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230011 WS Gesellschaftsdiagnosen: Gewalt und Geschlecht - Gewaltige Verhältnisse (2013W)

4.00 ECTS (2.00 SWS), SPL 23 - Soziologie
Prüfungsimmanente Lehrveranstaltung

Details

max. 40 Teilnehmer*innen
Sprache: Deutsch

Lehrende

Termine (iCal) - nächster Termin ist mit N markiert

Freitag 04.10. 10:45 - 15:45 Inst. f. Soziologie, Seminarraum 3, Rooseveltplatz 2, 1.Stock
Freitag 11.10. 09:30 - 15:45 Inst. f. Soziologie, Seminarraum 3, Rooseveltplatz 2, 1.Stock
Freitag 08.11. 09:30 - 15:45 Inst. f. Soziologie, Seminarraum 3, Rooseveltplatz 2, 1.Stock
Samstag 30.11. 09:30 - 16:00 Inst. f. Soziologie, Seminarraum 3, Rooseveltplatz 2, 1.Stock
Mittwoch 22.01. 12:30 - 14:00 Inst. f. Soziologie, Seminarraum 3, Rooseveltplatz 2, 1.Stock

Information

Ziele, Inhalte und Methode der Lehrveranstaltung

Im Rahmen des Seminars/Workshops werden geschlechtsspezifisch codierte Gesellschaftsstrukturen analysiert, die über individuelle Lebensentwürfe von Männern und Frauen hinausgehend gesellschaftliche Eingliederung, Partizipation und die Inanspruchnahme von Mitspracherechten beeinflussen. Eine ambivalente "Macht der Geschlechternormen" (Butler 2009) wird hinsichtlich ihrer Wirkungsweisen mit Fokus auf Gewalt und Geschlecht untersucht.

Themenfelder:
-Strukturelle Gewalt im Zusammenhang mit Gewalt im sozialen Nahraum Das Private ist politisch, Dynamik Trennung und Gewalt, feministische Beratungstheorien (Zehetner 2012)
-Veränderungen der feministischen Gewaltdebatte in den letzten 40 Jahren: kritische Diskussion des Opferbegriffs, Konzept der Mittäterschaft (Thürmer-Rohr 1983, 2012)
-Körper und Gewalt: Geschlechtsspezifischer Ausdruck von Aggression doing masculinity, doing femininity, geschlechtsspezifische Analyse von Aggression und Depression sowie selbstverletzendem Verhalten (McRobbie 2010)
-Diskursive Gewalt, "hate speech", Handlungsmacht / agency und die ambivalente Macht der Geschlechternormen (Butler 1998, 2005, 2009), Differenz Gewalt und Macht (Macht erfordert Zustimmung vgl. Reemtsma, Thürmer-Rohr)
-Intersektionale Perspektive: Verstrickung der Kategorien race, class, gender
(Klinger 2003, 2008, Gender Initiativkolleg 2012)

Art der Leistungskontrolle und erlaubte Hilfsmittel

Regelmäßige Anwesenheit, Textlektüre/-diskussionsteilnahme, Kleingruppenreferate, schriftliche Abschlussarbeit

Mindestanforderungen und Beurteilungsmaßstab

-Verknüpfung gesellschaftlicher Spannungsfelder und soziologischer Analysen zu Gewalt mit feministischen Theorien
-Analyse der Einschreibung von Macht in Körper (Habitus und Geschlecht, kulturelle Bilder, religiöse Bilder, ...)
-Verbindung kultur- und sozialwissenschaftlicher Analyse mit politikwissenschaftlichen Theorien, v.a. im Hinblick auf die Kategorien Öffentlichkeit und Privatheit in Verbindung mit frauen- bzw. geschlechtsspezifischer Analyse
-Fundiertes Verständnis von Konzepten der strukturellen und diskursiven Gewalt im Zusammenhang mit der sozialen und diskursiven Konstituiertheit von Körper und Geschlecht
-Überblick über die Zusammenhänge von Macht, Diskurs und Norm in den konstruktivistischen und poststrukturalistischen Subjekttheorien
-Stärkung der kritischen Reflexions-, Urteils- und Argumentationsfähigkeit anhand der Lektüre einflussreicher Texte aus dem Feld der feministischen Philosophie und Gender Studies
-Interdisziplinäre Praxisvermittlung und Anwendung soziologischer Theorien und Methoden auf Fragestellungen aus dem psychosozialen Feld mit dem Schwerpunkt Politik des Privaten in Beziehung, Trennung und Gewalt sowie psychosomatischen Verschränkungen

Prüfungsstoff

Vortrag, Lektüre, Impulsreferate, Kleingruppenarbeit, Übungen
Reader mit Grundlagentexten im facultas-Shop (NIG) erhältlich

Literatur

Butler, Judith (2009): Die Macht der Geschlechternormen und die Grenzen des Menschlichen (orig. Undoing Gender 2004 London/ New York: Routledge) Frankfurt/ M.: Suhrkamp
Butler, Judith (2005): Gefährdetes Leben. Politische Essays. Frankfurt/ M.: Suhrkamp
Butler, Judith (1998): Hass spricht. Zur Politik des Performativen. Frankfurt/ M.: Suhrkamp
Frauen beraten Frauen. Institut für frauenspezifische Sozialforschung (Hg.in)(2010): In Anerkennung der Differenz. Feministische Beratung und Psychotherapie. Gießen: Psychosozial Verlag.
Gender Initiativkolleg (Hg.)(2012): Gewalt und Handlungsmacht. Queer_feministische Perspektiven. Frankfurt/M.
Dackweiler, Regina-Maria/Schäfer, Reinhild (Hg.) (2002): Gewalt-Verhältnisse. Feministische Perspektiven auf Geschlecht und Gewalt. Frankfurt/New York: Campus.
Hearn, Jeff: Von gendered organizations zu transnationalen Patriarchien – Theorien und FragmenteIn: Aulenbacher, Brigitte/ Riegraf, Birgit (Hg.): Erkenntnis und Methode: Geschlechterforschung in Zeiten des Umbruchs. Wiesbaden: VS Verlag, 267-290.
Kreisky, Eva, Wider verborgene Geschlechtlichkeit. Die maskuline Unterseite politischer Gerechtigkeitsdiskurse, in: Dornheim, Andreas, Franzen, Winfried, Thumfart, Alexander, Waschkuhn, Arno (Hg.), Gerechtigkeit. Interdisziplinäre Grundlagen, Westdeutscher Verlag, Opladen/Wiesbaden 1999: 168-207.
Mauerer, Gerlinde: Medeas Erbe: Kindsmord und Mutterideal, Wien: Milena 2002.
McRobbie, Angela (2010): Top Girls. Feminismus und der Aufstieg des neoliberalen Geschlechterregimes. Wiesbaden: Verlag für Sozialwissenschaften.
Thürmer-Rohr, Christina (2012): Ende des Kassandra-Syndroms? Die Tragödie des Schweigens und die Rückeroberung der Sprache. In: Krondorfer, Birge / Grammel, Hilde (Hg.innen): Frauen-Fragen. 100 Jahre Bewegung, Reflexion, Vision. Wien: promedia, 97-114.
Thürmer-Rohr, Christina (2008): Die Wahrheit über eine zweigeschlechtliche Welt gibt es nicht. In: Buchmayr, Maria (Hg.in): Alles Gender? Feministische Standortbestimmungen. Innsbruck,Villa, Paula-Irene (2008): Habe den Mut, Dich Deines Körpers zu bedienen! Thesen zur Körperarbeit in der Gegenwart zwischen Selbstermächtigung und Selbstunterwerfung. In: dies. (Hg.in): schön normal. Manipulationen am Körper als Technologien des Selbst. Bielefeld: transcript Verlag, 245-272.
Zehetner, Bettina (2010): Feministische Trennungsberatung. Von der Abhängigkeit über die Ambivalenz zur Autonomie. In: Frauen beraten Frauen. Institut für frauenspezifische Sozialforschung (Hg.in): Feministische Beratung und Psychotherapie. Gießen: Psychosozial Verlag, 99-111.
Zehetner, Bettina (2012): Krankheit und Geschlecht. Feministische Philosophie und psychosoziale Beratung. Wien/Berlin.


Zuordnung im Vorlesungsverzeichnis

in 505: BA T2 Workshop Gesellschaftsdiagnosen

Letzte Änderung: Fr 31.08.2018 08:54