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230038 FPR Forschungspraktikum 1: Demokratisierung und Radikalisierung in Europa (2021S)

6.00 ECTS (3.00 SWS), SPL 23 - Soziologie
Prüfungsimmanente Lehrveranstaltung
DIGITAL

An/Abmeldung

Hinweis: Ihr Anmeldezeitpunkt innerhalb der Frist hat keine Auswirkungen auf die Platzvergabe (kein "first come, first served").

Details

max. 34 Teilnehmer*innen
Sprache: Deutsch

Lehrende

Termine (iCal) - nächster Termin ist mit N markiert

HINWEIS ZUR ANMELDUNG: wegen eines technischen Problems ist die Anmeldung zu dieser LV ab 2.2.2021 13 Uhr möglich.

Mittwoch 03.03. 08:30 - 11:00 Digital
Mittwoch 10.03. 08:30 - 11:00 Digital
Mittwoch 17.03. 08:30 - 11:00 Digital
Mittwoch 24.03. 08:30 - 11:00 Digital
Mittwoch 14.04. 08:30 - 11:00 Digital
Mittwoch 21.04. 08:30 - 11:00 Digital
Mittwoch 28.04. 08:30 - 11:00 Digital
Mittwoch 05.05. 08:30 - 11:00 Digital
Mittwoch 12.05. 08:30 - 11:00 Digital
Mittwoch 19.05. 08:30 - 11:00 Digital
Mittwoch 26.05. 08:30 - 11:00 Digital
Mittwoch 02.06. 08:30 - 11:00 Digital
Mittwoch 09.06. 08:30 - 11:00 Digital
Mittwoch 16.06. 08:30 - 11:00 Digital
Mittwoch 23.06. 08:30 - 11:00 Digital

Information

Ziele, Inhalte und Methode der Lehrveranstaltung

Europa steht vor einem enormen Wandel. Die ökonomische Strukturkrise und Eurokrise bilden dabei den Hintergrund einer tiefen politischen Krise der EU, die das Weiterbestehen des Euro und der EU in ihrer momentanen Form stark gefährden. Georgi und Kannankulam zu Folge steht die EU dabei auf einem Scheideweg zwischen Zerfall und unterschiedlichen Modellen der Weiterentwicklung. Die weitere Entwicklung wird bestimmt von der ökonomischen Krisendynamik und von den mit ihr eng verbundenen gesellschaftlichen und politischen Macht- und Hegemoniekämpfen, die in der Krise ausgefochten werden (Georgi und Kannankulam 2012). Der vormals bestehende Konsens der neoliberalen Eliten beginnt zu brechen. Früherer Krisen führten in der EU zu weiterer Integration, ob dies in der aktuellen Krise gelingen wird ist allerdings offen. Die Frage nach dem Wie ist außerdem offen: wird die Staatsschulden- und Flüchtlingskrise durch eine autoritär-neoliberale Integration gelöst oder gelingt es den sozialen Bewegungen die Krisensituation zu nutzen und die gesellschaftlichen Kräfteverhältnisse zu verschieben und den Weg in ein sozial-ökologisches und radikal demokratisiertes Europa zu bahnen, oder zu einer weiteren Eskalation der Krise mitsamt dem Ende des Euro und schwerer Rezession sowie Renationalisierung und dem Gefahr autoritären und rechtsradikale Bearbeitung der Zerfallsprozesse?.

Das geplante Praktikum basiert auf der Untersuchung der Wert-Orientierungen und Attitüden der europäischen - und in diesem Semester vor allem österreichischen und ungarischen - Befragten. Wir wollen die Einstellungen zu Demokratie, zu unterschiedlichen Formen der Solidarität, zu wohlfahrtstaatlicher Umverteilung und gegenüber MigrantInnen und Migration von Seiten der erwähneten BürgerInnen in Krisenzeiten longitudinal untersuchen (ESS 2008; ESS 2016, Siren 2003, Socris 2017), dadurch die Wirkung der Krise auf Demokratisierungs- und Radikalisierungsprozesse innerhalb der von der Krise sehr unterschiedlich betroffenen Gesellschaften darzustellen.

Das Ziel der LV ist zu untersuchen
1) die Unterstützung rechtsradikaler Ideen und Ideologien in Europa aus soziologischer und sozial-psychologischer Perspektive,
2) die soziologische Eigenschaften, die Milieu und sozialpsychologische Attitüde der Solidaritätsclusters und ihre Einstellungen gegenüber dem Wohlfahrtstaat,
3) die unterschiedliche Einstellungen der europäischen BürgerInnen und die Solidaritätsclusters zu Einwanderung und Veränderungen von Attitüden
4) die Wahrscheinlichkeit weiterer Radikalisierung am Beispiel Österreichs und Ungarns, und die Möglichkeiten der Demokratisierung, der Erstelleung inklusiver Solidarität und Unterstützung des Europa Projekts (Siren 2003; Socris 2017).

Art der Leistungskontrolle und erlaubte Hilfsmittel

Es besteht Anwesenheitspflicht. Zweimaliges Fehlen ist erlaubt. Lesen der Pflichtliteratur, quantitative Analyse (SPSS), Referate (3-4 pro Semester/Gruppe), Gruppenarbeit, Essay à ca. 15.000 Zeichen/Person.

Mindestanforderungen an die Studierenden für eine positive Beurteilung:
umfassende Kenntnisse der ausgewählten Literatur, Einbau empirischer Untersuchungen in die Essays, ein kritisches, erklärendes Referat, aktive Teilnahme an Diskussionen

Hinweis der SPL:
Die Erbringung aller Teilleistungen ist Voraussetzung für eine positive Beurteilung, wenn nicht explizit etwas anderes vermerkt wurde.
Werden einzelne verpflichtende Teilleistungen nicht erbracht, gilt die Lehrveranstaltung als abgebrochen. Falls dem Nichterbringen der Leistung kein wichtiger und unvorhersehbarer Grund seitens des/der Studierenden vorliegt, wird die LV negativ beurteilt.
Bei Vorliegen eines solchen Grundes (zB eine längere Erkrankung) kann der/die Studierende auch nach Ablauf der Frist von der LV abgemeldet werden. Über das Vorliegen eines wichtigen Grundes entscheidet die Lehrveranstaltungsleitung. Der Antrag auf Abmeldung ist unverzüglich nach Eintreten des Grundes zu stellen.
Wurde eine Teilleistung erschlichen, d.h. etwa bei einer Prüfung oder einem Test geschummelt, bei einer schriftlichen Arbeit plagiiert oder auch Unterschriften auf Anwesenheitslisten gefälscht, wird die gesamte Lehrveranstaltung als "nicht beurteilt" gewertet und mit dem Vermerk "geschummelt/erschlichen" in das Notenerfassungssystem eingetragen.
Im Zuge der Beurteilung kann eine Plagiatssoftware (Turnitin in Moodle) zur Anwendung kommen: Details werden von den Lehrenden in der Lehrveranstaltung bekanntgeben.

Mindestanforderungen und Beurteilungsmaßstab

Beurteilungsmaßstab: die Beurteilung hängt von der effektiven Mitarbeit und Anwesenheit, der Qualität des Referats, und der Essays ab. Anwesenheit und aktive Teilnahme an Diskussionen: 20%, Referat: 30%, Essays: 50%

Prüfungsstoff

Literaturbearbeitung, Präsentationen/Diskussionen, quantitative Analyse

Literatur

Bayertz, K. (Ed.). (1999). Solidarity. Dordrecht: Kluwer.
Guger, Alois (Hrsg., 2009): Umverteilung im Wohlfahrtstaat. Sozialpolitische Studienreihe Nr.1. Wien: BMASK.
Tóth András; Grajczjár István (2013): Das Vordringen der radikalen Rechten in Ungarn. In: Neue Gesichter unter alten Hüten? Books on Demand ISBN 978-3-7322-4537-6, Paperback, 200 Seiten
Rathkolb, Oliver (2011): Neuer Politischer Autoritarismus. In: APuZ, Nr.44-45,
Csepeli-Prazsák (2011): New authoritarianism, Unter: http://konfliktuskutato.hu/index.php?option=com_content&view=article&id=274:new-authoritarianism&catid=31:uj-tekintelyelvseg
Duriez and Van Hiel (2002): The march of modern fascism. A comparison of social dominance orientation and authoritarianism, Personality and Individual Differences, 32: 1199-1213
Rathkolb, Oliver (Hrsg, 2010): Authoritarianism, history and democratic dispositions in Austria, Poland, Hungary and the Czech Republic. Wien: Studienverlag.
Mudde, Cas:The Populist Radical Right: A Pathological Normalcy, West European Politics, Vol.33, No.6, 2010, pp.1167-1186.
Betz, H.-G. (2001). Radikaler Rechtspopulismus im Spannungsfeld zwischen neoliberalistischen Wirtschaftskonzepten und antiliberaler autoritärer Ideologie. In D. Loch & W. Heitmeyer (Eds.), Schattenseiten der Globalisierung (pp. 167-185).
Butterwegge, Christoph/ Hentges, Gudrun (Hrsg., 2008). Rechtspopulismus. Arbeitswelt und Armut. Befunde aus Deutschland, Österreich und der Schweiz. Opladen: Verlag Barbara Budrich.
Flecker, Jörg (Hrsg., 2007). Changing Working Life and the Appeal of the Extreme Right. United Kingdom: Ashgate.
Zilian, Hans Georg (2002): Der Populismus und das Ende der Gleichheit; in: Eismann, Wolfgang (ed.), Rechtspopulismus - Österreichische Krankheit oder Europäische Normalität? Czernin Verlag, Wien
Bustikova, Lenka, and Herbert Kitschelt. "The radical right in post-communist Europe. Comparative perspectives on legacies and party competition."Communist and Post-Communist Studies 42.4 (2009): 459-483.
Mudde, Cas. Populist radical right parties in Europe. Vol. 22. No. 8. Cambridge: Cambridge University Press, 2007.
Norris, Pippa. Radical right: Voters and parties in the electoral market. Cambridge University Press, 2005.
Hainsworth, Paul. The extreme right in Western Europe. London New York: Routledge, 2008.
Publishing (2008): 147-163.
Georgi, F. (2013). Notizen zu einer Kritik der Migrationspolitik. Kurswechsel, 1(2013), 41-50.
Harvey, D. (2005). Der neue Imperialismus. Hamburg: VSA-Verlag.
Koch, Eckart (2014): Globalisierung: Wirtschaft und Politik. Berlin: Springer.
Deutsche Wirtschafts Nachrichten (2013): Der große Plan: IWF-Kredite als Mittel zur Ausbeutung der Völker. http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2013/11/03/der-grosse-plan-iwf-kredite-als-mittel-zur-ausbeutung-der-voelker/
Heinrich Böll Stiftung (2007). Natural Resources and Conflict.
Schiffer-Nasserie, Arian (2015): Flüchtlingspolitik: Ein Jahr nach Lampedusa. Die Toten an den EU-Außengrenzen sind unvermeidlich – wofür? Sopos3/2015. http://www.sopos.org/aufsaetze/55191d63348f7/1.phtml.
United Nations High Commissioner for Refugees (UNHCR) (2015): Mid-Year Trends 2015. http://www.unhcr.org/statistics.
Wallerstein, Immanuel (1983): Klassenanalyse und Weltsystemanalyse. In: Reinhard Kreckel (Hrsg.): Soziale Ungleicheiten. Göttingen. S. 301-320.
Wolff, Ernst (2015): Wie Europas Politik den Terror für sich instrumentalisiert. Vom 21.11.15 http://www.heise.de/tp/artikel/46/46623/1.html.

Zuordnung im Vorlesungsverzeichnis

in 505: Ba A3 Forschungspraktikum 1

Letzte Änderung: Mi 21.04.2021 11:26