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240095 SE VM5 / VM6 - Konferenzen, die die politische Entwicklung Afrikas geprägt haben (2019W)

Prüfungsimmanente Lehrveranstaltung

An/Abmeldung

Details

max. 25 Teilnehmer*innen
Sprache: Deutsch

Lehrende

Termine (iCal) - nächster Termin ist mit N markiert

Dienstag 08.10. 11:00 - 13:00 Seminarraum SG2 Internationale Entwicklung, Sensengasse 3, Bauteil 1
Dienstag 22.10. 11:00 - 13:00 Seminarraum SG2 Internationale Entwicklung, Sensengasse 3, Bauteil 1
Dienstag 29.10. 11:00 - 13:00 Seminarraum SG2 Internationale Entwicklung, Sensengasse 3, Bauteil 1
Dienstag 05.11. 11:00 - 13:00 Seminarraum SG2 Internationale Entwicklung, Sensengasse 3, Bauteil 1
Dienstag 12.11. 11:00 - 13:00 Seminarraum SG2 Internationale Entwicklung, Sensengasse 3, Bauteil 1
Dienstag 19.11. 11:00 - 13:00 Seminarraum SG2 Internationale Entwicklung, Sensengasse 3, Bauteil 1
Dienstag 26.11. 11:00 - 13:00 Seminarraum SG2 Internationale Entwicklung, Sensengasse 3, Bauteil 1
Dienstag 03.12. 11:00 - 13:00 Seminarraum SG2 Internationale Entwicklung, Sensengasse 3, Bauteil 1
Dienstag 10.12. 11:00 - 13:00 Seminarraum SG2 Internationale Entwicklung, Sensengasse 3, Bauteil 1
Dienstag 17.12. 11:00 - 13:00 Seminarraum SG2 Internationale Entwicklung, Sensengasse 3, Bauteil 1
Dienstag 07.01. 11:00 - 13:00 Seminarraum SG2 Internationale Entwicklung, Sensengasse 3, Bauteil 1
Dienstag 14.01. 11:00 - 13:00 Seminarraum SG2 Internationale Entwicklung, Sensengasse 3, Bauteil 1
Dienstag 21.01. 11:00 - 13:00 Seminarraum SG2 Internationale Entwicklung, Sensengasse 3, Bauteil 1
Dienstag 28.01. 11:00 - 13:00 Seminarraum SG2 Internationale Entwicklung, Sensengasse 3, Bauteil 1

Information

Ziele, Inhalte und Methode der Lehrveranstaltung

Die Kongokonferenz oder Westafrika-Konferenz [auch als Berliner Konferenz bezeichnet] fand vom 15. November 1884 bis zum 26. Februar 1885 auf Einladung des deutschen Reichskanzlers Bismarck in Berlin statt, mit dem Ziel die Handelsfreiheit am Kongo und am Niger zu regeln. Dies führte in der Folge zu einem Wettlauf um Afrika. Ihr Schlussdokument [die Kongoakte] sollte die Grundlage für die Aufteilung des Kontinents in Kolonien bilden. Während der europäischen Kolonialherrschaft kam es zu einigen Konferenzen, darunter die berühmte Konferenz von Brazzaville in Kongo (30. Januar bis 8. Februar 1944), wo Charles de Gaulle versuchte, die Beziehungen zwischen Metropole und Kolonien neuzugestalten. Dennoch gerade aufgrund der von Europa praktizierten Dominationspolitik begannen die Kolonisierten, ein eigenes politisches Bewusstsein zu entwickeln. In diesem Zusammenhang wurden zwei [antikoloniale] Konferenzen organisiert, die eine zentrale Rolle im globalen Emanzipationsprozess spielen sollten: der RDA-Kongress (18.-21. Oktober 1946) in Bamako, Mali (damals Französisch-Sudan) und die Konferenz von Bandung (Indonesien) vom 17. bis zum 24. April 1955. In Bandung signalisierten die Kolonisierten ihren Willen zur Unabhängigkeit – und um dies zu bekräftigen, formulierten sie drei wesentliche Forderungen:
1. Die Dekolonisation und die Gleichstellung der Völker Afrikas und Asiens
2. Die friedliche Koexistenz und die wirtschaftliche Entwicklung
3. Die Nichteinmischung in innere Angelegenheiten.

Art der Leistungskontrolle und erlaubte Hilfsmittel

Aufgabe der LV ist es, Anlässe, Inhalte und Resultate der besagten Konferenzen in Zusammenhang mit der Genese der afrikanischen Emanzipationsbewegungen historisch und politisch-ideologisch zu behandeln. Ferner werden die Auswirkungen der Unabhängigkeitsforderungen auf die Dominationspolitik der europäischen Kolonialmächte genauer analysiert. Es wird ebenfalls versucht, festzustellen, inwiefern es eine Korrelation zwischen dem Kalten Krieg und den Befreiungsideen in Afrika bestanden hat. Nicht zuletzt werden ideologische Gegensätze, unterschiedliche Varianten des Nationalismus, wie auch Defizite des Antikolonialismus bzw. das de facto vorprogrammierte Scheitern der politischen Allianz zwischen einerseits den afrikanischen Nationalisten und andererseits den internationalistischen Antiimperialisten [etwa der Kommunistischen Partei Frankreichs (letzterer kann man unter Umständen National-Chauvinismus vorwerfen)] untersucht. Thematisiert wird ebenfalls die Problematik der politischen und ökonomischen Schwierigkeiten in Afrika der Post-Unabhängigkeit. Anhand von historischen Quellen und Texten wird der Versuch unternommen, durch Übungen Themen zu finden, vorhandene Theorien zu analysieren und deuten, Quellen in schriftlichen Arbeiten zu verwenden, historische Zusammenhänge herzustellen etc...

Mindestanforderungen und Beurteilungsmaßstab

Voraussetzungen für einen positive Abschluss: regelmäßige und aktive Teilnahme, Übungen und Referate, Verfassung einer Seminararbeit.

Prüfungsstoff

Literatur

1. Ruth Weiss, Hans Mayer: Afrika den Europäern! Von der Berliner Afrika-Konferenz 1884 ins Afrika der neuen Kolonisation. Hammer, Wuppertal 1984.
2. Horst Gründer: Der „Wettlauf“ um Afrika und die Berliner Westafrika-Konferenz 1884/85. In: Ulrich van der Heyden, Joachim Zeller (Hrsg.): Kolonialmetropole Berlin. Eine Spurensuche. Berlin-Edition, Berlin 2002
3. Discours du général de Gaulle à l'ouverture de la conférence, 30 janvier 1944 [archive], Site de l'Université de Perpignan.
4. Raymond-Marin Lemesle : La conférence de Brazzaville de 1944 : contexte et repères, Paris 1994.
5. Ibrahima Thioub, Le Rassemblement démocratique africain et la lutte anticoloniale de 1946 à 1958, Dakar, Université Cheikh Anta Diop, 1982, 78 p. (Mémoire de maîtrise)
6. Horst Sasse: Die asiatisch-afrikanischen Staaten auf der Bandung-Konferenz, Frankfurt am Main 1958.
7. Volker Matthies: Die Blockfreien: Ursprünge · Entwicklung · Konzeptionen, Wiesbaden 1985.

Zuordnung im Vorlesungsverzeichnis

IE: VM5 / VM6;
Codes AfriWi: SAG.SE1; SAG.SE2

Letzte Änderung: Di 10.09.2019 14:28