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240117 EX Individuelle Schwerpunktsetzung - prüfungsimmanent (4 ECTS) (2020S)

Frauen.Leben.Widerstand im Roten Wien

Prüfungsimmanente Lehrveranstaltung

An/Abmeldung

Hinweis: Ihr Anmeldezeitpunkt innerhalb der Frist hat keine Auswirkungen auf die Platzvergabe (kein "first come, first served").

Details

Sprache: Deutsch

Lehrende

Termine

FR 13.03.2020 15.00-18.15 Hörsaal 29 Hauptgebäude, 1.Stock, Stiege 7
FR 20.03.2020 15.00-18.15 Hörsaal 29 Hauptgebäude, 1.Stock, Stiege 7
FR 03.04.2020 15.00-18.15 Hörsaal 29 Hauptgebäude, 1.Stock, Stiege 7
FR 26.06.2020 15.00-16.30 Hörsaal 29 Hauptgebäude, 1.Stock, Stiege 7

Termine für die Exkursionen
30.05.2020 / 09.45-16.15 (eventuell nach Rücksprache mit den Studierenden So, 24.5.2020, je nach Präferenz der Studierenden wegen Pfingsten)
05.06.2020 / 09.45-16.15
06.06.2020 / 09.45-16.15
26.06.2020 / 15.00-


Information

Ziele, Inhalte und Methode der Lehrveranstaltung

Das kommunalpolitische Experiment des Roten Wiens war durch eine Vielfalt an geschlechterpolitischen Entwicklungen im Sozial-, Gesundheits- und Bildungsbereich gekennzeichnet. International bekannt geworden sind vor allem die Wohnbauprojekte des Rotens Wiens. Sie prägen das Stadtbild bis heute besonders, viele Spuren des Roten Wiens passieren wir tagtäglich ohne diese wahrzunehmen. Das Rote Wien beeinflusste und veränderte das Leben vieler Frauen, zahlreiche Reformen setzen auch im Alltag von Frauen an. Sichtbare, verstecke und nicht mehr sichtbare Spuren dieses kommunalpolitischen Projektes sind in der Stadt zu finden und zeugen auch von der tragenden Rolle, die Frauen in diesem Projekt und seiner Verteidigung im Februar 1934 und im Widerstand gegen den Austrofaschismus eingenommen haben. Ziel der Exkursion ist es, stadtpolitischen Maßnahmen sowie ausgewählte Orte und Räume aus einem frauen- und geschlechterhistorischen Blickwinkel zu betrachten und dabei in raum- sowie epochenübergreifende Entwicklungen einzuordnen. Außerdem sollen der eigene Blick für die Spuren der Geschichte im Alltag und die aktuelle Gedenkkultur (z.B. in Form von Denkmälern, Straßennamen, etc.) kritisch reflektiert werden. Ebenso werfen wir einen Blick auf die (symbolische) Relevanz des „Roten Wiens“ sowie auf Tendenzen aktueller Stadtpolitik vor dem Hintergrund der historischen Zusammenhänge und aktueller Krisen. Historische Orte, Räume und Bauten werden nach geschlechterhistorischen Problemstellungen sowie nach ihren Bedeutungen in der Gegenwart hin befragt.

Der erste Teil der Lehrveranstaltung dient zur Einführung des Themas und ermöglicht den Studierenden einerseits, sich einen guten Grundstock an Wissen über die Jahre 1918/1919 bis 1933/34 anzueignen und aktuellen Erinnerungspolitiken zu reflektieren. Hierfür werden neben textbasierten Einheiten auch verschiedene Ausstellungen wie etwa der Waschsalon, das Wienmuseum (aktuelle Ausstellung zum Roten Wien) und das Museum Marienthal besucht. Durch das queere Rote Wien führt ein QWien-Guide. Die Museumsbesuche und Führungen durch die Lehrveranstaltungsleiterinnen oder externe Guides sollen den Studierenden auch praktisches Handwerkszeug für die Durchführung von Stadtführungen als lebendige Methode der Geschichtsvermittlung mitgeben. Kleine Übungsaufgaben in Form unterschiedlicher Textsorten festigen darüber hinaus die Praxis wissenschaftlichen Arbeitens.

Im zweiten Teil der Lehrveranstaltung arbeiten die Studierenden in Gruppen selbstständig an ihren Bezirkstouren. Besonders biografische und alltagsgeschichtliche Themen sollen aus geschlechterhistorischer Perspektive bearbeitet werden. Die Studierenden haben die Möglichkeit, bei einer wöchentlichen Sprechstunde Hilfestellung bei der Gestaltung der Führung und der Recherche Rat zu bekommen.

Der dritte Teil der Lehrveranstaltung besteht aus den Bezirksführen, die die Studierenden für die ganze Gruppe durchführen. Die Lehrveranstaltungsleiterinnen ergänzen die Führungen der Studierenden. Diese bekommen sowohl Peer-Feedback als auch Rückmeldung in der Kleingruppe durch die LV-Leiterinnen. So sollen die Studierenden gut vorbereitet für das selbstständige Finalisieren ihrer Abschlussarbeiten sein.

Art der Leistungskontrolle und erlaubte Hilfsmittel

Fristgerechte Abgabe der schriftlichen Übungsaufgaben, Präsentation der Forschungsergebnisse im Rahmen einer Führung durch Wien anhand der gestellten Kriterien und Erstellung eines
Handouts für alle, Abgabe einer Seminararbeit (entweder in Form eines „Bezirksführers“ oder in klassischer Form), Mitarbeit in den Einheiten

Mindestanforderungen und Beurteilungsmaßstab

Weg zur Note
Lektüre der Basistexte, fristgerechte Abgabe der schriftlichen Übungsaufgaben, in der Gruppe: Führung durch einen Wiener Gemeindebezirk anhand der gestellten Kriterien, Erstellung eines Handouts für alle, Abgabe einer Seminararbeit (entweder in Form eines „Bezirksführers“ oder in klassischer Form), Mitarbeit in den Einheiten

Die regelmäßige Anwesenheit wird entsprechend der Vorgaben der Universität Wien vorausgesetzt. Zusätzlich kann es zu einem Gespräch über die Seminararbeit kommen.

Ein positiver Abschluss des Seminars ist nur durch die Abgabe der Abschlussarbeit UND einer Führung in der Gruppe möglich. 30 Prozent der Note ergeben sich aus der Führung und dem Handout, 40 Prozent aus der Seminararbeit, 30 aus Übungsaufgaben und Mitarbeit.

Prüfungsstoff

Literatur

Literatur (Auswahl)
Becker, Jochen (o.D): Versorger Moderne. Rotes Wien, Neues Frankfurt, Hitlerbauten Linz;
Blau, Eve (1999): The Architecture of Red Vienna; Massachusetts.
Blimlinger, Eva/Hornung, Ela (2003): „Feministische Methodendiskussion in der Geschichtswissenschaft“; in: Gehmacher, Johanna/Mesner, Maria (Hg.innen, 2003): Frauen- und Geschlechtergeschichte. Positionen/Perspektiven; Innsbruck/Wien/München/Bozen, S. 127-142.
Blumesberger, Susanne/Korotin, Ilse (Hg.innen, 2012): Frauenbiografieforschung. Theoretische Diskurse und methodologische Konzepte; Wien, S.175-196.
Duma, Veronika /Hajek, Katharina (2014): Haushaltspolitiken. Feministische Perspektiven auf die Weltwirtschaftskrisen von 1929 und 2008; in: Kühschelm, Oliver (Hg.): Geld – Markt – Akteure, Österreichische Zeitschrift für Geschichtswissenschaften ÖZG.
Etzemüller, Thomas (2009): Die Ordnung der Moderne. Social Engineering im 20. Jahrhundert; Bielefeld.
Frei, Georg Alfred (1984): Austromarxismus und Arbeiterkultur. Sozialdemokratische Wohnungs- und Kommunalpolitik 1919 – 1934; Berlin.
Göckede, Regina/ Grawe, Gabriele Diana: „Das Geschlecht des Neuen Bauens – Genderrollen und geschlechtliche Kodifizierung im Diskurs des CIAM II, in: Das Neue Wohnen 1929/2009. Frankfurt und der 2. Congrès International d´Architecture Moderne; Berlin, S. 39-54.
Gehmacher, Johanna/ Mesner, Maria (2003): Frauen- und Geschlechtergeschichte. Positionen/Perspektiven. Querschnitte, Bd. 14; Innsbruck/Wien/München/Bozen.
Gehmacher, Johanna/ Vittorelli, Natascha (2009): Wie Frauenbewegung geschrieben wird, Wien.
Griesebner, Andrea (2003): Geschlecht als soziale und als analytische Kategorie. Debatten Frauen- und Geschlechtergeschichte. Positionen/Perspektiven; Querschnitte, Bd. 14. Innsbruck/Wien/München/Bozen, S. 37-52.
Griesebner, Andrea (2005): Feministische Geschichtswissenschaft. Eine Einführung; Wien.
Gruber, Helmut (1991): Red Vienna. Experiment in Working Class Culture 1919-1934; Oxford.
Gruber, Helmut (1998): The „New Women“: Realities and Illusions of Gender Equality in Red Vienna; in: Gruber, Helmut/Graves, Pamela (1998): Socialism and Women. Europe between the two world wars; Oxford, S. 65-69.
Hämmerle-Ehrmann, Christa (2000): „Nebenpfade? Populare Selbstzeugnisse des 19. und 20. Jahrhunderts in geschlechtervergleichender Perspektive; in: Thomas Winkelbauer (Hg.), vom Lebenslauf zur Biographie. Geschichte, Quellen und Probleme der historischen Biographik und Autobiographik; Horn-Waidhofen/Thaya, S. 135-167.
Hauch, Gabriella/Gehmacher, Johanna (Hrsg.innen; 2008): „Auto/Biographie, Gewalt und Geschlecht“; Österreichische Zeitschrift für Geschichtswissenschaften 19/2008 (2).
Hauch, Gabriella (2009): Frauen bewegen Politik. Österreich 1848-1939; Innsbruck/Wien/München/Bozen.
Horak, Roman et al. (2000): Metropole Wien. Texturen der Moderne. Band 2; Wien.
Janatková, Alena/Kozinska-Witt, Hanna (2006): Wohnen in der Großstadt 1900-1939: Wohnsituation und Modernisierung im europäischen Vergleich; Stuttgart.
Korotin, Ilse/Zwiauer, Charlotte (Hrsg.innen; 2004): Die Revolutionierung des Alltags. Zur intellektuellen Kultur von Frauen im Wien der Zwischenkriegszeit; Frankfurt/Main.
Leichter, Käthe (1932): So leben wir… 1320 Industriearbeiterinnen berichten ihr Leben, Wien.
Mattl, Siegfried (2000): Wien im 20. Jahrhundert; Wien.
Mesner, Maria (2010): Geburten/Kontrolle.Reproduktionspolitik im 20. Jahrhundert; Wien/Köln.
Niederkofler, Heidi/ Mesner, Maria/ Zechner, Johanna (2011): Frauentag!: Erfindung und Karriere einer Tradition; Wien.
Podbrecky, Inge (2013): Rotes Wien. Fünf Routen zu gebauten Experimenten; Wien.
Schmale, Wolfgang (2003): Geschichte der Männlichkeit in Europa (1450-2000); Wien/Köln/Weimar.
Weihsmann, Helmut (2001): Sozialdemokratische Architektur und Kommunalpolitik 1919-1934; Wien.
Zimmermann, Susan (1995): Getrennte Wege. Wohlfahrtspolitik und gesellschaftlicher Transformationsprozeß in Wien und Budapest zwischen den Weltkriegen", in: Studien zur Wiener Geschichte.

Zuordnung im Vorlesungsverzeichnis

Letzte Änderung: Mo 16.03.2020 09:28