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Achtung! Das Lehrangebot ist noch nicht vollständig und wird bis Semesterbeginn laufend ergänzt.

230008 VO Soziologische Klassiker (2009W)

3.00 ECTS (2.00 SWS), SPL 23 - Soziologie

Nächster Prüfungstermin:
22.10.2010, HS NIG 1, ab 18:00

Details

Sprache: Deutsch

Lehrende

Termine (iCal) - nächster Termin ist mit N markiert

Mittwoch 07.10. 09:00 - 10:30 Hörsaal II NIG Erdgeschoß
Mittwoch 14.10. 09:00 - 10:30 Hörsaal II NIG Erdgeschoß
Mittwoch 21.10. 09:00 - 10:30 Hörsaal II NIG Erdgeschoß
Mittwoch 28.10. 09:00 - 10:30 Hörsaal II NIG Erdgeschoß
Mittwoch 04.11. 09:00 - 10:30 Hörsaal II NIG Erdgeschoß
Mittwoch 11.11. 09:00 - 10:30 Hörsaal II NIG Erdgeschoß
Mittwoch 18.11. 09:00 - 10:30 Hörsaal II NIG Erdgeschoß
Mittwoch 25.11. 09:00 - 10:30 Hörsaal II NIG Erdgeschoß
Mittwoch 02.12. 09:00 - 10:30 Hörsaal II NIG Erdgeschoß
Mittwoch 09.12. 09:00 - 10:30 Hörsaal II NIG Erdgeschoß
Mittwoch 16.12. 09:00 - 10:30 Hörsaal II NIG Erdgeschoß
Mittwoch 13.01. 09:00 - 10:30 Hörsaal II NIG Erdgeschoß
Mittwoch 20.01. 09:00 - 10:30 Hörsaal II NIG Erdgeschoß
Mittwoch 27.01. 09:00 - 10:30 Hörsaal II NIG Erdgeschoß

Information

Ziele, Inhalte und Methode der Lehrveranstaltung

Der Überblick über soziologische Theorien ist zugleich die Darstellung der Geburt einer Wissenschaft. Die Kenntnis der soziokulturellen Voraussetzungen, der geistesgeschichtlichen Rahmenbedingungen oder gar das Wissen um die ökonomische Veränderung der Gesellschaft zeigen recht schnell, dass die Geschichte eines Faches nicht einfach in der Art zu lesen ist, dass hilflose Gehversuche soziologischen Denkens immer besser gelangen, ja dass es sogar eine Wissenschaft gibt, die sich dann geeigneter Methoden zu bedienen beginnt, dass also während des 19. Jahrhunderts jenes sozialwissenschaftliche Wissen entwickelt wurde, das sich endlich am Beginn des 20. Jahrhunderts als Soziologie und damit als eigenständiges Fach konstituieren konnte.
So erweckt zwar Soziologie in ihrer Entwicklung den Eindruck, immer "besser" geworden zu sein, in Wahrheit vermochte sie aber nur sehr mühevoll den Eindruck der Zerrissenheit und Uneinheitlichkeit zu überwinden. In der Lehrveranstaltung werden die historischen Umstände dargelegt, warum soziologisches Denken überhaupt möglich und in so spezifischer Form entworfen werden konnte, dass die kontroversiellen Interpretationen von Aufklärung, bürgerlicher Gesellschaft und Ökonomie an der Zukunft des Faches eher Zweifel angezeigt erscheinen ließen und höchst unterschiedliche Theorien darüber errichtet wurden. Natürlich stört im ersten Moment, wenn die Entwicklung eines Faches auf einige wenige Namen konzentriert wird, so etwa auf Auguste Comte, Herbert Spencer, Karl Marx, Ferdinand Toennies, Lorenz von Stein oder Max Weber und Emile Durkheim, ja es behindert sogar das Wissen um die Art soziologischen Wissens, doch stehen diese Namen zugleich für den Versuch, eine Vielfalt auf einen Nenner zu bringen, immerhin die Grundlage dafür, dass die Soziologie eine Profession werden konnte.
Mit diesem Hinweis soll vor allem jener Tendenz gleich zu Beginn der Lehrveranstaltung entgegengetreten werden, die in der Ansicht mündet, dass sich nämlich Wissenschaften so ähnlich entwickeln wie biologische Evolutionen, weshalb die Kenntnis über die Anfänge einer Wissenschaft für deren gegenwärtiges Selbstverständnis nichts bedeutet. Damit unterbleibt die nötige Korrektur durch Sebstvergewisserung, also werden Soziologismen in den Formen von Ideologien gefördert, die nur deshalb ihre Positionen behaupten, wenn es ihnen gelingt, ihre Realitätsverweigerung als Analyse sozialer Realität auszugeben - selbst an Universitäten keine Seltenheit.

Art der Leistungskontrolle und erlaubte Hilfsmittel

Mindestanforderungen und Beurteilungsmaßstab

Prüfungsstoff

Literatur

Friedrich Tenbruck, Die unbewältigten Sozialwissenschaften oder die Abschaffung des Menschen,
Peter Berger, Einladung zur Soziologie
Gerhard Wagner, Eine Geschichte der Soziologie
Eugen Rosenstock-Huessy, Die europäischen Revolutionen und der Charakter der Nationen
Michael Bock, Soziologie als Grundlage des Wirklichkeitsverständnisses,
Reinhart Koselleck, Kritik und Krise
Wolf Lepennies, Die drei Kulturen

Zuordnung im Vorlesungsverzeichnis

in 505: BA T1 Soziologische Klassiker |
in 121: VO Klassische Texte der Gesellschaftstheorie, Theorien, 1. Abschnitt |
in 613: VO Einführung in soziologische Paradigmen/Theorien

Letzte Änderung: Mo 07.09.2020 15:39