Universität Wien FIND

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Achtung! Das Lehrangebot ist noch nicht vollständig und wird bis Semesterbeginn laufend ergänzt.

290135 PS Dimensionen von Flucht und Vertreibung in Südostasien und Ostafrika (2019S)

4.00 ECTS (2.00 SWS), SPL 29 - Geographie
Prüfungsimmanente Lehrveranstaltung

An/Abmeldung

Hinweis: Ihr Anmeldezeitpunkt innerhalb der Frist hat keine Auswirkungen auf die Platzvergabe (kein "first come, first served").

Details

max. 20 Teilnehmer*innen
Sprache: Deutsch

Lehrende

Termine (iCal) - nächster Termin ist mit N markiert

Nichterschienen in der ersten Sitzung führt zur automatischen Abmeldung von der Lehrveranstaltung.

Freitag 15.03. 12:00 - 17:00 Seminarraum 2A310 3.OG UZA II
Freitag 12.04. 12:00 - 17:00 Seminarraum 2A310 3.OG UZA II
Freitag 10.05. 12:00 - 17:00 Seminarraum 2A310 3.OG UZA II
Freitag 07.06. 12:00 - 17:00 Seminarraum 2A310 3.OG UZA II
Freitag 28.06. 12:00 - 17:00 Seminarraum 2A310 3.OG UZA II

Information

Ziele, Inhalte und Methode der Lehrveranstaltung

Seit Flüchtlingszahlen global erhoben werden, war die Zahl der Menschen, die vor Kriegen, bewaffneten Konflikten, den Folgen von Umweltkatastrophen und des Klimawandels, aggressiver Entwicklungspolitik sowie ökonomischer Deprivation fliehen, noch nie so hoch wie heute. Das Flüchtlingskommissariat der Vereinten Nationen schätzt die Zahl der weltweiten Flüchtlinge für das Jahr 2017 auf 68,5 Millionen Menschen. Im Jahr 2005 lag diese Schätzung noch bei 37,5 Millionen. Es nimmt daher wenig Wunder, dass Flüchtlings(not)hilfe, die Aufnahme von Flüchtlingen und ihre Integration in den Aufnahmeländern sowie „Flucht(ursachen)bekämpfung“ zentrale politische Handlungsfelder von globaler Dimension und Verflechtung sind, die sowohl zivilgesellschaftlich als auch politisch kontrovers diskutiert werden.

Obgleich das Thema Flucht und Vertreibung medial vor allem als Zuwanderungsphänomen nach Europa konstruiert wird, finden die mit Abstand größten Fluchtbewegungen im sogenannten Globalen Süden innerhalb von Landesgrenzen bzw. zwischen benachbarten Staaten statt. Vor diesem Hintergrund nimmt das Seminar mit Südostasien und Ostafrika zwei Regionen in den Blick, die zwar seit Jahrzehnten von signifikanten Fluchtbewegungen geprägt werden, jedoch kaum in der deutschsprachigen Medienöffentlichkeit präsent sind.

Das Flüchtlingskommissariat der Vereinten Nationen schätzt der Zahl der Flüchtlinge in Südostasien für das Jahr 2017 auf 3,37 Millionen Menschen. Weitaus höher ist jedoch die Anzahl derer, die in der Region innerhalb von Landesgrenzen vertrieben wurden. So schätzt das Internal Displacement Monitoring Center (IDMC) die Zahl der Binnenflüchtlinge in den Ländern Südostasien für das Jahr 2017 auf 5,9 Millionen Menschen. Gleichermaßen weist die Region einen der geringsten Standards für den Schutz von Flüchtlingen weltweit auf. Die Region östliches Afrika – im Speziellen Dschibuti, Eritrea, Äthiopien, Kenia, Somalia, Süd-Sudan, Sudan und Uganda ¬– ist durch komplexe Migrationsbewegungen gekennzeichnet, die einen signifikanten Anteil an Flüchtlingen und Binnenvertriebenen aufweisen. In der Region selbst sind Äthiopien, Kenia und Uganda die Hauptaufnahmeländer für Flüchtlinge aus der Region. Durch die Fluchtbewegung aus dem Süd-Sudan wurde Uganda, mit über 1,2 Millionen Flüchtlingen, zu dem Land mit der größten Anzahl an Geflüchteten, gefolgt von Äthiopien mit über 800.000 Geflüchteten. Besonders betroffen von langwieriger Vertreibung und Fluchtbewegungen sind Eritrea, Somalia, Süd-Sudan und der Sudan.

Im Rahmen des Seminars sollen unterschiedliche Dimensionen von Flucht und Vertreibung anhand von Fallbeispielen aus den genannten Regionen bearbeitet werden. Hierzu zählen unter anderem Fluchtursachen, Fluchtrouten, die Unterbringung und Livelihoods von Geflüchteten, Vulnerabilität im Kontext von Flucht und Vertreibung, Schutzstandards, langfristige Lösungen (integration, repratriation, resettlement), Gender im Kontext von Flucht und Vertreibung sowie die Rolle von nationalen Regierungen, Staatenbündnissen und internationalen Organisationen der Flüchtlingshilfe wie das Flüchtlingskommissariat der Vereinten Nationen (UNHCR) und die Internationale Organisation für Migration (IOM) .

Das Seminar ist methodisch als Forschungs- und Schreibworkshop strukturiert, der den Studierenden die Möglichkeit eröffnen soll, in Zweier- und Dreiergruppen eine wissenschaftliche Hausarbeit entlang klar vorgegebener und begleiteter Arbeitsschritte zu erstellen. Dies wird sowohl ein kontinuierliches Feedback der LehrveranstaltungsleiterInnen als auch Peer-Feedbacks der TeilnehmerInnen beinhalten. Die Veranstaltung findet an fünf geblockten Terminen statt: (1.) Inhaltlicher und methodischer Input, Themenvergabe; (2.) Präsentation des Themas und der Forschungsfrage; (3.) Präsentation der Disposition zur wissenschaftlichen Hausarbeit mit Feedback; (4.) Präsentation der überarbeiteten Disposition; (5.) Präsentation der Arbeitsergebnisse.

Art der Leistungskontrolle und erlaubte Hilfsmittel

Für den erfolgreichen Abschluss des Seminars sind folgenden Leistungen zu erbringen:

• regelmäßige und aktive Teilnahme an der Veranstaltung,
• eigenständige Recherchearbeiten,
• Präsentation des Themas und der Forschungsfrage
• Schriftliches Peer-Feedback
• Präsentation der Disposition
• Präsentation der Arbeitsergebnisse
• Verfassen einer wissenschaftlichen Hausarbeit (10 Seiten), Abgabe bis 31.07.2019

Mindestanforderungen und Beurteilungsmaßstab

Anwesenheit in mindestens 80 Prozent der Seminarsitzungen. Bei Erkrankungen, die mit Attest nachgewiesen werden, können darüber hinausgehende Fehlzeiten durch zusätzliche schriftliche Aufgaben ausgeglichen werden.

Die Gesamtnote setzt sich aus der Präsentation des Themas und der Forschungsfrage (10%), dem Peer-Feedback (10%) der Präsentation der überarbeiteten Disposition (20%), der Präsentation der Arbeitsergebnisse (20%) sowie der wissenschaftlichen Hausarbeit (40%) zusammen. Alle Teilleistungen sind für eine positive Abschlussbeurteilung unabhängig voneinander zu bestehen. Die Leistungen sind bestanden, wenn sie mindestens mit der Note 4 bewertet wurden.

Benotungsschlüssel:

100 - 87,5 % - Note 1
87,5 - 75 % - Note 2
75 - 62,5 % - Note 3
62,5 - 50 % - Note 4
weniger als 50% - Note 5

Die Bewertungskriterien für die Teilleistungen können auf Moodle eingesehen werden und werden im Seminar gesondert erläutert.

Prüfungsstoff

Der Prüfungsstoff umfasst die genannten Teilleistungen der Lehrveranstaltung.

Literatur

Die Seminarlektüre wird im Moodlekurs zur Verfügung gestellt.

Zuordnung im Vorlesungsverzeichnis

(MG-S4-PI.f) (MG-S6-PI.f) (MG-W5-PI) (L2-b4) (L2-b-sLV) (L2-d2) (L2-d-zLV) (MA UF GW 02)

Letzte Änderung: Mo 07.09.2020 15:42