Universität Wien FIND

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230047 SE Lektüreseminar: Niklas Luhmann - Liebe als Passion (2021S)

2.00 ECTS (1.00 SWS), SPL 23 - Soziologie
Prüfungsimmanente Lehrveranstaltung
DIGITAL
Do 20.05. 09:00-10:30 Digital

An/Abmeldung

Details

max. 35 Teilnehmer*innen
Sprache: Deutsch

Lehrende

Termine (iCal) - nächster Termin ist mit N markiert

Update 22.02.2021: Die Lehrveranstaltung ist nach der Hauptanmeldephase ausgelastet. Keine Restplatzvergabe möglich.

Donnerstag 11.03. 09:00 - 10:30 Digital
Donnerstag 25.03. 09:00 - 10:30 Digital
Donnerstag 15.04. 09:00 - 10:30 Digital
Donnerstag 29.04. 09:00 - 10:30 Digital
Donnerstag 10.06. 09:00 - 10:30 Digital
Donnerstag 17.06. 09:00 - 10:30 Digital

Information

Ziele, Inhalte und Methode der Lehrveranstaltung

Unsere Vorstellungen von romantischer Liebe prägen nicht nur unsere Erwartungen über ein gelungenes Leben, sie beleben ganze Branchen, vom Online Dating über das Valentinstagsgeschäft bis hin zu Paartherapien. Dabei scheint die romantische Liebe etwas Selbstverständliches zu sein, und doch ist sie keineswegs eine natürliche Gegebenheit: Der Künstleraktivist und Dissident Pjotr Pawlenski behauptete nicht ganz zu unrecht, dass die »Bedeutung des Wortes ›Liebe‹ […] von der Filmindustrie bestimmt« werde. Er hätte noch hinzufügen können: von der Popmusik, Social Media Homestories, Youtube-Kitsch etc. pp. Auf jeden Fall ist unser Verständnis von Liebe von unserem Medienkonsum geprägt und gesellschaftlich-historischen Veränderungen unterworfen. Die Schriftsteller-Gebrüder Concourt vermuteten deshalb bereits um 1850, dass »der Mensch die Liebe gemacht« habe. Dieser seinem Wesen nach soziologische Verdacht wurde später vielfach bestätigt, unter anderem durch die bereits klassisch gewordene Semantikstudie »Liebe als Passion« von Niklas Luhmann, einem Lehrstück historisch-semantischer und im weitesten Sinne diskursarchäologischer Forschung. »Semantik« ist dabei vor allem als Begriffsgeschichte zu verstehen. Luhmann zeigt auf, wie der Begriff der »Liebe« als auch die Diskurse, die mit diesem Begriff in Zusammenhang stehen, sich im Laufe der Zeit wandelten: Das gilt etwa für das Geschlechterverhältnis, für das Konzept von Partnerschaft und Ehe sowie für die Sexualität. Dabei stützt sich Luhmann vor allem auf die Romanliteratur ab dem 17. Jahrhundert als Datenquelle, da gerade der Roman über Jahrhunderte beeinflusst und dokumentiert hat, wie wir über die Liebe denken, sprechen und träumen – und damit, wie wir lieben. Auch die Liebesvorstellungen Hollywoods sind deshalb in vielerlei Hinsicht nur Variationen jener Konzepte, die bereits in der empfindsamen Romanliteratur zu finden sind.
Auf die Evolution historischer Semantiken und Diskurse ausgelegte Studien wie jene von Niklas Luhmann tragen dazu bei, sowohl den Bedeutungswandel von Begriffen als auch die strukturellen Veränderungen der Gesellschaften, in denen diese Begriffe sich ausprägen, zu verstehen. Zudem vermögen es solche Studien, den Einfluss von Medien bei der Ausprägung, Festigung und Tradierung gesellschaftlich relevanter Semantiken zu berücksichtigen.
Darüber hinaus kann »Liebe als Passion« auch mit dem Ziel gelesen werden, Grundbegriffe der Systemtheorie zu erarbeiten.
Kursziele:
- Sie gewinnen ein grundlegendes Verständnis für die historisch-semantische Methodik der Systemtheorie.
- Sie eignen sich ein historisch differenziertes Verständnis des Phänomens der romantischen Liebe an.
- Sie können die Tragweite gegenwärtiger Veränderungen der Liebessemantik mithilfe des gewonnenen Wissens besser einschätzen und analysieren.

Art der Leistungskontrolle und erlaubte Hilfsmittel


Hinweis der SPL:
Die Erbringung aller Teilleistungen ist Voraussetzung für eine positive Beurteilung, wenn nicht explizit etwas anderes vermerkt wurde.
Werden einzelne verpflichtende Teilleistungen nicht erbracht, gilt die Lehrveranstaltung als abgebrochen. Falls dem Nichterbringen der Leistung kein wichtiger und unvorhersehbarer Grund seitens des/der Studierenden vorliegt, wird die LV negativ beurteilt.
Bei Vorliegen eines solchen Grundes (zB eine längere Erkrankung) kann der/die Studierende auch nach Ablauf der Frist von der LV abgemeldet werden. Über das Vorliegen eines wichtigen Grundes entscheidet die Lehrveranstaltungsleitung. Der Antrag auf Abmeldung ist unverzüglich nach Eintreten des Grundes zu stellen.
Wurde eine Teilleistung erschlichen, d.h. etwa bei einer Prüfung oder einem Test geschummelt, bei einer schriftlichen Arbeit plagiiert oder auch Unterschriften auf Anwesenheitslisten gefälscht, wird die gesamte Lehrveranstaltung als "nicht beurteilt" gewertet und mit dem Vermerk "geschummelt/erschlichen" in das Notenerfassungssystem eingetragen.
Im Zuge der Beurteilung kann eine Plagiatssoftware (Turnitin in Moodle) zur Anwendung kommen: Details werden von den Lehrenden in der Lehrveranstaltung bekanntgeben.

Mindestanforderungen und Beurteilungsmaßstab

Mindestanforderungen sind:
- die Lektüre und aktive Diskussion der Basistexte (20%)
- die Erstellung von Exzerpten bzw. Diskussionsbeiträgen, die vor der jeweiligen Einheit abzugeben sind (30 %)
- ein Kurzreferat (25 %)
- die Abgabe eines Abschlussessays im Umfang von ca. 3 Seiten. (25 %)

Alle Teilleistungen müssen positiv abgeschlossen werden, um die LV positiv abzuschließen.
Es gilt Anwesenheitspflicht. Aufgrund der geringen Anzahl an Terminen ist nur eine Fehlstunde gestattet.

WICHTIG: Die Studierenden werden darum gebeten, spätestens mit der ersten Einheit ein Exemplar von Luhmanns »Liebe als Passion: Zur Codierung der Intimität« zu haben.

Prüfungsstoff

Literatur

Luhmann, Niklas, Liebe als Passion, Zur Codierung der Intimität, Suhrkamp Verlag Frankfurt am Main, 1. Auflage 1982

Zuordnung im Vorlesungsverzeichnis

Letzte Änderung: Mi 21.04.2021 11:26