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230121 SE Ausgewählte Paradigmen: Idealtypus - Zur methodologischen Begründung der modernen Soziologie (2017W)

5.00 ECTS (2.00 SWS), SPL 23 - Soziologie
Prüfungsimmanente Lehrveranstaltung

Details

max. 40 Teilnehmer*innen
Sprache: Deutsch

Lehrende

Termine (iCal) - nächster Termin ist mit N markiert

Donnerstag 05.10. 18:30 - 20:30 Inst. f. Soziologie, Seminarraum 3, Rooseveltplatz 2, 1.Stock
Donnerstag 12.10. 18:30 - 20:30 Inst. f. Soziologie, Seminarraum 3, Rooseveltplatz 2, 1.Stock
Donnerstag 19.10. 18:30 - 20:30 Inst. f. Soziologie, Seminarraum 3, Rooseveltplatz 2, 1.Stock
Donnerstag 09.11. 18:30 - 20:30 Inst. f. Soziologie, Seminarraum 3, Rooseveltplatz 2, 1.Stock
Donnerstag 16.11. 18:30 - 20:30 Inst. f. Soziologie, Seminarraum 3, Rooseveltplatz 2, 1.Stock
Donnerstag 23.11. 18:30 - 20:30 Inst. f. Soziologie, Seminarraum 3, Rooseveltplatz 2, 1.Stock
Donnerstag 30.11. 18:30 - 20:30 Inst. f. Soziologie, Seminarraum 3, Rooseveltplatz 2, 1.Stock
Donnerstag 07.12. 18:30 - 20:30 Inst. f. Soziologie, Seminarraum 3, Rooseveltplatz 2, 1.Stock
Donnerstag 14.12. 18:30 - 20:30 Inst. f. Soziologie, Seminarraum 3, Rooseveltplatz 2, 1.Stock
Donnerstag 25.01. 18:30 - 20:30 Inst. f. Soziologie, Seminarraum 3, Rooseveltplatz 2, 1.Stock

Information

Ziele, Inhalte und Methode der Lehrveranstaltung

Die Lehrveranstaltung will die Begründung moderner, methodologisch begründeter Soziologie anhand der Rekonstruktion des Idealtypenkonzepts aufweisen. In Auseinandersetzung mit dem Historismus und den Positivismus sind es zunächst Dilthey und Simmel, die ein tragfähiges Gerüst moderner, geisteswis-senschaftlicher Soziologie erarbeiten. Als Ergebnis spricht Simmel von Gesellschaft im engen Sinn, die sich in Formen der Wechselwirkung im Ausgang von soziologischen Aprioris darstellt. Damit ist auch für die Begriffsbildung ein Erkenntnisstandpunkt gewonnen, der Individuum, Rolle und Struktur in Beziehung bringt. Max Weber führt diese Gedanken weiter und entwickelt im vergleichenden Verfahren und in Auseinandersetzung mit der neukantianischen Erkenntnistheorie das Konzept des Idealtypus. Mit diesem Schritt ging Weber über die Wissenschaftskonstruktion hinaus, die zwischen ideographischem und nomo-thetischem Vorgehen unterscheidet und setzte erklärendes Verstehen an deren Stelle. Alfred Schütz und Talcott Parsons setzen Webers Ansatz in unterschiedlicher, doch eng zusammenhängender Weise fort. Parsons entwickelt systematische Typen in Form von Pattern Variables, die die Strukturanalyse mo-derner und nicht-moderner Gesellschaft erlauben. Schütz verbindet die Idealtypen mit der Konstituti-onsanalyse von Bewusstsein und findet die Struktur der Gesellschaft entlang der Weberschen Gedan-kenführung (vom sozialen Handeln über soziale Beziehung über den Begriff der Ordnung zu den Instituti-onen und den großen Sozialgebilden von Verband und Anstalt) in diesem Konstitutionsvorgang mitbe-gründet.

Dieser Vorgang methodologischer Begründung von Sozialwissenschaft soll anhand von Primärliteratur nachgezeichnet und herausgearbeitet werden, wobei Uta Gerhardts wichtige Rekonstruktion dieses Gedankens in ihrem Buch "Idealtypus" (2001) als Grundlage dient. Es soll darüber hinaus gezeigt werden, dass Idealtypen auch den erkenntnistheoretischen Forderungen der statistisch aufgebauten empirischen Sozialforschung genügen.

Art der Leistungskontrolle und erlaubte Hilfsmittel

Mitarbeit (20%)

Referat (30%)

Seminararbeit (50%)

Hinweis der SPL: bei Feststellung einer erschlichenen Teilleistung (Abschreiben, Plagiieren, Ghostwriting, etc.) muss die gesamte Lehrveranstaltung als geschummelt gewertet und als Antritt gezählt werden.

Mindestanforderungen und Beurteilungsmaßstab

Anwesenheit (man kann an zwei Terminen fehlen)
Präsentation zumindest mitvorbereitet
Seminararbeit (Abgabe bis spätestens 30. April 2017)

Prüfungsstoff

Literatur

Uta Gerhardt, Herz und Handlungsrationalität (Frankfurt/Main 1999).
Uta Gerhardt, Idealtypus: Zur methodologischen Begründung der modernen Soziologie (Frankfurt/Main 2001).
Dieter Henrich, Die Einheit der Wissenschaftslehre Max Webers (Tübingen 1952).
Alfred Schütz, Der sinnhafte Aufbau der sozialen Welt (Konstanz 2004).
Max Weber, Schriften zur Wissenschaftslehre (Tübingen 1922).
Max Weber, Wirtschaft und Gesellschaft (Tübingen 2009) (=MWS).

Zuordnung im Vorlesungsverzeichnis

in 505: BA T2 SE zu ausgewählten Paradigmen

Letzte Änderung: Fr 31.08.2018 08:43