490091 SE Theorie und Praxis des Erziehens und Beratens (2013W)
Differenzierung und Normalisierung in der Schule und Beratung
Prüfungsimmanente Lehrveranstaltung
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Teilnahmevoraussetzung ist Anwesenheit, die Bereitschaft zur Auseinandersetzung mit theoretischen Konzepten, die Bereitschaft, englischsprachige Texte zu lesen sowie eine Textpräsentation in einer Kleingruppe.
An/Abmeldung
Hinweis: Ihr Anmeldezeitpunkt innerhalb der Frist hat keine Auswirkungen auf die Platzvergabe (kein "first come, first served").
- Anmeldung von Mo 09.09.2013 09:00 bis Mo 23.09.2013 09:00
- Abmeldung bis Mo 11.11.2013 09:00
Details
max. 25 Teilnehmer*innen
Sprache: Deutsch
Lehrende
Termine (iCal) - nächster Termin ist mit N markiert
- Dienstag 08.10. 13:15 - 15:15 Seminarraum 4 341 Porzellangasse 4 3.OG
- Dienstag 22.10. 13:15 - 17:15 Seminarraum 4 341 Porzellangasse 4 3.OG
- Dienstag 29.10. 13:15 - 17:15 Prominentenzimmer Hauptgebäude, Tiefparterre Hof 4
- Dienstag 12.11. 13:15 - 17:15 (ehem. Seminarraum 10 Hauptgebäude, Tiefparterre Stiege 5 Hof 3)
- Dienstag 10.12. 13:15 - 17:15 (ehem. Seminarraum 10 Hauptgebäude, Tiefparterre Stiege 5 Hof 3)
- Dienstag 07.01. 13:15 - 19:15 (ehem. Seminarraum 10 Hauptgebäude, Tiefparterre Stiege 5 Hof 3)
Information
Ziele, Inhalte und Methode der Lehrveranstaltung
Art der Leistungskontrolle und erlaubte Hilfsmittel
Präsentation in einer Kleingruppe sowie anschließende schriftliche Ausarbeitung
Mindestanforderungen und Beurteilungsmaßstab
Die Lehrveranstaltung vermittelt Grundlagen zum Verständnis der Konstruktion und Wirkungsweise von Geschlecht, Sexualität, sozialer, nationaler, ethnischer und kultureller Herkunft; Sensibilisierung für den Umgang mit Differenz und Andersheit im Klassenraum; Problematisierung der Reproduktion von Sexismen und Rassismen in Erziehung und Beratung; Reflexion von Konzepten zu Anerkennung, Differenz und Diversität in Erziehung und Beratung
Prüfungsstoff
Die Texte werden von allen Teilnehmer_innen gelesen. Kleingruppen präsentieren die zentralen Thesen eines Textes und formulieren Fragen für die Diskussion im Plenum. Darüber hinaus gibt es Kleingruppenarbeit im Seminar. Ergänzende Medien wie Video kommen zum Einsatz. Die schriftliche Ausarbeitung der Präsentation fasst die Ergebnisse und anschließenden Diskussion zusammen und reflektiert den Aufbau der eigenen Präsentation.
Literatur
Fabian Kessl, Melanie Plößer (Hg.): Differenzierung, Normalisierung, Andersheit. Soziale Arbeit als Arbeit mit den Anderen. Wiesbaden: VS VerlagAnne Broden, Paul Mecheril (Hg.). Rassismus bildet. Bildungswissenschaftliche Beiträge zu Normalisierung und Subjektivierung in der Migrationsgesellschaft. Bielefeld: transcript, 2010Birgit Rommelspacher, Dominanzkultur. Texte zu Fremdheit und Macht. Berlin: Orlanda Frauenverlag (1995) 1998Barbara Rendtorff, Geschlecht und Geschlechterverhältnisse in den Erziehungswissenschaften. Eine Einführung. Opladen: Leske und Budrich, 1999Pierre Bourdieu, Wie die Kultur zum Bauern kommt. Über Bildung, Schule und Politik; aus dem Franz. von Jürgen Bolder et al. Hamburg: VSA-Verlag, 2001Rubia Salgado, "Das Lehren und Lernen von Deutsch als Zweitsprache im Kontext der hegemonialen Gesellschaft". In: Dokumentation des 13. Bildungsseminars des Vereins LEFÖ. (Politische) Bildungsarbeit und Migrantinnen. Ganzheitliche Ansätze – Kritische Auseinandersetzungen, LEFÖ, Wien, 2009Jutta Hartmann, "Intervenieren und Perpetuieren – Konstruktionen kritischer Pädagogik in den Feldern von Geschlecht, Sexualität und Lebensform". In: Heteronormativität. Empirische Studien zu Geschlecht, Sexualität und Macht. Hg. von Jutta Hartmann et al. Wiesbaden: VS Verlag, 2007, 95-114Zoe Meleo-Erwin, "Disrupting normal: Toward the 'ordinary and familiar' in fat politics. In: Feminism & Psychology 22(3) 2012, 388-402Anne Waldschmidt, "Normalcy, Bio-Politics and Disability: Some Remarks on the German Disability Discourse". In: Disability Studies Quarterly, Spring 2006, Volume 26, No. 2, http://dsq-sds.org/article/view/694/871
Zuordnung im Vorlesungsverzeichnis
Letzte Änderung: Di 01.10.2024 00:20
Wie Rolle spielt Geschlecht im Klassenraum oder in der Beratung? Und zwar das Geschlecht der Pädagog_in wie auch das Geschlecht der Klient_in/Kund_in/Schüler_in/...? In welcher Weise werden Mädchen, Schüler_innen, Frauen anders behandelt als Jungen, Schüler oder Männer oder als Genderqueers? Welche Rolle spielt Herkunft, sei es soziale, kulturelle oder nationale Herkunft? Welche kulturellen, religiösen oder Geschlechterstereotypen und welche Rassismen reproduzieren Pädagog_innen ungewollt in ihrer Arbeit? Und wie verkompliziert sich das Bild, wenn wir nicht nur von weiblichen und männlichen Personen, Migrant_innen und Mehrheitsösterreicher_innen sprechen, sondern von österreichisch-türkischen Mädchen, polnischen Pflegekräften oder nigerianischen Asylwerber_innen? Wie also verschränken sich Geschlecht und Herkunft miteinander? Wie kann pädagogische Arbeit sozialen Differenzen und Diskriminierungen entgegenwirken? Und wie kann ein pädagogischer bzw. ein Beratungsansatz aussehen, der Differenz, Diversität und Vielfalt nicht nur akzeptiert, sondern fördert?
Darüber soll kritisch überprüft werden, inwieweit sowohl tatsächliche Bildungsangebote als auch Bildungskonzepte sich als 'Normalitätsermöglichung' verstehen und somit zu einer Normalisierung beitragen - und folglich gerade nicht Diversität fördern.