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230082 SE+UE Qualitative Methoden: Einführung in die soziologische Biographieforschung (2019S)

7.00 ECTS (3.50 SWS), SPL 23 - Soziologie
Prüfungsimmanente Lehrveranstaltung

Details

max. 30 Teilnehmer*innen
Sprache: Deutsch

Lehrende

Termine (iCal) - nächster Termin ist mit N markiert

Dienstag 05.03. 09:00 - 12:30 Inst. f. Soziologie, Seminarraum 2, Rooseveltplatz 2, 1.Stock
Dienstag 19.03. 09:00 - 12:30 Inst. f. Soziologie, Seminarraum 2, Rooseveltplatz 2, 1.Stock
Dienstag 26.03. 09:00 - 12:30 Inst. f. Soziologie, Seminarraum 2, Rooseveltplatz 2, 1.Stock
Dienstag 02.04. 09:00 - 12:30 Inst. f. Soziologie, Seminarraum 2, Rooseveltplatz 2, 1.Stock
Dienstag 09.04. 09:00 - 12:30 Inst. f. Soziologie, Seminarraum 2, Rooseveltplatz 2, 1.Stock
Dienstag 07.05. 09:00 - 12:30 Inst. f. Soziologie, Seminarraum 2, Rooseveltplatz 2, 1.Stock
Dienstag 14.05. 09:00 - 12:30 Inst. f. Soziologie, Seminarraum 2, Rooseveltplatz 2, 1.Stock
Dienstag 21.05. 09:00 - 12:30 Inst. f. Soziologie, Seminarraum 2, Rooseveltplatz 2, 1.Stock
Dienstag 28.05. 09:00 - 12:30 Inst. f. Soziologie, Seminarraum 2, Rooseveltplatz 2, 1.Stock
Dienstag 04.06. 09:00 - 12:30 Inst. f. Soziologie, Seminarraum 2, Rooseveltplatz 2, 1.Stock
Dienstag 18.06. 09:00 - 12:30 Inst. f. Soziologie, Seminarraum 2, Rooseveltplatz 2, 1.Stock
Dienstag 25.06. 09:00 - 12:30 Inst. f. Soziologie, Seminarraum 2, Rooseveltplatz 2, 1.Stock

Information

Ziele, Inhalte und Methode der Lehrveranstaltung

Die Tatsache der Geschichtlichkeit menschlicher Existenz, drückt sich im Alltag darin aus, dass Gesellschaft durch Lebensgeschichten erfahren, verarbeitet und gedeutet wird. Diesen Umstand macht sich die Soziologie zunutze, um ihrerseits das gesellschaftliche soziale Leben verstehend erklären zu können. In der Soziologie sind Lebensgeschichten (Biographien) also kein Selbst-zweck, sondern sie dienen der Analyse sozialer Strukturen und Prozesse, wobei individuelles Erfahren und Handeln den Ausgangspunkt bildet. Dieser Gedanke wurde von Georg Simmel und Max Weber grundgelegt und von Alfred Schütz zu einer „Wissenssoziologie des Alltags“ ausgearbeitet. Der sinnhafte Aufbau der sozialen Welt lässt sich mit neueren Entwicklungen in der interpretativen Sozialforschung und der narrativen Psychologie verbinden, woraus ein me-thodologisch begründetes, mit Idealtypen arbeitendes Forschungsprogramm biographisch orien-tierter Soziologie entstand.
Vor diesem Hintergrund sollen die Grundlagen und die Anwendung der idealtypisch begründe-ten (begriffsgeleiteten) Erforschung biographischer Prozesse erarbeitet werden. Über systemati-sches, begriffsgeleitetes Verstehen kann soziales Handeln über individuelle Fälle erklärt werden und umgekehrt können über den Vergleich von Einzelfällen soziale Strukturen erforscht werden.
Das Seminar besteht aus zwei sich überschneidenden Teilen: einem methodologischen und ei-nem praktischen Teil. Im methodologischen Teil werden vier Themen bearbeitet, in denen der Begründungszusammenhang der biographischen Sozialforschung zum Ausdruck kommt: (1) die narrative Qualität von Daten und das Erzählen von Geschichten, (2) der Zusammenhang von Erzählen und Handeln, (3) die Interpretation individueller Fälle als „historische Individuen“ (Max Weber), (4) die Generalisierung von Einzelfällen über Fallvergleich und multiple Fallstu-diendesigns. Im praktischen Teil soll von den SeminarteilnehmerInnen ein komplettes For-schungsprojekt formuliert und realisiert werden, dessen Schritte von der Fragestellung und dem Forschungsdesigns über das Führen biographischer Interviews bzw. das Sammeln biographischer Daten, die Auswertung von Einzelfällen, der Erstellung von Falltypen über Fallvergleiche bis zur der verstehenden Erklärung von Fällen über Idealtypen führen.
Die TeilnehmerInnen erwerben die Kompetenz ein Forschungsdesign für ein Forschungsprojekt im Rahmen der biographischen Sozialforschung zu erstellen. Sie machen praktische Erfahrungen beim Vorbereiten und Führen narrativer (biographischer) Interviews und bei der systematischen Analyse von qualitativem Datenmaterial im Team; wesentlich dabei ist die kritische Reflexion der Vorgangsweise durch regelmäßiges Feedback im Seminar.

Art der Leistungskontrolle und erlaubte Hilfsmittel

Führen und Transkribieren eines narrativen (biographischen) Interviews sowie schriftliche Reflexion über die eigene InterviewerInnenrolle bis
Fallübersicht und Paraphrase des Interviews
Verstehende Erklärung des eigenen Interviews mittels der erarbeiteten Typologie
Abschlussbericht (Gruppe)

Hinweis der SPL: bei Feststellung einer erschlichenen Teilleistung (Abschreiben, Plagiieren, Ghostwriting, etc.) muss die gesamte Lehrveranstaltung als geschummelt gewertet und als Antritt gezählt werden.

Mindestanforderungen und Beurteilungsmaßstab

Prüfungsstoff

Literatur


Zuordnung im Vorlesungsverzeichnis

in 505: BA M3 SE und UE Qualitative Methoden

Letzte Änderung: Mo 12.08.2019 11:08