Universität Wien FIND
Achtung! Das Lehrangebot ist noch nicht vollständig und wird bis Semesterbeginn laufend ergänzt.

230088 FS Forschungslabor 1: "Voices of transition" Lebensrealitäten Jugendlicher nach der Neuen Mittelschule (2017W)

Zweite Welle des qualitativen Panels "Wege in die Zukunft"

6.00 ECTS (3.00 SWS), SPL 23 - Soziologie
Prüfungsimmanente Lehrveranstaltung

Details

max. 20 Teilnehmer*innen
Sprache: Deutsch

Lehrende

Termine (iCal) - nächster Termin ist mit N markiert

Das Forschungslabor ist eine "einjährige" Lehrveranstaltung, die in zwei aufeinander folgenden Semestern angeboten wird und sich durch die Durchführung eines konkreten Forschungsvorhabens des Instituts für Soziologie auszeichnet und somit als Anknüpfungspunkt für Masterarbeiten fungiert. Der zweite Teil im S2018 baut inhaltlich und organisatorisch auf den ersten Teil auf. Es ist vorgesehen, beide Teile dieses Forschungslabors zu absolvieren.

Donnerstag 05.10. 08:45 - 11:00 Inst. f. Soziologie, Seminarraum 2, Rooseveltplatz 2, 1.Stock
Donnerstag 12.10. 08:45 - 11:00 Inst. f. Soziologie, Seminarraum 2, Rooseveltplatz 2, 1.Stock
Donnerstag 19.10. 08:45 - 11:00 Inst. f. Soziologie, Seminarraum 2, Rooseveltplatz 2, 1.Stock
Donnerstag 09.11. 08:45 - 11:00 Inst. f. Soziologie, Seminarraum 2, Rooseveltplatz 2, 1.Stock
Donnerstag 16.11. 08:45 - 11:00 Inst. f. Soziologie, Seminarraum 2, Rooseveltplatz 2, 1.Stock
Donnerstag 23.11. 08:45 - 11:00 Inst. f. Soziologie, Seminarraum 2, Rooseveltplatz 2, 1.Stock
Donnerstag 30.11. 08:45 - 11:00 Inst. f. Soziologie, Seminarraum 2, Rooseveltplatz 2, 1.Stock
Donnerstag 07.12. 08:45 - 11:00 Inst. f. Soziologie, Seminarraum 2, Rooseveltplatz 2, 1.Stock
Donnerstag 14.12. 08:45 - 11:00 Inst. f. Soziologie, Seminarraum 2, Rooseveltplatz 2, 1.Stock
Donnerstag 11.01. 08:45 - 11:00 Inst. f. Soziologie, Seminarraum 2, Rooseveltplatz 2, 1.Stock
Donnerstag 18.01. 08:45 - 11:00 Inst. f. Soziologie, Seminarraum 2, Rooseveltplatz 2, 1.Stock

Information

Ziele, Inhalte und Methode der Lehrveranstaltung

Dieses einjährige Forschungslabor ist in das am Institut für Soziologie laufende Forschungsprojekt "Unsere Zukunft - eine Längsschnittstudie über die Vergesellschaftung junger Menschen in Wien" eingebettet. Das vom gesamten Institut getragene Projekt untersucht in einer fünfjährigen Längsschnittstudie, inwiefern und auf welche Art es gelingt, junge Menschen in Wien in das Bildungssystem, den Arbeitsmarkt und in soziale Beziehungsnetzwerke einzubinden und ihnen Anerkennung zu sichern. Zugleich geht es auf individueller Ebene um die entworfene oder versprochene, erhoffte oder befürchtete Zukunft junger WienerInnen, ihre Ausstattungen und Befähigungen. Verschiedene, miteinander verbundene Bereiche der Lebensphase Jugend werden in den Blick genommen: Übergänge im Ausbildungs- und Erwerbssystem, Veränderungen in den familiären Beziehungen und sozialen Verflechtungen, sowie Identitätsbildungsprozesse und jugendkulturelle Dynamiken.
Im Rahmen des Forschungslabors soll nun bereits die zweite Welle qualitativer Interviews mit Jugendlichen im Alter von 15-16 Jahren geführt werden. Die TeilnehmerInnen sind Absolventen der Neuen Mittelschulen in Wien. Jugendliche dieser Schultypen schlagen vielfältige Lebenswege ein, im Durchschnitt aber sind ihre Teilhabemöglichkeiten stärker in Frage gestellt.
Im ersten Semester des Forschungslabors werden wir zunächst theoretische Grundlagen erarbeiten und gemeinsam ausgewählte Texte und Forschungsarbeiten diskutieren. Durch Auseinandersetzung mit den Ergebnissen der ersten Welle nähern wir uns dem Feld und üben intensiv die praktische Umsetzung qualitativer Längsschnittforschung und Interviewführung.
In den Lehrveranstaltungseinheiten setzen wir uns insbesondere mit den Methoden des qualitativen Interviews auseinander. Mittels verschiedener Praxisübungen haben die TeilnehmerInnen die Möglichkeit, Erfahrungen mit den Erhebungsmethoden zu sammeln und diese in der Gruppe zu reflektieren. Aber auch die Themen Forschungsethik, Datenschutz und Datendokumentation werden uns beschäftigen, denn die von uns erhobenen Forschungsdaten sollen den Grundstein für eine Datensammlung bilden, die am Institut auch für weitere Forschungsarbeiten (z.B. Masterarbeiten) zur Verfügung steht.
Wir arbeiten gemeinsam an der Erstellung eines Leitfadens für die qualitativen Interviews. Interviewmemos und Datenmaterial aus der ersten Welle des Panels dienen dafür als Grundlage. Ein "Advisory Board", das aus Mitgliedern der Steuerungsgruppe des Projekts besteht, wird uns beratend zur Seite stehen.
Es werden die qualitativen Interviews mit den Jugendlichen geführt und transkribiert. Im 2. Semester liegt das Augenmerk auf der Analyse und Auswertung der qualitativen Daten, wobei ausgewählte qualitative Analysemethoden vorgestellt und erprobt werden. Passende Verfahren für die Auswertung der erhobenen Daten werden in Auswertungsgruppen angewandt. Außerdem geht es um die Verschriftlichung der Ergebnisse und deren Aufbereitung für verschiedene Formen der Präsentation in wissenschaftlichen Kontexten (Konferenzbeitrag, Plakat, Medienbericht, etc.). Nach Bedarf werden weitere thematische Inputs gegeben und über gemeinsame Lektüre kritisch erarbeitet.

Lehr-/Lernmethoden
Die Lehrveranstaltungseinheiten sind aufgeteilt in ein Methoden- und ein Projektplenum:
A) Im Methodenplenum werden bereits erworbenen Kenntnisse vertieft und erweitert. Hierzu bearbeiten Sie für jede und in jeder Veranstaltungseinheit Fachliteratur. In der Veranstaltung diskutieren wir dann offene Fragen sowie, wie diese methodischen Kenntnisse bei der Bearbeitung der Forschungsfrage helfen können.
B) Im Projektplenum werden die neu erworbenen Methodenkenntnisse in unser konkretes Forschungsprojekt umgesetzt. In diesem Teil der Fragebogenentwurf getestet und die Datenerhebung vorbereitet.

- Textlektüre und -diskussion
- Kleingruppenarbeit
- Diskussion
- Einzelarbeit
- Umsetzung methodischen Wissens

Art der Leistungskontrolle und erlaubte Hilfsmittel

Regelmäßige und pünktliche Anwesenheit (Mindestanforderung)
- Lesen der Literatur in Vorbereitung auf die Veranstaltung und Erfüllen der Arbeitsaufträge für das Projekt (Milestones) (Mindestandforderung)
- Aktive Mitarbeit an Diskussion und Gruppenarbeiten während der Einheiten - 20% der Gesamtnote
- Transkription - 10 % der Gesamtnote
- Konzeption und Durchführung von zwei Interviews und Erstellung von zwei Beobachtungsprotokollen 30 % der Gesamtnote
- Verschriftlichung erster Analyseergebnisse (der Interviewmemos aus der ersten Welle und zweiten Welle) - 30 %
- Beiträge zum Interviewleitfaden - 10 %

Hinweis der SPL: bei Feststellung einer erschlichenen Teilleistung (Abschreiben, Plagiieren, Ghostwriting, etc.) muss die gesamte Lehrveranstaltung als geschummelt gewertet und als Antritt gezählt werden.

Mindestanforderungen und Beurteilungsmaßstab

Mindestanforderung für die positive Beurteilung ist:
• Regelmäßige Anwesenheit (nur ein Termin darf versäumt werden!)
• Aktive Mitarbeit
• Genügende Erfüllung und rechtzeitige Abgabe der Arbeitsaufträge (Milestones)
• Verfassen eines Forschungsberichts und dessen Präsentation

Jede Teilleistung wird eigenständig bewertet.
Mindestanforderung für die positive Beurteilung ist die Anwesenheit, das Abfassen eines Forschungsberichts gemäß der Vorgaben der Lehrveranstaltungsleitung und die gelungene Präsentation der Ergebnisse im Rahmen der Lehrveranstaltung.

Prüfungsstoff

Neben inhaltlichen Inputs der LV-Leiterinnen wird es moderierte Diskussionen, Kleingruppenarbeit sowie Praxisübungen zu den vorgestellten Erhebungs- und Auswertungsmethoden bzw. zu einzelnen thematischen Blöcken geben. Die Feldphase (Feldeinstieg, Organisatorisches, Durchführung qualitativer Interviews mit Jugendlichen), deren sorgfältige Vorbereitung und laufende Reflexion, bildet den Kern des ersten Semesters. Im 2. Semester wird die supervidierte Arbeit in Auswertungsgruppen im Zentrum stehen. In den Einheiten wird eine regelmäßige und durchgehende Teilnahme, aktive Mitarbeit sowie die Lektüre der vorzubereitenden Texte vorausgesetzt. Einzelne Erhebungs- und Auswertungsmethoden kommen im Forschungsprojekt zur Anwendung. Reflexion und Feedbackschleifen begleiten das Forschungslabor in allen Phasen.

Literatur

Calman, L., Brunton, L. y Molassiotis, A. (2013). Developing longitudinal qualitative designs: lessons learned and recommendations from health services research. BMC Medical Research Methodology, 13(14). Recuperado de http://www.biomedcentral.com/1471-2288/13/14
Holland, J. (2007). Qualitative Longitudinal Research: Exploring ways of researching lives through time. Real Life Methods Node of the ESRC National Centre, London. Recuperado de http://citeseerx.ist.psu.edu/viewdoc/download?doi=10.1.1.485.7802&rep=rep1&type=pdf
Holland, J., Thomson, R. y Henderson, S. (2006). Qualitative Longitudinal Research: A Discussion Paper. Recuperado de http://lsbu-test.squiz.co.uk/__data/assets/pdf_file/0019/9370/qualitative-longitudinal-research-families-working-paper.pdf
Saldaña, J. (2003). Longitudinal qualitative research: Analyzing change through time. Walnut Creek, Calif.: Altamira Press.
Shirani, F. y Weller, S. (Eds.). (2010). Timescapes Working Paper Series: Vol. 2. Conducting Qualitative Longitudinal Research: Fieldwork Experiences. Recuperado de http://www.timescapes.leeds.ac.uk/assets/files/WP2-final-Jan-2010.pdf
Taylor, R. (2015). Beyond anonymity: Temporality and the production of knowledge in a qualitative longitudinal study. International Journal of Social Research Methodology, 18(3), 281-292. https://doi.org/10.1080/13645579.2015.1017901
Thomson, R. (2007). The Qualitative Longitudinal Case History: Practical, Methodological and Ethical Reflections. Social Policy and Society, 6(4), 571-582. https://doi.org/10.1017/S1474746407003909
Thomson, R. y Holland, J. (2003). Hindsight, foresight and insight: The challenges of longitudinal qualitative research. International Journal of Social Research Methodology, 6(3), 233–244. https://doi.org/10.1080/1364557032000091833
Shirani, F. (2010). Researcher Change and Continuity in a Qualitative Longitudinal Study: The Impact of Personal Characteristics. En F. Shirani y S. Weller (Eds.), Timescapes Working Paper Series: Vol. 2. Conducting Qualitative Longitudinal Research. Fieldwork Experiences (pp. 49-59).
Weller, S. (2010). Time(s) to be Creative! Sustaining Young People's Engagement in Qualitative Longitudinal Research. En F. Shirani y S. Weller (Eds.), Timescapes Working Paper Series: Vol. 2. Conducting Qualitative Longitudinal Research. Fieldwork Experiences (pp. 34-48). Taylor, R. (2015). Beyond anonymity: Temporality and the production of knowledge in a qualitative longitudinal study. International Journal of Social Research Methodology, 18(3), 281-292. https://doi.org/10.1080/13645579.2015.1017901

Zuordnung im Vorlesungsverzeichnis

Letzte Änderung: Fr 31.08.2018 08:43