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230091 SE Konstruktion und Grenzen - Identität und Ethnizität in der soziologischen Forschung (2015W)

4.00 ECTS (2.00 SWS), SPL 23 - Soziologie
Prüfungsimmanente Lehrveranstaltung

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Details

max. 35 Teilnehmer*innen
Sprache: Deutsch

Lehrende

Termine (iCal) - nächster Termin ist mit N markiert

Donnerstag 15.10. 14:30 - 16:30 Inst. f. Soziologie, Seminarraum 1, Rooseveltplatz 2, 1.Stock
Donnerstag 22.10. 14:30 - 16:30 Inst. f. Soziologie, Seminarraum 1, Rooseveltplatz 2, 1.Stock
Donnerstag 29.10. 14:30 - 16:30 Inst. f. Soziologie, Seminarraum 1, Rooseveltplatz 2, 1.Stock
Donnerstag 05.11. 14:30 - 16:30 Inst. f. Soziologie, Seminarraum 1, Rooseveltplatz 2, 1.Stock
Donnerstag 12.11. 14:30 - 16:30 Inst. f. Soziologie, Seminarraum 1, Rooseveltplatz 2, 1.Stock
Donnerstag 19.11. 14:30 - 16:30 Inst. f. Soziologie, Seminarraum 1, Rooseveltplatz 2, 1.Stock
Donnerstag 26.11. 14:30 - 16:30 Inst. f. Soziologie, Seminarraum 1, Rooseveltplatz 2, 1.Stock
Donnerstag 03.12. 14:30 - 16:30 Inst. f. Soziologie, Seminarraum 1, Rooseveltplatz 2, 1.Stock
Donnerstag 10.12. 14:30 - 16:30 Inst. f. Soziologie, Seminarraum 1, Rooseveltplatz 2, 1.Stock
Donnerstag 17.12. 14:30 - 18:30 Inst. f. Soziologie, Seminarraum 1, Rooseveltplatz 2, 1.Stock

Information

Ziele, Inhalte und Methode der Lehrveranstaltung

Im Zentrum des Seminars steht die intensive Auseinandersetzung mit den Prozessen der Konstruktion und Rekonstruktion von Identität und Alterität, von (ethnischen) Ingroups und Outgroups und den damit einhergehenden sozialen und symbolischen Grenzziehungen. Ein erster Teil des Seminars widmet sich der theoretischen Fundierung der Thematik. Die Basis bildet die sozialkonstruktivistische Wissenssoziologie, wie sie von Peter L. Berger und Thomas Luckmann entwickelt wurde. In der von ihnen herausgearbeiteten fundamentalen Dialektik des Sozialen findet die sozialtheoretische Frage nach der Verbindung von Individuum und Gesellschaft ihren systematischen Niederschlag und die Dichotomie von "Mikro" und "Makro", von Akteur und Struktur wird theoretisch gelöst. Ausgehend von dieser Basis werden soziologische Theorien behandelt, die sich mit Identität und kollektiven Orientierungen sowie mit Nation und Ethnizität und deren Anerkennung bzw. Verkennung beschäftigen.
Vor dem Hintergrund dieser theoretischen Fundierung rücken dann in einem zweiten Teil des Seminars einzelne Fallbeispiele ins Zentrum der Betrachtung. Anhand konkreter empirischer Fälle sollen hier jene Prozesse beleuchtet werden, mittels derer Identitäten oder kollektive Orientierungen entstehen und/oder durch Abgrenzung nach Außen gefestigt werden (z.B. Bosnien-Herzegowina, "Pegida", Ukraine etc.); es soll um die Frage gehen inwieweit, in welchen Kontexten und unter welchen Voraussetzungen kollektive Identifikation in einer individualisierten Welt an Bedeutung gewinnen, sowie darum zu klären, welche Bedingungen (z.B. Finanzkrise oder "Griechenlandkrise" bzw. der Umgang damit) (Re-)Nationalisierungen begünstigen.

Art der Leistungskontrolle und erlaubte Hilfsmittel

Mindestanforderung ist die regelmäßige und aktive Teilnahme an den Sitzungen sowie die Erbringung der folgenden Teilleistungen:
- Vorbereitung der einzelnen Sitzungen durch die intensive Lektüre der jeweils angegebenen Literatur (inkl. Erstellung von Literaturnotizen) (25%);
- Vorbereitung und Präsentation eines kurzen Inputreferats (oder gleichwertige Leistung) (25%);
- Verfassen einer schriftlichen Arbeit (25%)

Mindestanforderungen und Beurteilungsmaßstab

Ziel der Lehrveranstaltung ist es, anhand einer intensiven Auseinandersetzung mit (wissens-) soziologischen Theorien, Prozesse der Identitätsbildung und die damit verbundenen Prozesse sozialer und symbolischer Grenzziehungen zu beleuchten.

Prüfungsstoff

Intensive gemeinsame Textlektüre; Diskussionen in Kleingruppen und im Plenum; Input durch die Lehrveranstaltungsleiterin bzw. durch Kurzreferate der Studierenden.

Literatur

Auswahl:
- Barth, Fredrik. 1969. Ethnic Groups and Boundaries. The Social Organization of Culture Difference. Oslo: Universitetsforlaget.
- Berger, Peter L., und Thomas Luckmann. 1969. Die gesellschaftliche Konstruktion der Wirklichkeit. Eine Theorie der Wissenssoziologie. Frankfurt a. M.: Fischer.
- Brubaker, Rogers. 2007. Ethnizität ohne Gruppen. Hamburg: Hamburger Edition.
- Elias, Norbert. 1987. Die Gesellschaft der Individuen. 7. Aufl. Frankfurt a. M.: Suhrkamp.
- Honneth, Axel. 1992. Kampf um Anerkennung. Zur moralischen Grammatik sozialer Konflikte. Frankfurt a. M.: Suhrkamp.
- Lamont, Michèle, und Virág Molnár. 2002. The Studie of Boundaries in the Social Sciences. Annual Review of Sociology 28 (1).
- Pachucki, Mark A., Sabrina Pendergrass, und Michèle Lamont. 2007. Boundary processes. Recent Theoretical Developments and New Contributions. Poetics 35 (6).
- Taylor, Charles. 2009. Multikulturalismus und die Politik der Anerkennung. Frankfurt a. M.: Suhrkamp.
- Vermeulen, Hans, und Cora Govers, Hrsg. 1994. The Anthropology of Ethnicity. Beyond "Ethnic Groups and Boundaries". Amsterdam: Het Spinhuis.
- Wimmer, Andreas. 2010. Ethnische Grenzziehungen: Eine prozessorientierte Mehrebenentheorie. In Ethnowissen. Soziologische Beiträge zu ethnischer Differenzierung und Migration, herausgegeben von Marion Müller und Darius Zifonun. Wiesbaden: VS Verlag.


Zuordnung im Vorlesungsverzeichnis

Letzte Änderung: Mo 07.09.2020 15:39