Universität Wien FIND

Kehren Sie für das Sommersemester 2022 nach Wien zurück. Wir planen Lehre überwiegend vor Ort, um den persönlichen Austausch zu fördern. Digitale und gemischte Lehrveranstaltungen haben wir für Sie in u:find gekennzeichnet.

Es kann COVID-19-bedingt kurzfristig zu Änderungen kommen (z.B. einzelne Termine digital). Informieren Sie sich laufend in u:find und checken Sie regelmäßig Ihre E-Mails.

Lesen Sie bitte die Informationen auf https://studieren.univie.ac.at/info.

230034 SE Klassifikationen, Distinktionen, Identitäten (2011W)

"Symbolic Boundaries" als Gegenstand soziologischer Forschung

4.00 ECTS (2.00 SWS), SPL 23 - Soziologie
Prüfungsimmanente Lehrveranstaltung

An/Abmeldung

Hinweis: Ihr Anmeldezeitpunkt innerhalb der Frist hat keine Auswirkungen auf die Platzvergabe (kein "first come, first served").

Details

max. 35 Teilnehmer*innen
Sprache: Deutsch

Lehrende

Termine (iCal) - nächster Termin ist mit N markiert

Mittwoch 05.10. 09:00 - 10:30 Inst. f. Soziologie, Seminarraum 1, Rooseveltplatz 2, 1.Stock
Mittwoch 12.10. 09:00 - 10:30 Inst. f. Soziologie, Seminarraum 1, Rooseveltplatz 2, 1.Stock
Mittwoch 19.10. 09:00 - 10:30 Inst. f. Soziologie, Seminarraum 1, Rooseveltplatz 2, 1.Stock
Mittwoch 09.11. 09:00 - 10:30 Inst. f. Soziologie, Seminarraum 1, Rooseveltplatz 2, 1.Stock
Mittwoch 16.11. 09:00 - 10:30 Inst. f. Soziologie, Seminarraum 1, Rooseveltplatz 2, 1.Stock
Mittwoch 23.11. 09:00 - 10:30 Inst. f. Soziologie, Seminarraum 1, Rooseveltplatz 2, 1.Stock
Mittwoch 30.11. 09:00 - 10:30 Inst. f. Soziologie, Seminarraum 1, Rooseveltplatz 2, 1.Stock
Mittwoch 07.12. 09:00 - 10:30 Inst. f. Soziologie, Seminarraum 1, Rooseveltplatz 2, 1.Stock
Mittwoch 14.12. 09:00 - 10:30 Inst. f. Soziologie, Seminarraum 1, Rooseveltplatz 2, 1.Stock
Mittwoch 11.01. 09:00 - 10:30 Inst. f. Soziologie, Seminarraum 1, Rooseveltplatz 2, 1.Stock
Mittwoch 18.01. 09:00 - 11:15 Inst. f. Soziologie, Seminarraum 1, Rooseveltplatz 2, 1.Stock
Mittwoch 25.01. 09:00 - 12:00 Inst. f. Soziologie, Seminarraum 1, Rooseveltplatz 2, 1.Stock

Information

Ziele, Inhalte und Methode der Lehrveranstaltung

Unter „symbolischen Grenzen“ werden konzeptionelle Distinktionen verstanden, die soziale Akteure nutzen um Menschen, Objekte oder Praktiken zu kategorisieren: „They are tools by which individuals and groups struggle over and come to agree upon definitions of reality. […] Symbolic boundaries also separate people into groups and generate feelings of similarity and group membership […]“ (Lamont/Molnár 2002, 168). Die Erforschung dieser „symbolic boundaries“ reicht zurück bis zu den Anfängen der Soziologie, exemplarisch seien Durkheims Arbeiten zur Religion oder Webers Analyse von Statusgruppen genannt. Symbolische Grenzziehungen spielen aber auch bei zahlreichen weiteren Soziologen wie Norbert Elias, Erving Goffman, Howard Becker, Michel Foucault oder Pierre Bourdieu eine zentrale Rolle. Erst im jüngeren sozialwissenschaftlichen Diskurs werden diese Arbeiten unter dem Label „Boundary-Forschung“ zusammengefasst, was dazu führte, dass sich die Beschäftigung mit dem Entstehen, der Verschiebung sowie dem Verschwinden von Grenzen zu einem eigenständigen Forschungsbereich mit großem Potential für die Zukunft entwickelt hat. Neuere VertreterInnen wie Michèle Lamont, Michèle Ollivier oder Andreas Wimmer richten ihre Aufmerksamkeit nicht nur auf klassenspezifische Klassifikationen, sondern auch auf Distinktionen entlang der Kriterien Gender, ethnische Zugehörigkeit oder Religion. Zu fragen gilt zum einen nach der Dynamik symbolischer Grenzziehungen, zum anderen nach den Implikationen, die mit diesen Grenzziehungsprozessen in Hinblick auf soziale Ungleichheit einhergehen.

Art der Leistungskontrolle und erlaubte Hilfsmittel

Erfordernisse für den Zeugniserwerb:
-) durchgehender Besuch der Lehrveranstaltung
-) Vorbereitung auf die Lehrveranstaltungseinheiten durch Lesen der jeweils angegebenen Literatur
-) Präsentation
-) aktive Teilnahme an Diskussionen und Gruppenarbeiten während der Einheiten
-) Entwicklung eines Forschungsprojektes zu einem ausgewählten Problembereich
-) Verfassen eines fiktiven Forschungsantrages

Mindestanforderungen und Beurteilungsmaßstab

Zum einen bietet das Seminar einen Überblick über die soziologische Auseinandersetzung mit symbolischen Grenzziehungen. Zum anderen soll die zu diskutierende Literatur zur Entwicklung/Bearbeitung einer eigenen Forschungsfrage zu einem ausgewählten Themenbereich anregen.

Prüfungsstoff

Textlektüre und -diskussion, Präsentationen, Entwicklung eines fiktiven Antrages für ein Forschungsprojekt zu einem ausgewählten Problembereich unter Einbeziehung aktueller wissenschaftlicher Literatur.

Literatur

Eine ausführliche Literaturliste mit Basistexten wird in der ersten Einheit ausgegeben. Als Einführung wird empfohlen:

Michèle Lamont / Molnár Virág: The Study of Boundaries in the Social Sciences. In: Annual Review of Sociology, 28, 2002, 167–195.

Michèle Lamont / Marcel Fournier (ed.): Cultivating Differences. Symbolic Boundaries and the Making of Inequality. Chicago and London: The University of Chicago Press.

Andreas Wimmer: The making and unmaking of ethnic boundaries. A multi-level process theory. In American Journal of Sociology 113(4), 2008, 970–1022.

Zuordnung im Vorlesungsverzeichnis

in 905: MA F Kultur und Gesellschaft oder MA EF Erweiterung einer gewählten Forschungsspezialisierung|
in 121: Angewandte Soziologie (Praxisfelder), 3. Studienabschnitt

Letzte Änderung: Mo 07.09.2020 15:39