Universität Wien FIND

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230109 UK Innovation, Politik, Gesellschaft (2016W)

Neue Technologien als umkämpftes Terrain: Konflikte und Kontroversen im Spannungsfeld von Innovation, Politik und Gesellschaft

5.00 ECTS (2.00 SWS), SPL 23 - Soziologie
Prüfungsimmanente Lehrveranstaltung

An/Abmeldung

Hinweis: Ihr Anmeldezeitpunkt innerhalb der Frist hat keine Auswirkungen auf die Platzvergabe (kein "first come, first serve").

Details

max. 40 Teilnehmer*innen
Sprache: Deutsch

Lehrende

Termine (iCal) - nächster Termin ist mit N markiert

Dienstag 25.10. 11:15 - 13:15 Seminarraum STS, NIG Universitätsstraße 7/Stg. II/6. Stock, 1010 Wien
Dienstag 08.11. 11:15 - 13:15 Seminarraum STS, NIG Universitätsstraße 7/Stg. II/6. Stock, 1010 Wien
Dienstag 15.11. 11:15 - 13:15 Seminarraum STS, NIG Universitätsstraße 7/Stg. II/6. Stock, 1010 Wien
Dienstag 22.11. 11:15 - 13:15 Seminarraum STS, NIG Universitätsstraße 7/Stg. II/6. Stock, 1010 Wien
Dienstag 13.12. 11:15 - 13:15 Seminarraum STS, NIG Universitätsstraße 7/Stg. II/6. Stock, 1010 Wien
Dienstag 10.01. 09:15 - 13:15 Seminarraum STS, NIG Universitätsstraße 7/Stg. II/6. Stock, 1010 Wien
Dienstag 17.01. 09:15 - 13:15 Seminarraum STS, NIG Universitätsstraße 7/Stg. II/6. Stock, 1010 Wien
Dienstag 24.01. 09:15 - 13:15 Seminarraum STS, NIG Universitätsstraße 7/Stg. II/6. Stock, 1010 Wien

Information

Ziele, Inhalte und Methode der Lehrveranstaltung

Wird Genmais den Welthunger besiegen, oder stellt er eine Gefahr für konventionelle Formen der Landwirtschaft und für zukünftige Generationen dar, die dringend reguliert werden muss? Wird die global agierende Stammzellforschung tatsächlich unheilbare Krankheiten besiegen, oder handelt es sich dabei um fragwürdige Experimente, die aus der Verzweiflung schwer kranker Patienten Kapital schlägt und ethische Grundsätze unterläuft? Stellen neue medizinische Reproduktionstechnologien wie künstliche Befruchtung oder Leihmutterschaft eine willkommene Chance für unfruchtbare Paare dar, oder handelt es sich dabei um einen moralischen Grenzbereich und neue Formen von Ausbeutung des weiblichen Körpers? Hat eine Pharmafirma das Recht, nach langjähriger Forschung und Entwicklung für ihr neues innovatives Medikament horrende Preise zu verlangen, die es für viele Patienten unerschwinglich macht? Vor allem auch dann, wenn die ersten innovativen Schritte der Medikamentenentwicklung in öffentlich finanzierten Forschungseinrichtungen unternommen wurden?
Und wie steht es um so genannte 'Patente auf Lebewesen': Sind genetisch veränderte Labormäuse oder Saatgut technologische Innovationen, die patentrechtlich geschützt und damit in den Privatbesitz und die Verfügungsgewalt ihrer 'Erfinder' übergehen sollten?
Diese zugespitzten Fragen verweisen auf die sozialen und politischen Spannungen und Konflikte, die in Beziehung zu neuen Technologien, wissenschaftlicher Forschung und Innovation entstehen.
Ausgehend von interdisziplinären sozialwissenschaftlichen Perspektiven und Ansätzen, insbesondere auch der Science & Technology Studies (STS), will sich die Lehrveranstaltung solchen Fragen widmen und das Verhältnis von Innovation, Politik und Gesellschaft kritisch beleuchten.

Ziel der LV ist es, ein differenziertes und kritisches Verständnis von Innovation zu erarbeiten, und Innovationsdiskurse und -praktiken im Kontext breiterer gesellschaftlicher, politischer und ökonomischer Fragestellungen und Entwicklungen zu verstehen.
Zudem bietet die kritische Beschäftigung mit Innovation als einem Leitmotiv und gesellschaftlich umkämpften Gegenstand die Möglichkeit, aktuelle Fragen, Konflikte und Herausforderungen zu untersuchen, mit denen gegenwärtige 'technologischen Gesellschaften' und ihre 'wissens-basierten' politischen Ökonomien im Kontext von Globalisierungsprozessen konfrontiert werden.

Fragen, die wir in der LV erörtern werden, sind unter anderen:
Welchen Stellenwert hat Forschung, Technologie und Innovation in gegenwärtigen Gesellschaften und ihren 'wissens-basierten' globalen politischen Ökonomien?
Was bedeutet Innovation für unterschiedliche Akteure und in verschiedenen gesellschaftlichen Bereichen und Handlungsfeldern (etwa Wissenschaft, Politik, Wirtschaft)?
Welche Kontroversen und Konflikte entstehen im Verhältnis zu Forschung oder Einführung neuer 'innovativer' Technologien? Und wie werden diese Konflikte ausgetragen und ggf. überwunden?

Entscheidend dabei ist, dass wir diese Fragen nicht abstrakt angehen, sondern stets von konkreten historischen und empirischen Beispielen ausgehen. Dabei werden wir verschiedene Seiten der jeweiligen Fälle untersuchen und das Problem im Zusammenhang größerer gesellschaftlicher, politischer, technologisch-wissenschaftlicher und ökonomischer Entwicklungen und Debatten beleuchten.

Methoden der LV
Interaktives Lernformat während der LV-Einheiten (Kombination von Gruppendiskussionen, Referaten, Vortrag, Kleingruppenarbeit)
Vorbereitung der LV-Einheiten individuell (und ggf. in Kleingruppen)

Im Zentrum des UK steht die intensive Lektüre und gemeinsame Diskussion und Reflexion der Pflichtliteratur, die den Themenkomplex Innovation-Politik-Gesellschaft aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchtet.
Die Texte sind sowohl in deutscher als auch englischer Sprache verfasst, daher werden solide Sprachkenntnisse vorausgesetzt. Die Unterrichtsprache ist Deutsch.

Art der Leistungskontrolle und erlaubte Hilfsmittel

Mindestanforderung für die positive Beurteilung sind:

1) JedeR TeilnehmerIn muss insgesamt 3 kleine Hausaufgaben im Laufe des Semesters machen (z.B. Textzusammenfassungen, Fragebogen zu Texten, etc.). Diese Hausaufgaben dienen der VORbereitung der Literatur und Diskussion während der LV-Einheiten und müssen demnach jeweils VOR der jeweiligen Einheit auf Moodle hochgeladen werden. (Umfang jeweils ca. 1 Seite bzw max. 500 Worte). Details zu den Hausaufgaben werden zeitgerecht während des Semesters besprochen.

2 (a) Zudem muss ein wissenschaftlicher Essay über einen Themenschwerpunkt des UK verfasst werden. Thematik und Abgabetermin werden in der ersten UK Einheit besprochen und vereinbart. Der Umfang des Essays ist etwa 6-8 Seiten (bzw. 3000-3500 Worte).
2 (b) ALTERNATIV zum Essay kann auch ein Gruppenreferat zu einem Themenschwerpunkt vorbereitet werden. (Referatsgruppe 2-3 Personen; zusätzlich zum Vortrag wird ein Handout von 1-2 Seiten und eine schriftliche Gruppenreflexion von 2-3 Seiten vorausgesetzt.

3) Am Semesterende wird ein Abschlusstest über die in der Lehrveranstaltung besprochen und erarbeiteten Inhalte (vorwiegend auf Basis der Pflichtliteratur des UK) abgehalten, der 40 % der Gesamtnote ausmacht. Die Pflichtliteratur (=Reader) kann bei diesem Test als Hilfsmittel verwendet werden.

Mindestanforderungen und Beurteilungsmaßstab

Jede Teilleistung wird selbstständig nach einem Punktesystem von insgesamt 100 Punkten bewertet. Die maximal erhältliche Anzahl von Punkten für die jeweiligen Aufgaben ist:

Vorbereitung der sowie Anwesenheit und aktive Mitarbeit in den LV-Einheiten (inkl. Hausaufgaben zur Vorbereitung der Texte, die vor den jeweiligen Einheiten einzureichen sind): 24 Punkte,
individuell bewertet
Essay über ein zentrales Thema der LV (basierend auf Textlektüre und -diskussion) (ca. 6-8 Seiten)
ODER
(Gruppen-)Referat zu einem Themenbereich (max. 2-3 Personen; incl. Handout): 36 Punkte, individuell bewertet ODER (ggf auch als Gruppenarbeit bewertet)
Abschlusstest (über die Inhalte der LV basierend auf der Pflichtliteratur): 40 Punkte, individuell bewertet

Anwesenheit, Pünktlichkeit in der Abgabe von Leistungen und die Einhaltung akademischer Standards werden vorausgesetzt, können sich aber im Fall der Nicht-Einhaltung negativ auf die Gesamtnote auswirken. Für eine positive Benotung sind insgesamt mindestens 50 Punkte erforderlich.

Notentafel
100-87 Punkte: Sehr Gut (1)
86-75 Punkte: Gut (2)
74-63 Punkte: Befriedigend (3)
62-50 Punkte: Genügend (4)
49-0 Punkte: Ungenügend (5) (nicht bestanden)

Wichtige Informationen zur Beurteilung
Wenn nicht explizit anders vermerkt, ist die Erbringung aller Teilleistungen Voraussetzung für eine positive Beurteilung. Werden einzelne verpflichtend vorgesehene Teilleistungen nicht erbracht, gilt die Lehrveranstaltung als abgebrochen. Falls dem Nichterbringen der Leistung kein wichtiger und unvorhersehbarer Grund auf Seiten des_der Studierenden zu Grunde liegt, wird die LV negativ beurteilt. Bei Vorliegen eines solchen Grundes (etwa einer längeren Erkrankung) kann der/die Studierende auch nach Ablauf der Frist von der LV abgemeldet werden. Über das Vorliegen eines wichtigen Grundes entscheidet die Lehrveranstaltungsleitung. Der Antrag auf Abmeldung ist unverzüglich nach Eintreten des Grundes zu stellen.
Wurde eine Teilleistung erschlichen, d.h. etwa bei einer Prüfung oder einem Test geschummelt, bei einer schriftlichen Arbeit plagiiert oder Unterschriften auf Anwesenheitslisten gefälscht, wird die gesamte Lehrveranstaltung als ‘nicht beurteilt’ gewertet und mit dem Vermerk ‘geschummelt/erschlichen’ in das Notenerfassungssystem eingetragen.

Anwesenheit
Es herrscht Anwesenheitspflicht. Es dürfen höchstens zwei Seminareinheiten (4h) versäumt werden. Darüber hinausgehende Abwesenheiten können bis zu einer Gesamtsumme von maximal 8 Stunden durch mit der Lehrveranstaltungsleitung zu vereinbarende Zusatzleistungen und/oder Berücksichtigungen in der Note (Punktabzug) ausgeglichen werden. Die Entscheidung darüber trifft die Lehrveranstaltungsleitung.

Bei Abwesenheiten von mehr als acht Stunden oder falls die Lehrveranstaltungsleitung bei Abwesenheiten über vier Stunden einem Ausgleich nicht zustimmt, kann die Lehrveranstaltung nicht mehr positiv absolviert werden und ist negativ zu beurteilen. Eine Ausnahme von dieser Regelung ist zu gewähren, falls auf Seiten des_der Studierenden ein wesentlicher und unvorhersehbarer Grund für die Nicht-Teilnahme vorliegt. Dieser ist von der_dem Studierenden glaubhaft nachzuweisen. Bei Vorliegen eines solchen Grundes wird der_die Studierende ohne Note vom Kurs abgemeldet. Die Entscheidung darüber trifft die Lehrveranstaltungsleitung.

Prüfungsstoff

Literatur


Zuordnung im Vorlesungsverzeichnis

Letzte Änderung: Mo 07.09.2020 15:39