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230061 VO+SE Techniksoziologie und Innovationsforschung (2018S)

5.00 ECTS (2.50 SWS), SPL 23 - Soziologie
Prüfungsimmanente Lehrveranstaltung

Details

max. 38 Teilnehmer*innen
Sprache: Deutsch

Lehrende

Termine (iCal) - nächster Termin ist mit N markiert

Dienstag 06.03. 10:30 - 12:25 Inst. f. Soziologie, Seminarraum 3, Rooseveltplatz 2, 1.Stock
Dienstag 13.03. 10:30 - 12:25 Inst. f. Soziologie, Seminarraum 3, Rooseveltplatz 2, 1.Stock
Dienstag 20.03. 10:30 - 12:25 Inst. f. Soziologie, Seminarraum 3, Rooseveltplatz 2, 1.Stock
Dienstag 10.04. 10:30 - 12:25 Inst. f. Soziologie, Seminarraum 3, Rooseveltplatz 2, 1.Stock
Dienstag 17.04. 10:30 - 12:25 Inst. f. Soziologie, Seminarraum 3, Rooseveltplatz 2, 1.Stock
Dienstag 24.04. 10:30 - 12:25 Inst. f. Soziologie, Seminarraum 3, Rooseveltplatz 2, 1.Stock
Dienstag 08.05. 10:30 - 12:25 Inst. f. Soziologie, Seminarraum 3, Rooseveltplatz 2, 1.Stock
Dienstag 15.05. 10:30 - 12:25 Inst. f. Soziologie, Seminarraum 3, Rooseveltplatz 2, 1.Stock
Dienstag 29.05. 10:30 - 12:25 Inst. f. Soziologie, Seminarraum 3, Rooseveltplatz 2, 1.Stock
Dienstag 05.06. 10:30 - 12:25 Inst. f. Soziologie, Seminarraum 3, Rooseveltplatz 2, 1.Stock
Dienstag 12.06. 10:30 - 12:25 Inst. f. Soziologie, Seminarraum 3, Rooseveltplatz 2, 1.Stock
Dienstag 19.06. 10:30 - 12:25 Inst. f. Soziologie, Seminarraum 3, Rooseveltplatz 2, 1.Stock
Dienstag 26.06. 10:30 - 12:25 Inst. f. Soziologie, Seminarraum 3, Rooseveltplatz 2, 1.Stock

Information

Ziele, Inhalte und Methode der Lehrveranstaltung

Ziel der LV ist die Einführung der Studierenden in theoretische Konzepte der Techniksoziologie sowie ihre kritische Diskussion. Das Seminar besteht aus Vorlesungs- und Seminarteilen, die aktive Mitarbeit erfordern. Zu den Seminareinheiten sind techniksoziologische Texte vorzubereiten. Die Beurteilung setzt sich je zu einem Drittel aus dieser aktiven Mitarbeit (inklusive Anwesenheit & Textvorbereitung), der Abschlusspräsentation eines eigenständig aus der Literatur erarbeiteten Themas und einer schriftlichen Abschlussarbeit zusammen.

Inhalte: Technik entwickelt sich in einem stetig steigendem Tempo, durchdringt immer mehr gesellschaftliche Bereiche, ist interaktiver und "intelligenter" geworden. Doch was bedeuten Interaktivität und Intelligenz in Bezug auf Technologien? Kann mittlerweile von einer technischen Sozietät gesprochen werden? Muss die Soziologie technische Artefakte daher als Teil von sozialen Beziehungen, Diskursen und Praktiken erfassen? Soziologie, so die These, braucht, sofern sie handlungstheoretisch verortet wird, eine wesentlich breitere Vorstellung vom Sozialen. Klar ist, dass sozio-technische Entwicklungen neue Fragestellungen an die Soziologie - ihre Begriffe, Theorien und Methoden - herantragen. Diese greift die VOSE "Techniksoziologie" auf und bietet eine Einführung in sozialwissenschaftliche Perspektiven von Technik und Innovation. Im Fokus steht dabei das Spannungsverhältnis zwischen Technik und Gesellschaft bzw. Organisation und Individuum. Ziel ist es, Technik als immer bedeutsamer werdenden Teil des Sozialen auf unterschiedliche Art und Weise soziologisch erfassen zu können. Dabei werden sowohl deterministische, als auch sozial-konstruktivistische, prozessorientierte und postmoderne Ansätze diskutiert.

Zunächst werden Entwicklung und Wirkung von Technologien auf Makro- und Mikroebene behandelt. Was ist Technik aus soziologischer Perspektive - soziale Konstruktion oder materielle Wirklichkeit? Welche Rolle spielt das Soziale in der Entstehung von Technik - wie und durch wen entsteht Technik? Wie wirkt sich Technik auf das Soziale aus? Wie und von wem wird Technik genutzt? Welche Rolle spielt sie in sozialen Interaktionen? Handelt Technik, und wenn ja, wie? Was unterscheidet technische von sozialen Systemen? Anschließend widmet sich das Seminar der Erarbeitung eines kritischen Blickwinkels auf die Rolle von Technik in unserer Gesellschaft. Wie ist Systemkritik vor dem Hintergrund technisierter und damit scheinbar "objektivierter" Gesellschaften möglich? Welche Machtstrukturen stehen hinter der Entwicklung von Technologien und der technologischen Durchdringung der Gesellschaft? Welche kritischen Fragestellungen ergeben sich daraus für heutige Gesellschaftsanalysen?

Diese Fragen werden auf Grundlage von theoretisch-konzeptioneller Literatur (deutsch- und englisch-sprachig) sowie empirischen Beispielen besprochen. Das Seminar beinhaltet einen Vortragsteil (Vorlesung) und einen Seminarteil, in dem die Teilnehmenden Fragestellungen aus der Literatur gemeinsam interaktiv bearbeiten.

Die LV gliedert sich in 5 Vorlesungs- ein 4 Seminareinheiten. Die drei Abschlusseinheiten dienen der Präsentation und kritischen Diskussion der Abschlussarbeiten. Vorlesungseinheiten setzen sich stärker mit theoretischen Grundlagen der Techniksoziologie auseinander, während in Seminareinheiten die Erarbeitung von empirischen Forschungsdesigns anhand techniksoziologischer Fragestellungen im Vordergrund steht.

Art der Leistungskontrolle und erlaubte Hilfsmittel

Abschlusspräsentation (33,3%), Seminararbeit (33,3%) und aktive Mitarbeit (inklusive Textvorbereitung für vier Seminareinheiten) (33,3%). Zur Vorbereitung auf die Seminareinheiten sind anhand der Pflichtlektüre drei kritische Fragen und/oder Verständnisfragen an den gelesenen Text zu formulieren. Diese drei schriftlichen Reflexionsfragen sind jeweils bis zur vorgesehenen Deadline in den entsprechenden Ordnern via Moodle abzugeben. Für die positive Absolvierung der Lehrveranstaltung ist eine regelmäßige Anwesenheit erforderlich (80% Anwesenheit entspricht max. 2 Fehleinheiten).

Die schriftliche Abschlussarbeit besteht aus der Erarbeitung eines Forschungsdesigns zu einer frei gewählten techniksoziologischen Fragestellung anhand der in der LV diskutierten Literatur. Abgabe der schriftlichen Abschlussarbeit bis zum 15. August 2018 auf Moodle. Der Umfang der schriftlichen Abschlussarbeit beträgt 5-7 Seiten pro Person und kann einzeln oder zu zweitgeschrieben werden.

Hinweis der SPL: bei Feststellung einer erschlichenen Teilleistung (Abschreiben, Plagiieren, Ghostwriting, etc.) muss die gesamte Lehrveranstaltung als geschummelt gewertet und als Antritt gezählt werden.

Mindestanforderungen und Beurteilungsmaßstab

Mindestanforderung ist die Hälfte der schriftlichen Übungsaufgaben, die Abschlusspräsentation und die Abgabe der schriftlichen Abschlussarbeit. Die drei Teilleistungen bestimmen zu je 33% die Note.

Prüfungsstoff

Für die Präsentationen sind die Inhalte der Vorlesung und die angeführte Literatur heranzuziehen.

Literatur

Häußling, Roger (2014). Techniksoziologie. Baden-Baden: Nomos.
Mai, Mandred (2011). Technik, Wissenschaft und Politik. Studien zur Techniksoziologie und Technikgovernance. Wiesbaden: Springer Fachmedien.
Weyer, Johannes (2008). Technisoziologie: Genese, Gestaltung und Steuerung sozio-technischer Systeme. Weinheim (u.A.): Juventa.
Marsuzaki, Hironori (2011). Die Frage nach der „Agency“ von Technik und die Normenvergessenheit der Techniksoziologie. In: Lüdtke, Nico & Matsuzaki, Hironori (Hrsg.). Akteur – Individuum – Subjekt. Fragen zu ‚Personalität’ und ‚Sozialität’. Wiesbaden: VS. 301-325.
Pinch, Trevor & Bijker, Wiebe (1987). The Social Construction of Facts and Artifacts: Or How the Sociology of Science and the Sociology of Technology Might Benefit Each Other. In: Bijker, Hughes, Pinch 1987: 17-50.
Mackenzie, Donald & Wajcman, Ludy (Ed.). (1985). The Social Shaping of Technology. Milton Keynes: Open University Press.
Latour, Bruno (2006). Technik ist stabilisierte Gesellschaft. In: Belliger/Krieger 2006: 369-397.
Latour, Bruno (1988). Mixing Humans and Nonhumans Together. The Sociology of a Door-Closer. In: Social Problems, 35/3, 298-310.

Zuordnung im Vorlesungsverzeichnis

in 505: BA A2 VOSE Spezielle Soziologie

Letzte Änderung: Fr 31.08.2018 08:43