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Achtung! Das Lehrangebot ist noch nicht vollständig und wird bis Semesterbeginn laufend ergänzt.

230016 VO+SE Devianz und Soziale Kontrolle (2013S)

5.00 ECTS (2.50 SWS), SPL 23 - Soziologie
Prüfungsimmanente Lehrveranstaltung

Termine für die Betreuung von Bachelorarbeiten
MI 25.09.2013 09.00-11.00 Inst. f. Soziologie, Seminarraum 1,
Rooseveltplatz 2, 1.Stock oder
DO 26.09.2013 16.00-18.00 Inst. f. Soziologie, Seminarraum 1,
Rooseveltplatz 2, 1.Stock

An/Abmeldung

Hinweis: Ihr Anmeldezeitpunkt innerhalb der Frist hat keine Auswirkungen auf die Platzvergabe (kein "first come, first served").

Details

max. 40 Teilnehmer*innen
Sprache: Deutsch

Lehrende

Termine (iCal) - nächster Termin ist mit N markiert

Freitag 08.03. 08:45 - 10:40 Inst. f. Soziologie, Seminarraum 1, Rooseveltplatz 2, 1.Stock
Freitag 15.03. 08:45 - 10:40 Inst. f. Soziologie, Seminarraum 1, Rooseveltplatz 2, 1.Stock
Freitag 22.03. 08:45 - 10:40 Inst. f. Soziologie, Seminarraum 1, Rooseveltplatz 2, 1.Stock
Freitag 12.04. 08:45 - 10:40 Inst. f. Soziologie, Seminarraum 1, Rooseveltplatz 2, 1.Stock
Freitag 19.04. 08:45 - 10:40 Inst. f. Soziologie, Seminarraum 1, Rooseveltplatz 2, 1.Stock
Freitag 26.04. 08:45 - 10:40 Inst. f. Soziologie, Seminarraum 1, Rooseveltplatz 2, 1.Stock
Freitag 03.05. 08:45 - 10:40 Inst. f. Soziologie, Seminarraum 1, Rooseveltplatz 2, 1.Stock
Freitag 10.05. 08:45 - 10:40 Inst. f. Soziologie, Seminarraum 1, Rooseveltplatz 2, 1.Stock
Freitag 17.05. 08:45 - 10:40 Inst. f. Soziologie, Seminarraum 1, Rooseveltplatz 2, 1.Stock
Freitag 24.05. 08:45 - 10:40 Inst. f. Soziologie, Seminarraum 1, Rooseveltplatz 2, 1.Stock
Freitag 31.05. 08:45 - 10:40 Inst. f. Soziologie, Seminarraum 1, Rooseveltplatz 2, 1.Stock
Freitag 07.06. 08:45 - 10:40 Inst. f. Soziologie, Seminarraum 1, Rooseveltplatz 2, 1.Stock
Freitag 14.06. 08:45 - 10:40 Inst. f. Soziologie, Seminarraum 1, Rooseveltplatz 2, 1.Stock
Freitag 21.06. 08:45 - 10:40 Inst. f. Soziologie, Seminarraum 1, Rooseveltplatz 2, 1.Stock
Freitag 28.06. 08:45 - 10:40 Inst. f. Soziologie, Seminarraum 1, Rooseveltplatz 2, 1.Stock
Mittwoch 25.09. 09:00 - 11:00 Inst. f. Soziologie, Seminarraum 1, Rooseveltplatz 2, 1.Stock
Donnerstag 26.09. 16:00 - 18:00 Inst. f. Soziologie, Seminarraum 1, Rooseveltplatz 2, 1.Stock

Information

Ziele, Inhalte und Methode der Lehrveranstaltung

In der VOSE werden zwei Lehrziele verfolgt: Zum einen wird ein Überblick über die wichtigsten Paradigmen dieser speziellen Soziologie gegeben, um den Studierenden eine sozialwissenschaftliche Orientierung zu eröffnen. In einer allgemeinen Einführung soll zunächst der spezifisch soziologische Gehalt der Konzepte Abweichung und soziale Kontrolle im Zusammenhang mit bestimmten Teilphänomenen erörtert werden: Krankheit, Wahnsinn, Kriminalität, Recht, Strafe, Behandlung, aber auch Devianz als Voraussetzung für evolutionären Fortschritt. Dabei wird auch ein kurzer Exkurs in die Rechtssoziologie und -ethnologie geboten. Der weitere Verlauf der Lehrveranstaltung orientiert sich dann an den großen kriminologischen Theoriegebäuden zu den Entstehungsbedingungen von Kriminalität und Devianz. Dabei konzentrieren wir uns auf drei paradigmatischen Ansätze:
- Positivismus: Der prä-determinierte Täter
Neben diversen Überlegungen zum biologischen und psychologischen Positivismus befassen wir uns insbesondere mit den sozialen Ursachen für Kriminalität und den (sub-)kulturellen Bedingungen für abweichendes Verhalten. Gerade die um den Begriff Anomie kreisende Entwicklung der funktionalistischen Schule (Durkheim, Mead, Merton, Young, Messner/Rosenfeld) zeigt auf, wie sehr diese spezielle Soziologie immer auch in Wechselwirkung mit allgemeinen Theoriedebatten stand und bis heute steht. Konzepte der (Sub-)Kultur (A. Cohen, Cloward & Ohlin, D. Matza) konzentrieren sich im Gegensatz zum Funktionalismus stärker auf eine Mikroebene der Handelnden, nehmen aber auch sozialräumliche Dimensionen in den Blick (Chicago School).
- Labelling Theorie: Kriminalität ist Sache der Definition
Ansätze des interpretativen Paradigmas bzw. der Labelling-Theorie (Becker, Lemert, Sack) betrachten ebenfalls die Interaktionen abweichender und kontrollierender Individuen, gehen aber in ihren radikalisierten marxistischen, konflikttheoretischen und feministischen Spielarten wieder stärker in Richtung einer makrostrukturellen Betrachtungsweise der Gesellschaft. Kriminalität ist folglich historisch und geografisch variabel. Devianz wird als Folge von Kriminalisierungsprozessen von bestimmten sozialen Verhaltensweisen durch Instanzen der sozialen Kontrolle (Polizei, Gericht, Psychiatrie, etc.) definiert: Sind Täter gleichsam selbst Opfer eines mächtigen Kontrollregimes?
- Kontrollregimes in der Sicherheitsgesellschaft
Ein besonderer Schwerpunkt der Veranstaltung liegt schließlich auf dem gegenwärtigen Präventionsparadigma, in dem -- vermittelt über Konzepte wie Risiko und Sicherheit --tiefgreifende Transformationen der spät- bzw. postmodernen Gesellschaften in Richtung einer "Kultur der Kontrolle" (Garland) zum Ausdruck kommen. Die Ablöse des "wohlfahrtsstaatlichen Strafens" durch Kontrolltechniken im Risikomanagement wird anhand von Tendenzen zur Privatisierung von Kontrolle (private Sicherheitsdienste) einerseits und anhand einer "Morphologie der präventiven Sicherheit" (Vorratsdatenspeicherung, Videoüberwachung, Zugangskontrollen, Sicherheitstechnologie) andererseits zu diskutieren sein.
Neben den verschiedenen "Denkschulen" geht es im interaktiven, zweiten Teil der Lehrveranstaltung zum anderen um wesentliche (und vor allem um aktuelle) Bereiche abweichenden Verhaltens und sozialer Kontrollen. Zu nennen sind hier beispielsweise die Diskussion zur "elektronische Fußfessel", die "Medikalisierung" sozialer Abweichung (etwa bei Kindern und Jugendlichen in Form von neuen Diagnosen wie "Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom" oder "Störung des Sozialverhaltens", der Boom "alternativer" Konfliktregelungstechniken (Mediation, Täter-Opfer-Ausgleich), sowie neue Formen von Disziplinartechniken in öffentlichen Räumen, die durch architektonische und städtebauliche Konzepte in Wohnhausanlagen, Bahnhöfen, Shopping Malls, Bürogebäuden, Themenparks und in anderen urbanen Räumen induziert werden.

Art der Leistungskontrolle und erlaubte Hilfsmittel

Nach 4 Vorlesungseinheiten erfolgt ein Kolloquium über den theoretischen Teil zum Devianz- und Kontrolldiskurs.
An den übrigen 5 Terminen werden "Themenkonferenzen" abgehalten:
Es werden Texte vergeben, zu denen jeweils ein Kurzreferat zu halten ist. Die ReferentInnen sollen im Anschluss an ihr Referat einige Fragen zur Diskussion stellen und (mit Unterstützung der LV-Leiter) eine Diskussion mit allen LV-TeilnehmerInnen leiten.
Nach dem Studium der theoretischen Grundlagen und nach der kritischen Diskussion im Seminar, sollte es nicht schwer fallen, eine Seminararbeit zu verfassen.

Mindestanforderungen und Beurteilungsmaßstab

Nach erfolgreichem Abschluss der Lehrveranstaltung sollen Studierende
- gesellschaftliche Normen als Grundlage für Devianz und Kontrolle erkennen können
- die wichtigsten kriminologischen Erklärungsansätze für Devianz und Kriminalität kennen
- aktuelle gesellschaftspolitische Fragen zu Kontrolltechniken anhand von soziologischen Theorien beurteilen können.

Prüfungsstoff

Die Lehrveranstaltung umfasst zwei Teile: In einem ersten Teil (Vorlesungsteil) werden die großen soziologischen Paradigmen zur Diskussion über Normen, Devianz und Kontrolltechniken vorgestellt. Dabei wird besonders darauf Bedacht genommen, die einzelnen Ansätze in einem Gesamtkontext zu verorten, um den Studierenden einen guten Überblick über die verschiedenen Argumentationslinien zu geben.

Literatur

Wird in der Lehrveranstaltung bekannt gegeben.

Zuordnung im Vorlesungsverzeichnis

in 505: BA A2 VOSE Spezielle Soziologie

Letzte Änderung: Mo 07.09.2020 15:39