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Achtung! Das Lehrangebot ist noch nicht vollständig und wird bis Semesterbeginn laufend ergänzt.

490224 PS Kommunikationsräume (2018W)

Datenkritik: Medienkompetenz in digital-vernetzten Lebenswelten

5.00 ECTS (2.00 SWS), SPL 49 - LehrerInnenbildung
Prüfungsimmanente Lehrveranstaltung

Details

max. 20 Teilnehmer*innen
Sprache: Deutsch

Lehrende

Termine (iCal) - nächster Termin ist mit N markiert

Montag 22.10. 16:45 - 20:00 Prominentenzimmer Tiefparterre Hauptgebäude Hof 4
Montag 05.11. 16:45 - 20:00 Prominentenzimmer Tiefparterre Hauptgebäude Hof 4
Montag 19.11. 16:45 - 20:00 Prominentenzimmer Tiefparterre Hauptgebäude Hof 4
Montag 03.12. 16:45 - 20:00 Prominentenzimmer Tiefparterre Hauptgebäude Hof 4
Montag 14.01. 16:45 - 20:00 Prominentenzimmer Tiefparterre Hauptgebäude Hof 4
Montag 28.01. 16:45 - 20:00 Prominentenzimmer Tiefparterre Hauptgebäude Hof 4

Information

Ziele, Inhalte und Methode der Lehrveranstaltung

Bei Fragen zur Veranstaltung wenden Sie sich bitte an: wolfgang.benjamin.ruge@univie.ac.at

Inhalte:

Die große Bedeutung, die Soziale Netze in heutigen jugendlichen Lebenswelten einnehmen, wurde durch Danah Boyd (Boyd 2014) auf eine prägnante Formel gebracht: es gehe darum, sich selbst ins Dasein zu schreiben (im engl. Orig.: „typing oneselve into beeing“). Diese Einschreibung ins Dasein ist dabei verbunden mit einem Eintrag in die Datenbanken von Facebook, Whattsapp, Snapchat, Instagram und weiteren Anbietern, welche die prominentesten Dienste betreiben. Auch die Studierenden sind betroffen, da die anerkannte und bescheinigte Weiterbildung digitaler Fähigkeiten in Österreich kaum ohne einen Eintrag in Microsofts Datenbanken (Office 365) möglich ist.

Da eine reflektierte und selbstbestimmte Nutzung dieser Angebote einen Bestandteil moderner Medienbildung (Dander 2017) und ein wesentliches Ziel digitaler Grundbildung darstellt, erwächst für die Medienpädagogik in allen ihren schulischen und außerschulischen Facetten hieraus die Aufgabe, die Schüler*innen/Nutzer*innen sowohl über die technische Basis dieser Dienste als auch über die dahinterstehenden wirtschaftlichen Interessen aufzuklären ohne dabei in pauschale Medienschelte zu verfallen.

Ziel des Seminars ist es vor dem Hintergrund aktueller medienpädagogischer Theorien, Medienpädagogik (z.B.: Jörissen und Marotzki 2009, zum Überblick vgl. Ruge 2017, 2014) nicht nur als Bildung mit und über Medien zu verstehen und auf Basis dieses Verständnisses, didaktische Konzepte für eine zeitgemäße Medienkompetenzvermittlung zu entwickeln und erproben.

Ziele:
Die Studierenden kennen die Bedeutung von Medien in aktuellen jugendlichen Medienwelten. Sie kennen technische und juristische Grundlagen digitaler Medien und können diese durch die Entwicklung und Erprobung eines Konzeptes an die nächste Generation vermitteln.
Methoden:
Zu Beginn des Seminars wird erarbeitet inwiefern Datenkritik als wesentlicher Bestandteil einer zeitgemäßen Medienkompetenz verstanden werden kann. Als fachliche Basis werden anschließend juristische (z.B. DSGVO) und technische (z.B. Verarbeitung von Meta-Daten) Grundlagen vermittelt. Auf diesem erworbenen Fachwissen aufbauend konzipieren die Studierenden in Gruppenarbeit zunächst verschiedene Unterrichtsmethoden. Auf Basis der Methoden konzipieren Sie einen 90minütigen Workshop, der erprobt und evaluiert wird. Aus der Forschungsperspektive handelt es sich hierbei um ein Design-Based-Research-Projekt (für die Relevanz dessen für die Medienpädagogik: (Tulodziecki, Herzig und Grafe 2014). In den Seminarsitzungen wird Wert daraufgelegt, neben fachlichem Input durch die Dozenten auch Kleingruppenarbeit zu ermöglichen.

Art der Leistungskontrolle und erlaubte Hilfsmittel

Prüfungsimmanent, folgende Teilleistungen sind zu absolvieren:
1. Wissenstest (15 P) zu den Inhalten der ersten Sitzungen.
2. Methodenkoffer (20 P)
3. Didaktisches Konzept (25 P)
4. Durchführung (15 P)
5. Abschlussbericht (Evaluation) (25 P)

Mindestanforderungen und Beurteilungsmaßstab

Zu erreichen sind insgesamt 100 Punkte. Genügend (4): ab 56, Befriedigend (3): ab 67, Gut (2): ab 78, Sehr Gut (1): ab 89.

Es besteht Anwesenheitspflicht. Eine aktive Mitarbeit am Seminar ist Voraussetzung für die Benotung. Die Lehrveranstaltungsleitung behält sich die Möglichkeit eines abschließenden Gesprächs über die Leistungen vor.

Prüfungsstoff

Die Teilleistungen sind so angelegt, dass neben einer Reproduktion und kritischen Diskussion der im Seminar behandelten Texte auch die Anwendung des Wissens in einem DBR-Projekt geprüft wird.

Literatur

Die Pflichtlektüre wird über Moodle bereitgestellt. Der Reader enthält u.a.:

Boyd, Danah M. 2014. It's Complicated: The Social Lives of Networked Teens. New Haven, London: Yale University Press.

Dander, Valentin. 2017. „Wie ‹medienkritisch› ist Medienpädagogik? Fragen und mögliche Antworten zu Analyse, Ethik und Selbstreflexion einer ‹Disziplin›.“ Medienpädagogik - Zeitschrift für Theorie und Praxis der Medienbildung, Nr. 29: 105–38. doi:10.21240/mpaed/29/2017.09.05.X.

Jörissen, Benjamin und Winfried Marotzki. 2009. Medienbildung - Eine Einführung: Theorie - Methoden - Analysen. UTB 3189 : Erziehungswissenschaft, Medienbildung. Bad Heilbrunn: Klinkhardt / UTB.

Ruge, Wolfgang B. 2014. „Pädagogik * Medien – Eine Suchanfrage.“ In Perspektiven der Medienbildung, hg. v. Winfried Marotzki und Norbert Meder, 187–207. Medienbildung und Gesellschaft 27. Wiesbaden: Springer VS.

Ruge, Wolfgang B. 2017. „Undisziplinierte Pluralität: Anmerkungen zu einer Wissenschaftstheorie der Medienpädagogik.“ Medienpädagogik - Zeitschrift für Theorie und Praxis der Medienbildung, Nr. 27: 100–120. doi:10.21240/mpaed/27/2017.04.04.X.

Tulodziecki, Gerhard, Bardo Herzig und Silke Grafe. 2014. „Medienpädagogische Forschung als gestaltungsorientierte Bildungsforschung vor dem Hintergrund praxis- und theorierelevanter Forschungsansätze in der Erziehungswissenschaft.“ Medienpädagogik - Zeitschrift für Theorie und Praxis der Medienbildung. doi:10.21240/mpaed/00/2014.03.10.X.

Zuordnung im Vorlesungsverzeichnis

Letzte Änderung: Mi 11.07.2018 15:27