Universität Wien

210242 PS D1, G8: Feministische Theorien der siebziger und frühen achtziger Jahre (2008S)

6.00 ECTS (2.00 SWS), SPL 21 - Politikwissenschaft
Prüfungsimmanente Lehrveranstaltung

Details

max. 50 Teilnehmer*innen
Sprache: Deutsch

Lehrende

Termine (iCal) - nächster Termin ist mit N markiert

  • Montag 10.03. 18:30 - 20:00 Hörsaal 3 (H3), NIG 2. Stock
  • Montag 31.03. 18:30 - 20:00 Hörsaal 3 (H3), NIG 2. Stock
  • Montag 07.04. 18:30 - 20:00 Hörsaal 3 (H3), NIG 2. Stock
  • Montag 14.04. 18:30 - 20:00 Hörsaal 3 (H3), NIG 2. Stock
  • Montag 21.04. 18:30 - 20:00 Hörsaal 3 (H3), NIG 2. Stock
  • Montag 28.04. 18:30 - 20:00 Hörsaal 3 (H3), NIG 2. Stock
  • Montag 05.05. 18:30 - 20:00 Hörsaal 3 (H3), NIG 2. Stock
  • Montag 19.05. 18:30 - 20:00 Hörsaal 3 (H3), NIG 2. Stock
  • Montag 26.05. 18:30 - 20:00 Hörsaal 3 (H3), NIG 2. Stock
  • Montag 02.06. 18:30 - 20:00 Hörsaal 3 (H3), NIG 2. Stock
  • Montag 09.06. 18:30 - 20:00 Hörsaal 3 (H3), NIG 2. Stock
  • Montag 16.06. 18:30 - 20:00 Hörsaal 3 (H3), NIG 2. Stock
  • Montag 23.06. 18:30 - 20:00 Hörsaal 3 (H3), NIG 2. Stock
  • Montag 30.06. 18:30 - 20:00 Hörsaal 3 (H3), NIG 2. Stock

Information

Ziele, Inhalte und Methode der Lehrveranstaltung

Feministische Theorien der Siebziger und Frühen Achtziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts sind anders als in den späteren Jahrzehnten nicht im Rahmen akademisch-wissenschaftlichen Debatten entwickelt worden, sondern eng, ja geradezu untrennbar und fast ununterscheidbar im Kontext mit der Entwicklung, Erprobung und Umsetzung bestimmter politischer Strategien der Neuen, Zweiten Frauenbewegung zu sehen - sie stehen in ganz bestimmten Spannungsfeldern von politischer Theorie und politischer Praxis. Generell können folgende Merkmale als kennzeichnend beschrieben werden: Die Entdeckung des "Subjekt Frau" mit anschließender Diversifizierung (Lesben, Schwarze Frauen), die Aufhebung der Trennung zwischen privat und öffentlich (Das Persönliche ist politisch), die (Wieder)Aneignung der eigenen Geschichte (Erste Frauenbewegung, Geschichte "der Frauen"), die wichtige Rolle der Sexualität und Sexualpolitik und in der Folge die Entwicklung des Konzeptes der Zwangsheterosexualität, die Einführung und Ausweitung des Gewaltbegriffes (sexuelle Gewalt, strukturelle Gewalt...), die Solidarisierung mit besonders unterdrückten Frauen(gruppen), um einige Beispiele anzuführen. Auf übergreifender Ebene bewegen sich die feministischen Debatten und die daraus entwickelten feministischen Theorien in den Spannungsfeldern sozialistischer/marxistischer Feminismus versus radikaler Feminismus, Essentialismus versus beginnende Differenzierung zwischen sex und gender, lesbischer Separatismus versus Integrationspolitik (Staatsfeminismus). Als wichtige Organisationsdebatte ist die Frage der (politischen) Autonomie anzuführen; als eine aufgrund historischer Erfahrungen mit dem Erbe des Nationalsozialismus ist insbesondere in Deutschland und Österreich die Frage der Mittäterinnenschaft von Frauen anzuführen.
Feministische Theorien des im Rahmen dieser Lehrveranstaltung behandelten Zeitraums setzen an den Blindstellen und Auslassungen/Lücken, Verzerrungen traditioneller politischer Theorien an, indem sie das "Subjekt Frau" in den Mittelpunkt rücken. Die Lehrveranstaltung soll feministische Theorien zu den wichtigsten Politikfeldern anhand damals wichtiger Texte zentraler Autorinnen/Theoretikerinnen vorstellen: Sexualität, Reproduktion (Abtreibung, Mutterschaft), Lesbenpolitik, Gewalt, Autonomie, Subjekt Frau... vorstellen und analysieren. Besonderes Augenmerk soll hierbei auf die Frage der Aktualität bzw. Bedeutung dieser Texte/Autorinnen für aktuelle feministische Debatten, Politikkonzeptionen und politische Strategien gelegt werden. Der aktuelle Stand feministischer Theoriedebatten ist unverständlich ohne den Rückgriff in die Geschichte; gerade junge Frauen heute konsumieren das Erreichte, betrachten es als selbstverständlich und fühlen sich hilflos gegenüber verschiedenen Ausprägungen des Backlash (dies meine Erfahrungen). Die Lehrveranstaltung soll somit auch zu feministischen Aktivitäten anregen. (Die Lehrveranstaltung konzentriert sich - mit wenigen Ausnahmen - auf in Deutschland, den USA und Österreich entwickelte feministische Theorien.)

Art der Leistungskontrolle und erlaubte Hilfsmittel

Mindestanforderungen und Beurteilungsmaßstab

Methoden: Textanalysen und Textinterpretation
Beurteilungsmaßstäbe: Anwesenheitspflicht, kleine schriftliche Prüfung über Inhalte der Pflichtlektüre (siehe Punkt 3) in der 3. Lehrveranstaltungseinheit, Thesenblatt, mündlicher Vortrag bzw. schriftliches Referat, geschlechtergerechte Sprache, Anwesenheit in den beiden Arbeitsbesprechungen in der Sprechstunde, Proseminararbeit

Prüfungsstoff

Literatur

Pflichtlektüre (Prüfung in der dritten Lehrveranstaltungseinheit)
Bührmann, Andrea: Das authentische Geschlecht. Die Sexualitätsdebatte der Neuen Frauenbewegung und die Foucaultsche Machtanalyse. Münster: Westfälisches Dampfboot 1995 (S. 103-197)

Denner, Gabriele/Leidinger, Christiane/Rauchut, Franziska (Hg.): In Bewegung bleiben. 100 Jahre Politik, Kultur und Geschichte von Lesben. Berlin: Querverlag 2007 (S. 31-71, 95-104, 126-159)

Geiger, Brigitte/Hacker, Hanna: Donauwalzer Damenwahl. Frauenbewegte Zusammenhänge in Österreich. Wien: Promedia 1989 (S. 11-200)


Zuordnung im Vorlesungsverzeichnis

Letzte Änderung: Mo 07.09.2020 15:38