M. Horkheimer 2008: Dialektik der Aufklärung. Philosophische Fragmente, Frankfurt am Main: S. Fischer Verlag. (Auswahl)

Althusser, Louis 1977. Ideologie und ideologische Staatsapparate. Aufsätze zur marxistischen Theorie. Hamburg: VSA (Auswahl)

Benjamin, Jessica 2014: Die Fesseln der Liebe.Psychoanalyse, Feminismus und das Problem der Macht, Frankfurt/Main und Basel. Stroemfeld Verlag (Auswahl)

Butler, Judith, 2001: Psyche der Macht. Frankfurt/M: Suhrkamp (Auswahl)
Butler, Judith 2014: Politik des Todestriebes. Der Fall Todesstrafe, Hg. vom Sigmund Freud Museum Wien, Turia + Kant: Wien (Auswahl)

Butler, Judith 2018. Political Philosophy in Freud: The Death Drive and the Critical Faculty, in: Vanessa Sinclair, Manya Steinkoler 2018: On Psychoanalysis and Violence. Contemporary Lacanian Perspectives. Routledge, S. 21-32

Freud, Sigmund 2000a (1930 [1929]): Das Unbehagen in der Kultur. In: Fragen der Gesellschaft und Ursprünge der Religion, edited by Mitcherlich, Alexander/Richards, Angela/Strachey, James, Vol. IX, Frankfurt/M.: Fischer, S. 193-270.

Freud, Sigmund 2000b (1930 [1929]): Warum Krieg. In: Fragen der Gesellschaft und Ursprünge der Religion, herausgegeben von Mitcherlich, Alexander/Richards, Angela/Strachey, James, Vol. IX, Fischer: Frankfurt/M.: Fischer S. 275-286.
Horkheimer 2011: Traditionelle und kritische Theorie: Fünf Aufsätze.7. Auflage. Frankfurt am Main/Suhrkamp (Auswahl)
Jaeggi, Rahel/ Wesche, Tilo (Hrsg.) 2009: Einleitung: Was ist Kritik, in: Was ist Kritik? Philosophische Positionen, Frankfurt: Suhrkamp, S. 7-2
Marcuse, Herbert 2008: Der eindimensionale Mensch, Frankfurt/Main: Suhrkamp 2008 (Auswahl)
Marcuse, Herbert 1968: Psychoanalyse und Politik, Frankfurt/Main und Wien: Europäische Verlagsanstalt/Europa Verlag (Auswahl)
Žižek, Slavoj 2015: Der göttliche Todestrieb. Sigmund Freud Vorlesung 2015, Hg. vom Sigmund Freud Museum Wien, Turia + Kant: Wien

Zuordnung im Vorlesungsverzeichnis

Letzte Änderung: Do 22.10.2020 14:09