Universität Wien FIND

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240218 VO Einführung in genderspezifische Kommunikations- und Organisationsstruktur (2020S)

Wo ist denn hier das Geschlecht?

An/Abmeldung

Details

max. 80 Teilnehmer*innen
Sprache: Deutsch

Prüfungstermine

Lehrende

Termine (iCal) - nächster Termin ist mit N markiert

Montag 09.03. 08:00 - 11:15 Hörsaal 16 Hauptgebäude, Hochparterre, Stiege 5
Montag 23.03. 08:00 - 11:15 Hörsaal 16 Hauptgebäude, Hochparterre, Stiege 5
Montag 20.04. 08:00 - 11:15 Hörsaal 16 Hauptgebäude, Hochparterre, Stiege 5
Montag 04.05. 08:00 - 11:15 Hörsaal 16 Hauptgebäude, Hochparterre, Stiege 5
Montag 18.05. 08:00 - 11:15 Hörsaal 16 Hauptgebäude, Hochparterre, Stiege 5
Montag 15.06. 08:00 - 11:15 Hörsaal 16 Hauptgebäude, Hochparterre, Stiege 5
Montag 29.06. 08:00 - 11:15 Hörsaal 16 Hauptgebäude, Hochparterre, Stiege 5

Information

Ziele, Inhalte und Methode der Lehrveranstaltung

240218-1 VO Einführung in genderspezifische Kommunikations- und Organisationsstruktur (2020S).

Wo ist denn hier das Geschlecht? Geschlecht zwischen symbolischer Ordnung und Interaktion

„Das erste und oberste Praradox von gender ist, dass die Institution, ehe sie abgebaut werden kann, erst einmal ganz sichtbar gemacht werden muss.“ Judith Lober 2013, 52.

„In allen Gesellschaften ist Gender eine zentrale, soziale Institution, die den Individuen bestimmte Erwartungsmuster vorgibt, die soziale Prozesse des Alltagslebens ordnet und die Ungleichverteilung der politischen Macht legitimiert. Der für mich wichtigste Aspekt ist, dass Gender durch die Alltagsinteraktion konstruiert und aufrechterhalten wird und dass wir daher alle Möglichkeiten zur Abwehr, Reform und selbst Rebellion haben.“ Judith Lober 2013, 34.

In dieser Lehrveranstaltung wird thematisiert, welche Relevanz "die Kategorie Geschlecht" in verschiedenen sozialen Feldern und Systemen (Gesellschaft, Organisation, Kommunikation, Sprache, Interaktion) hat. Strukturiert Geschlecht unsere Gesellschaften? Ist Geschlecht ein Ordnungs-Merkmal unserer Sprachen oder auch von Organisationen oder von neoliberalen Umgestaltungsprozessen, wie New Public Management und den damit verbundenen Praktiken wie Gender-Mainstreaming und Qualitätssicherung? Geschlecht bzw. Geschlechtszugehörigkeit wird dabei weniger als Eigenschaft oder Merkmal von Akteur*innen und Artefakten betrachtet, sondern dient als Analysebegriff der Erforschung jener sozialen Prozesse, „die 'Geschlecht' als sozial folgenreiche Unterscheidung hervorbringen und reproduzieren.“ Regine Gildemeister 2004:132. In diesem Sinne ist der Fokus der Lehrveranstaltung Analysekompetenz und Handlungsmacht und insbesondere darauf gerichtet Fragen zu Strategie und Taktik genderspezifischer und (queer)feministischer Interventionen zu diskutieren. Fragen nach Ziel, Sinn und Zweck, sowie Begehren und Widerstand werden uns dabei auf Mikro- wie Makroebene begegnen: Handlungen von institutionellen (staatlichen oder globalen) Akteur*innen sind ebenso Gegenstand der Vorlesung, wie wir uns selbst fragen werden, wie wir gender in unserem Alltag als Handelnde gestalten.
Methoden: Vorlesungselemente (Input und Diskussion), Einzel- und Kleingruppenarbeiten, Textlektüre, partizipative Gestaltung

Ziele: Erwerb der Kompetenz der Analyse von Organisationen, Kommunikation, Sprache mit der Strukturkategorie Geschlecht. Kenntnis von spezifischen Fachtexten. Auseinandersetzung mit im Zusammenhang stehenden gesellschaftstheoretischen und feministischen Aspekten.
Zielgruppe: Studierende aller Fächer
Leitung: Stefan Vater, Sabine Sölkner

Art der Leistungskontrolle und erlaubte Hilfsmittel

Klausur

Mindestanforderungen und Beurteilungsmaßstab

Kompetenz/Awareness im Bereich der dynamischen Konstituierung von Geschlechterasymmetrie in sozialen Prozessen und Relevanz der Kategorie Geschlecht in verschiedenen sozialen Feldern und Systemen

Prüfungsstoff

vgl. Literatur

Literatur

mehr Info demnächst in moodle

Aulenbacher B. (2008) Geschlecht als Strukturkategorie: Über den inneren Zusammenhang von moderner Gesellschaft und Geschlechterverhältnis. In: Wilz S.M. (eds) Geschlechterdifferenzen — Geschlechterdifferenzierungen. VS Verlag für Sozialwissenschaften, p. 139 -166.

Regine Bendl / Andrea Leitner / Ursula Rosenbichler / Christa Walenta: Geschlechtertheoretische Perspektiven und Gender Mainstreaming. In: Equal Entwicklungspartnerschaft QE GM (Hrsg.), Qualitätsentwicklung Gender Mainstreaming, Band 2: Grundlagen. Wien: Eigenverlag 2007.

Frigga Haug (Hg.), Das Patriachat vermessen. Das Argument 330. Heft 6 /2018.

Ursula Rosenbichler: Geschlecht. Eine Anleitung zur kreativ-plausiblen Nutzung von Unterschieden. In: Equal Entwicklungspartnerschaft QE GM (Hrsg.), Qualitätsentwicklung Gender Mainstreaming, Band 7: Prozesse organisieren. Wien: Eigenverlag 2007.

Cecilia CastaÑo Collado, La nueva gestión pública y las políticas de igualdad de género en las universidades, in: Investigaciones Feministas. Vol. 7 Núm 2 (2016), p. 225-245

Anette Davies; Thomas Robyn, Gender and Human Resource Management: A Critical Review, in: The International Journal of Human Resource Management 11.6 (2000): 1125-136.

Annette Davies; Robyn Thomas: Gender and New Public Management: Reconstituting Academic Subjectivities. Gender, Work & Organization 9.4 (2002): 372-97.

Marion Ellison, Contested Terrains within the Neo-liberal Project, in: Equal Opportunities International 26.4 (2007): 331-51.
Sarah Fenstermaker, Candace West (ed.), Doing Gender; Doing Difference, NY-London 2002.

Erwing Goffman, Gender Display. Studies in the Anthropology of Visual Communication 3 (1976), p. 69-77.

Steffen Kitty Herrmann, Ein Körper werden. Praktiken des Geschlechts, in: A.G. GENDER-KILLER (Hg.), Das Gute Leben. Linke Perspektiven auf einen besseren Alltag, Münster 2007, S. 13-32.

Stefan Hirschauer, Zwischen ungeschlechtlichen Personen und geschlechtlichen Unpersonen. Geschlechterdifferenz als soziale Praxis, in: Hertha Richter-Appelt, Andreas Hill (Hg.), Geschlecht zwischen Spiel und Zwang, Gießen 2004, S. 11-39.

Suzanne J. Kessler and Wendy McKenna, Gender Construction in Everyday Life: Transsexualism (Abridged), in: Feminism & Psychology, Vol. 10(1), p.11-29.

Gisela Klann-Delius, Sprache und Geschlecht, Weimar 2005.
Christina Kreysler-Kleemann, Walter Schuster (Hg.), Sprache, Geschlecht, Demokratie. Untersuchungen zu Fragen geschlechtssensibler Rollenvermittlung und geschlechtergerechten Sprachgebrauchs im Fremdsprachenunterreicht an Wiener Volkshochschulen, Wien 1999.

Elionor Ochs, Carolyn Taylor, The "Father Knows Best" Dynamic in Dinnertime Narratives, in: Kira Hall, Mary Buchholtz (Eds.), Gender Articulated. Language and the Socially Constructed Self, NY/London 1995, p. 97-120.

Luise F. Pusch, Das Deutsche als Männersprache, Frankfurt 1984. Ingrid Samel, Einführung in die feministische Sprachwissenschaft, Berlin 2000.

Hilde Schramm (Hg.), Frauensprache-Männersprache. Ein Arbeitsbuch zur geschlechtsspezifischen Sprachverwendung, Frankfurt o.J. (um 1980).

Zuordnung im Vorlesungsverzeichnis

Letzte Änderung: Do 19.11.2020 10:28