Universität Wien FIND

Kehren Sie für das Sommersemester 2022 nach Wien zurück. Wir planen Lehre überwiegend vor Ort, um den persönlichen Austausch zu fördern. Digitale und gemischte Lehrveranstaltungen haben wir für Sie in u:find gekennzeichnet.

Es kann COVID-19-bedingt kurzfristig zu Änderungen kommen (z.B. einzelne Termine digital). Informieren Sie sich laufend in u:find und checken Sie regelmäßig Ihre E-Mails.

Lesen Sie bitte die Informationen auf https://studieren.univie.ac.at/info.

420011 SE Gesellschaftspolitische Potenziale der Philologie (2017W)

Prüfungsimmanente Lehrveranstaltung

An/Abmeldung

Hinweis: Ihr Anmeldezeitpunkt innerhalb der Frist hat keine Auswirkungen auf die Platzvergabe (kein "first come, first served").

Details

Sprache: Deutsch

Lehrende

Termine (iCal) - nächster Termin ist mit N markiert

Donnerstag 05.10. 16:45 - 18:15 Seminarraum 8 Slawistik UniCampus Hof 3 2R-Z1-35
Donnerstag 12.10. 16:45 - 18:15 Seminarraum 8 Slawistik UniCampus Hof 3 2R-Z1-35
Donnerstag 19.10. 16:45 - 18:15 Seminarraum 8 Slawistik UniCampus Hof 3 2R-Z1-35
Donnerstag 09.11. 16:45 - 18:15 Seminarraum 8 Slawistik UniCampus Hof 3 2R-Z1-35
Donnerstag 16.11. 16:45 - 18:15 Seminarraum 8 Slawistik UniCampus Hof 3 2R-Z1-35
Donnerstag 23.11. 16:45 - 18:15 Seminarraum 8 Slawistik UniCampus Hof 3 2R-Z1-35
Donnerstag 30.11. 16:45 - 18:15 Seminarraum 8 Slawistik UniCampus Hof 3 2R-Z1-35
Donnerstag 07.12. 16:45 - 18:15 Seminarraum 8 Slawistik UniCampus Hof 3 2R-Z1-35
Donnerstag 14.12. 16:45 - 18:15 Seminarraum 8 Slawistik UniCampus Hof 3 2R-Z1-35
Donnerstag 11.01. 16:45 - 18:15 Seminarraum 8 Slawistik UniCampus Hof 3 2R-Z1-35
Donnerstag 18.01. 16:45 - 18:15 Seminarraum 8 Slawistik UniCampus Hof 3 2R-Z1-35
Donnerstag 25.01. 16:45 - 18:15 Seminarraum 8 Slawistik UniCampus Hof 3 2R-Z1-35

Information

Ziele, Inhalte und Methode der Lehrveranstaltung

Das Studium der Sprachen (und Literaturen) setzt(e) immer schon eine bestimmte Sicht der Sprachgemeinschaften und ihrer gegenseitigen (machtpolitischen) Beziehungen voraus bzw. festigt oder produziert sie (Calvet). Die Positionierung der Philologie als Kulturwissenschaft oder als Gesellschaftswissenschaft und verleiht ihr gesellschaftliches und gesellschaftspolitisches Potenzial. Folgende Fragenkomplexe sollen (sprachübergreifend) diskutiert werden, in der die Rolle der Philologie im Kontext von Macht, Herrschaft und Verantwortung hinterfragt wird:

• Anteil der Philologie an der Ideologieproduktion (Legitimierung von Herrschaft, Kolonialismus, Nationalsozialismus, ...), Philologie und Nationsbildung, nationale Wiedergeburt[en] im 19. U. 20. Jh.), Nationale Mythen und Narrative, nationale Diskurse in historischen Umbruchsituationen (1918, 1945, 1989, …), Purismus und Xenophobie etc.
• Diskurs um Emanzipation durch Sprache: Genderdiskurs, Überwindung sozialer Barrieren durch Sprache (vgl. B.Bernstein) u.ä.
• Diskurse um Abbildung und Manipulation der Wirklichkeit, z.B. sprachliche Korrektheit vs. political correctness. Social media und fake production
• Das widerständige und kritische Potenzial in der Tradition der Aufklärung
• Wechselwirkungen zwischen Digitalisierung, AI/KI und Philologie
Verdrängung der Literatur aus Lehrplänen und Lehrerausbildung

Art der Leistungskontrolle und erlaubte Hilfsmittel

Referat, Essay

Mindestanforderungen und Beurteilungsmaßstab

Prüfungsstoff

Literatur

L.-J. Calvet: Die Sprachenfresser. Ein Versuch über Linguistik und Kolonialismus. Berlin 1978
• Utz Maas: Sprachpolitik und politische Sprachwissenschaft. Frankfurt 1989
• Thomas Schestag: Philologie, Erkenntnis. In: Neue Rundschau 119,3 (2008), S. 128-143.
• Wolf Schneider: Wörter machen Leute. Magie und Macht der Sprache. rororo 1979
• Jürgen Paul Schwindt (Hrsg.): Was ist eine philologische Frage? Beiträge zur Erkundung einer theoretischen Einstellung. Frankfurt am Main: Suhrkamp 2009,
• Jerome McGann: Philology in a New Key. In: Critical Inquiry 39,2 (Winter 2013), S. 327-346.
• Peter Szondi: Über philologische Erkenntnis. In: Peter Szondi: Hölderlin-Studien. Mit einem Traktat über philologische Erkenntnis. Frankfurt am Main 1967, S. 9-34.
• Nikolaus Wegmann: Was heißt einen ‚klassischen Text‘ lesen? Philologische Selbstreflexion zwischen Wissenschaft und Bildung. In: Jürgen Fohrmann, Wilhelm Voßkamp (Hrsg.): Wissenschaftsgeschichte der Germanistik im 19. Jahrhundert. Metzler, Stuttgart, Weimar 1994, S. 334-450.
• Dieter Zimmer: So kommt der Mensch zur Sprache. München, 1994
• Jan Ziolkowski: What is Philology? Introduction. In: Comparative Literature Studies 27,1: Special-focus issue What is Philology? 1990, S. 1-12.

Zuordnung im Vorlesungsverzeichnis

Letzte Änderung: Mo 07.09.2020 15:47