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240033 VO Ritual und Religion in der Kultur- und Sozialanthropologie (3.3.5) (2019S)

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Details

Sprache: Deutsch

Prüfungstermine

Lehrende

Termine (iCal) - nächster Termin ist mit N markiert

ACHTUNG: am 27.03. findet die LV im ÜR statt!

Mittwoch 06.03. 16:45 - 18:15 Hörsaal A, NIG 4.Stock
Mittwoch 13.03. 16:45 - 18:15 Hörsaal A, NIG 4.Stock
Mittwoch 20.03. 16:45 - 18:15 Hörsaal A, NIG 4.Stock
Mittwoch 27.03. 16:45 - 18:15 Übungsraum (A414) NIG 4. Stock
Mittwoch 03.04. 16:45 - 18:15 Hörsaal A, NIG 4.Stock
Mittwoch 10.04. 16:45 - 18:15 Hörsaal A, NIG 4.Stock
Mittwoch 08.05. 16:45 - 18:15 Hörsaal A, NIG 4.Stock
Mittwoch 15.05. 16:45 - 18:15 Hörsaal A, NIG 4.Stock
Mittwoch 22.05. 16:45 - 18:15 Hörsaal A, NIG 4.Stock
Mittwoch 29.05. 16:45 - 18:15 Hörsaal A, NIG 4.Stock
Mittwoch 05.06. 16:45 - 18:15 Hörsaal A, NIG 4.Stock
Mittwoch 12.06. 16:45 - 18:15 Hörsaal A, NIG 4.Stock

Information

Ziele, Inhalte und Methode der Lehrveranstaltung

1. Lehrziele
Die Lehrveranstaltung gibt einen Überblick über zentrale Konzepte der Kultur- und Sozialanthropologie zu rituellen und religiösen Praktiken, Prozessen und Phänomenbereichen. Ausgehend von klassischen Werken unterschiedlicher Denktraditionen werden den Studierenden Einblicke in die Entstehung rezenter Sichtweisen und Debatten vermittelt. Mit Hilfe ethnographischer Fallbeispiele erlangen sie Kompetenzen im Erfassen unterschiedlicher Wechselwirkungen der zentralen Themenbereiche.

2. Lehrinhalte und Methoden
Die Kultur- und Sozialanthropologie befasst sich mit unterschiedlichen Glaubensvorstellungen, spirituellen Praktiken und Ritualen sowie deren soziokultureller und alltäglicher Einbettung. Religion und Ritual sind eng mit anderen Bereichen des menschlichen Lebens verflochten, etwa mit sozialen Beziehungen, Wertvorstellungen, Moral, Ethik, Vorstellungen von Gesundheit und Krankheit, politischen Organisationsformen, Ökonomie und Ökologie.
Religionen zeichnen sich beispielsweise durch eine ausgeprägte performative Ritual-Praxis aus. Das rituelle Geschehen als Feld des sozialen Dramas, der Initiation und Transformation sowie dessen Mittlerfunktionen zwischen Ordnung und Chaos, Communitas und Rebellion werden thematisiert. Ebenso wird anhand des Begriffs der Performativität der Frage nachgegangen, ob der Körper durch das Ritual geht, oder das Ritual durch den Körper.
Rituale stehen zudem in Zusammenhang mit bestimmten Wertvorstellungen und Normen sowie mit spezifischen Menschenbildern. Dabei haben Vorstellungen und Praktiken Auswirkungen auf die Subjektivität und Personalität von Praktizierenden. Dies hat sowohl ethnographische Erkundungen über jene Dinge gefördert, die im Leben von Menschen am wichtigsten scheinen, als auch Sensibilitäten dafür geschaffen, wie sich diese mit breiteren Prozessen und Kontexten überschneiden. Rezente Unsicherheiten betreffen beispielsweise die ökologische Zerstörung und ihre Ursachen, und destabilisieren Konzepte, Um- und Lebenswelten. Gleichzeitig entstehen neue religiöse Bewegungen mit dem Versprechen von ökologischem sowie sozialem Gleichgewicht (Stichwort: green religions, spiritual ecology).

Die Vorlesung spannt einen Bogen von evolutionistischen Ansätzen, über struktural-funktionale, bis hin zu post-strukturalen Ansätzen und den Ontologie-Debatten des 21.Jh. Die Inhalte werden anhand zentraler Texte und ethnographischer Fallbeispiele erläutert und ermöglichen die Diskussion eines breiten Spektrums kultur- und sozialanthropologischer Forschungszugänge. Die Lernplattform der Universität Wien wird genutzt, um Lernmaterialien zur Verfügung zu stellen sowie den inhaltlichen Austausch und die Kommunikation zwischen den Studierenden zu fördern. Zusätzlich sieht die Lehrveranstaltung eine aktive Beteiligung der Studierenden mittels Diskussionsrunden vor.

Art der Leistungskontrolle und erlaubte Hilfsmittel

Der Leistungsnachweis wird mittels schriftlichem Kolloquium am Ende des Semesters erbracht. Die Prüfung umfasst vier Fragen von denen eine gestrichen werden muss.

Mindestanforderungen und Beurteilungsmaßstab

Jede der drei gewählten Prüfungsfragen hat einen Wert von 8 Punkten. 12 Punkte sind mindestens notwendig, um die Prüfung zu bestehen.

Prüfungsstoff

Der Prüfungsstoff umfasst die Inhalte der Vorlesung sowie ausgewählte Literatur, die in der ersten Lehrveranstaltungseinheit bekannt gegeben wird.

Literatur

Ausgewählte Literatur (Pflichtliteratur wird in der ersten VO-Einheit bekannt gegeben)

Bowie, F. (2000). The anthropology of religion: An introduction. Oxford: Blackwell.
Brosius, C, Michaels, A., & Schrode, P. (Hg.). (2013). Ritual und Ritualdynamik. Schlüsselbegriffe, Theorien, Diskussionen. Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht.
Douglas, M. (1996). Natural symbols: Explorations in cosmology; with a new introduction. London: Routledge.
Gluckman, M. (1954). Rituals of rebellion in South-east Africa. Manchester: Manchester University Press.
Korom, F. (Hg.). (2013). Anthropology of performance: A reader. Malden, MA: Wiley-Blackwell.
Lambek, M. (Hg.). (2002). A reader in the anthropology of religion. Oxford: Blackwell.
Luger, M., Graf, F., & Budka, P. (Hg.). (2019). Ritualisierung - Mediatisierung - Performance. Göttingen: V&R Unipress/Vienna University Press.
Rappaport, R. A. (1968). Pigs for the ancestors ritual in the ecology of a New Guinea people. New Haven, CN: Yale University Press.
Sponsel, L. E. (2012). Spiritual ecology: A quiet revolution. Santa Barbara, CA: Praeger.
Turner, V. (1974). Dramas, fields, and metaphors: Symbolic action in human society. Ithaca: Cornell University Press.
Viveiros de Castro, E. (1998). Cosmological deixis and Amerindian perspectivism. Journal of the Royal Anthropological Institute 4(3), 469-488.

Zuordnung im Vorlesungsverzeichnis

Letzte Änderung: Mi 13.11.2019 08:28