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210035 LK BAK5: LK Theoriegeschichte und Theoriedebatten (2017W)

6.00 ECTS (2.00 SWS), SPL 21 - Politikwissenschaft
Prüfungsimmanente Lehrveranstaltung

Eine Anmeldung über u:space innerhalb der Anmeldephase ist erforderlich! Eine nachträgliche Anmeldung ist NICHT möglich.
Studierende, die der ersten Einheit unentschuldigt fern bleiben, verlieren ihren Platz in der Lehrveranstaltung.

Beachten Sie die Standards guter wissenschaftlicher Praxis.

Die Lehrveranstaltungsleitung kann Studierende zu einem notenrelevanten Gespräch über erbrachte Teilleistungen einladen.
Plagiierte und erschlichene Teilleistungen führen zur Nichtbewertung der Lehrveranstaltung (Eintragung eines 'X' im Sammelzeugnis).

Details

max. 50 Teilnehmer*innen
Sprache: Deutsch

Lehrende

Termine (iCal) - nächster Termin ist mit N markiert

Donnerstag 12.10. 13:15 - 14:45 Hörsaal 1 (H1), NIG 2.Stock
Donnerstag 19.10. 13:15 - 14:45 Hörsaal 1 (H1), NIG 2.Stock
Donnerstag 09.11. 13:15 - 14:45 Hörsaal 1 (H1), NIG 2.Stock
Donnerstag 16.11. 13:15 - 14:45 Hörsaal 1 (H1), NIG 2.Stock
Donnerstag 23.11. 13:15 - 14:45 Hörsaal 1 (H1), NIG 2.Stock
Donnerstag 30.11. 13:15 - 14:45 Hörsaal 1 (H1), NIG 2.Stock
Donnerstag 07.12. 13:15 - 14:45 Hörsaal 1 (H1), NIG 2.Stock
Donnerstag 14.12. 13:15 - 14:45 Hörsaal 1 (H1), NIG 2.Stock
Donnerstag 11.01. 13:15 - 14:45 Hörsaal 1 (H1), NIG 2.Stock
Donnerstag 18.01. 13:15 - 14:45 Hörsaal 1 (H1), NIG 2.Stock
Donnerstag 25.01. 13:15 - 14:45 Hörsaal 1 (H1), NIG 2.Stock

Information

Ziele, Inhalte und Methode der Lehrveranstaltung

Thema des Lektürekurses: Ideologietheorie und Ideologiekritik.
In den vergangenen Jahrzehnten hat sich in den Debatten um Möglichkeiten der Konzeptualisierung der Mechanismen und des gesellschaftlichen Stellenwerts von Ideologien eine Unterscheidung zwischen Ansätzen der Ideologiekritik und solchen der Ideologietheorie herausgebildet. Ideologiekritik analysiert die Nicht-Angemessenheit von Ideen in Bezug auf die gesellschaftlichen Verhältnisse – als ‚falsches Bewusstsein‘, als verzerrende, naturalisierende oder enthistorisierende Darstellung gesellschaftlicher Phänomene und dabei als Legitimation von Herrschaftsinteressen fungierend. Gesellschaftstheoretisch begründet wurde diese Konzeption im Marxschen Werk. Eher elitetheoretische Vorformen sind bei Bacon, verschiedenen Vertretern der europäischen Aufklärung sowie der französischen ‚Ideologen-Schule‘ zu finden. Im 20. Jahrhundert wird dieser Ansatz von Lukács, den Vertretern der „Kritischen Theorie“ (Horkheimer, Adorno) und Marcuse aufgenommen. Das Konzept der Ideologietheorie zeichnet sich im Unterschied zur Ideologiekritik dadurch aus, dass es die ideologischen Felder (Medien, Erziehungswesen, …) als Orte und Einsatz von Auseinandersetzungen zwischen Akteuren mit unterschiedlichen Interessen auffasst, dass es die materiellen Existenzformen der Ideologie sowie die Funktion von Intellektuellen betont und dass es den Beitrag des Ideologische bei der Organisation des Selbst- und Weltverhältnis der Individuen analysiert. Wesentlich ausgearbeitet wurde der Ansatz der Ideologietheorie von Gramsci, und in unterschiedlichen Formen von Althusser, Laclau, Pêcheux, Butler, Zizek u.a. weiterentwickelt. Beide Ansätze, Ideologiekritik und Ideologietheorie, sind allen Formen von ideologischer und sonstiger Herrschaft gegenüber kritisch eingestellt.
In diesem Lektürekurs soll daher der Frage nachgegangen werden, welche analytische Fruchtbarkeit - bezogen auf Untersuchungen von politischen Prozessen und Praxisformen - die beiden Konzepte haben und wo ihre Grenzen und Probleme liegen.
Inhalt dieses Theorie-Lektürekurses ist es also, zentrale Texte aus der Geschichte Politischen Denkens sowie aus unterschiedlichen Theorietraditionen zur Analyse des Verhältnisses von Bedeutungen, Legitimation von Interessen und gesellschaftlichen Verhältnissen darzustellen und zu diskutieren, sie in ihrem theoretischen wie gesellschaftlich-historischen Kontext zu verorten, ihre Gemeinsamkeiten mit und Differenzen zu jeweils 'konkurrierenden' Ideologie- bzw. Diskurstheorien herauszuarbeiten sowie ihre Relevanz für die Analyse politischer Prozesse zu untersuchen.

Art der Leistungskontrolle und erlaubte Hilfsmittel

Wöchentlich während des Semesters verpflichtend abzugebende schriftliche Übungen zu Seminartexten. Referat. Abschlussarbeit über ein Thema des Seminars im Umfang von zumindest 10 Textseiten. Zur Sicherung der guten wissenschaftlichen Praxis kann seitens der LV-Leitung eine mündliche Reflexion der abgegebenen Arbeiten durchgeführt werden, die erfolgreich zu absolvieren ist.

Mindestanforderungen und Beurteilungsmaßstab

Regelmäßige Teilnahme (max. zwei Fehlstunden), Mitarbeit, Bereitschaft zur Lektüre von theoretischen Texten, wöchentliche Abgabe von schriftlichen Übungen zu Seminartexten, Einzel- oder Gruppen-Referat (incl. Thesenpapier im Umfang von 1-2 Seiten), Verfassen und rechtzeitige Abgabe einer Abschlussarbeit (ca. 10 Textseiten). In die Benotung fließen die Übungsabgaben und das Referat zu jeweils 15 Prozent, die Abschlussarbeit zu 70% ein; Mitarbeit wird in der Endnote berücksichtigt. Sowohl Übungsaufgaben als auch Referat und Abschlussarbeit müssen jeweils positiv sein, um eine positive Gesamtnote erhalten zu können. In der Abschlussarbeit ist auch Literatur zu verarbeiten, die eigenständig recherchiert worden ist.

Prüfungsstoff

Die im Lektürekurs behandelten Themen - die LV ist prüfungsimmanent.

Literatur

Auswahl:
Adorno, Theodor W. 1972: Beitrag zur Ideologienlehre; in: ders., Gesammelte Schriften, Band 8. Frankfurt/M.: Suhrkamp. 457-477.
Althusser, Louis 2012/1995/1969: Über die Reproduktion. Hamburg: VSA. Mit einem Nachwort von Frieder Otto Wolf.
Bacon, Francis 1974: Neues Organ der Wissenschaften. Darmstadt.
Barrett, Michèle 1991: The Politics of Truth. From Marx to Foucault. Cambridge: Polity Press.
Weitere Literatur wird in der LV bekanntgegeben.

Zuordnung im Vorlesungsverzeichnis

Letzte Änderung: Do 18.10.2018 11:28