Universität Wien FIND

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240035 VS Dimensionen von Flucht: anthropologische Perspektiven auf Theorien, Methoden und Politiken (3.2.2) (2015W)

Prüfungsimmanente Lehrveranstaltung

Anwesenheitspflicht in der ersten Einheit!

An/Abmeldung

Hinweis: Ihr Anmeldezeitpunkt innerhalb der Frist hat keine Auswirkungen auf die Platzvergabe (kein "first come, first served").

Details

max. 40 Teilnehmer*innen
Sprache: Deutsch

Lehrende

Termine (iCal) - nächster Termin ist mit N markiert

Mittwoch 07.10. 09:45 - 13:00 Übungsraum (A414) NIG 4. Stock
Mittwoch 21.10. 09:45 - 13:00 Hörsaal C, NIG 4. Stock
Mittwoch 28.10. 09:45 - 13:00 Übungsraum (A414) NIG 4. Stock
Mittwoch 04.11. 09:45 - 13:00 Übungsraum (A414) NIG 4. Stock
Mittwoch 18.11. 09:45 - 13:00 Übungsraum (A414) NIG 4. Stock
Mittwoch 16.12. 09:45 - 13:00 Hörsaal C, NIG 4. Stock
Donnerstag 28.01. 09:45 - 13:00 Übungsraum (A414) NIG 4. Stock

Information

Ziele, Inhalte und Methode der Lehrveranstaltung

Fluchtbewegungen wurden in der sozialanthropologischen Forschung lange ausgeblendet. Die sozial- und kulturanthropologische Auseinandersetzung mit Menschen und Gemeinschaften, die sich in der Regel der eindeutigen Zuordnung von Kultur und Raum (Nationalstaat) entziehen, hat wesentlich zur kritischen Hinterfragung und zum Wandel des Kulturbegriffs beigetragen. "Heimaten", "Zugehörigkeiten", "Loyalitäten", "Traditionen", "Gemeinschaften" werden durch plurale und transnationale kulturelle und räumliche Bezugspunkte und Netzwerke transformiert und konstruiert. Sie bilden ein Spannungsfeld mit den nationalstaatlichen Dogmen der kulturellen Homogenität oder der "Multikulturalität".
Nach einer thematischen und begrifflichen Verortung von "Flucht" im Rahmen der Migrationsforschung sowie einem Einblick in die österreichische Asylpolitik werden die relevanten theoretischen Diskurse und Forschungsdimensionen thematisiert und an Fallbeispielen diskutiert: Identität, Globalisierung, Integration, Heimat, Transnationalismus, Gender.
Besondere Aufmerksamkeit gilt der Frage der Repräsentation, da durch die institutionelle, mediale und diskursive Passivierung Asylwerbende und Flüchtlingen oft das Potential von Selbstbestimmung, Selbstorganisation und Selbsthilfe abgesprochen wird.
In thematischen Blöcken wollen wir uns mit dem Gesamtthema auseinandersetzen (pro Lehrveranstaltung werden je 2 Blöcke abgehalten):

*) Forced Migration als spezielle Form der Migration; *) Begriffsklärungen; *) Überblick über die österreichische Asylgesetzgebung; *) Festung Europa und die Mittelmeerkrise; *) Flucht im Kontext der Globalisierung; *) Sozialanthropologische Theorien zum Thema Flucht und Exil; *) Flucht und Identität; *) Genderspezifische Ansätze; *) Flüchtlinge und Asylwerbende in den Medien; *) Nach der Flucht "Integration", Repatriierung, "Heimat" und Transnationalismus; *) Narrating Exile and Flight: Interviews/Gespräche mit Betroffenen; *) Berichte aus der Praxis in der Flüchtlingsarbeit

Art der Leistungskontrolle und erlaubte Hilfsmittel

Erarbeiten der empfohlenen Pflicht-Literatur zu den einzelnen Blöcken und Präsentation in Kleingruppen (1 Stunde + 30 Minuten Diskussion; 30 % der Leistungsbeurteilung)
Schriftliche Arbeit zum präsentierten Thema (10 Seiten; 70 % der Leistungsbeurteilung)
Mindestanforderung ist die Teilnahme an einer Präsentation, die Abgabe einer schriftlichen Arbeit nach Vorgaben der LV-Leiterinnen (10 Seiten) sowie die Anwesenheit im Seminar (2x Fehlen erlaubt).

Mindestanforderungen und Beurteilungsmaßstab

Die Lehrveranstaltung hat das Ziel, Studierende mit dem Forschungsfeld der anthropologischen Forced Migration Studies vertraut zu machen. Abgesehen von den theoretischen Diskursen und methodischen Fragen, werden in der Lehrveranstaltung auch praxisorientierte Aspekte angesprochen, nicht zuletzt wegen der besonderen Bedeutung dieses Feldes als potentiellen Arbeitsfeldes für AnthropologInnen. Die Lehrveranstaltung bietet den Studierende außerdem die Möglichkeit Pilot-Forschungsvorhaben durchzuführen, welche potentiell eine Grundlage für eigenständiges, wissenschaftliches Arbeit sein können (Interviews, Medienkritik etc.). Die systematische Verwendung ethnographischer Fallbeispiele trägt dazu bei, dass Studierende das Thema Flucht im Kontext der Forschungspraxis verorten und somit die theoretischen Aspekte sinnvoller hinterfragen können.

Prüfungsstoff

Die unterschiedlichen Themen werden in Gruppen von den Studierenden aufbereitet, diskutiert, präsentiert und in einer schriftlichen Arbeit festgehalten (ein Frageleitfaden und Literaturvorschläge werden bereit gestellt, kleine empirische Erhebungen sind in manchen Blöcken erwünscht). Filmbeispiele und Filmanalyse.

Literatur

Wird in der 1. Lehrveranstaltung/Vorbesprechung bekannt gegeben!

Zuordnung im Vorlesungsverzeichnis

Letzte Änderung: Mo 07.09.2020 15:39