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070098 SE Seminar - Precarious Survival of intermarried families during the Nazi Regime in Vienna (2019S)

6.00 ECTS (2.00 SWS), SPL 7 - Geschichte
Continuous assessment of course work

Details

max. 25 participants
Language: German

Lecturers

Classes (iCal) - next class is marked with N

Thursday 07.03. 14:00 - 16:00 Seminarraum 1, Institut für Zeitgeschichte, 1090 Wien, Spitalgasse 2-4, Hof 1
Thursday 14.03. 14:00 - 16:00 Seminarraum 1, Institut für Zeitgeschichte, 1090 Wien, Spitalgasse 2-4, Hof 1
Thursday 21.03. 14:00 - 16:00 Seminarraum 1, Institut für Zeitgeschichte, 1090 Wien, Spitalgasse 2-4, Hof 1
Thursday 28.03. 14:00 - 16:00 Seminarraum 1, Institut für Zeitgeschichte, 1090 Wien, Spitalgasse 2-4, Hof 1
Thursday 04.04. 14:00 - 16:00 Seminarraum 1, Institut für Zeitgeschichte, 1090 Wien, Spitalgasse 2-4, Hof 1
Thursday 11.04. 14:00 - 16:00 Seminarraum 1, Institut für Zeitgeschichte, 1090 Wien, Spitalgasse 2-4, Hof 1
Thursday 02.05. 14:00 - 16:00 Seminarraum 1, Institut für Zeitgeschichte, 1090 Wien, Spitalgasse 2-4, Hof 1
Thursday 09.05. 14:00 - 16:00 Seminarraum 1, Institut für Zeitgeschichte, 1090 Wien, Spitalgasse 2-4, Hof 1
Thursday 16.05. 14:00 - 16:00 Seminarraum 1, Institut für Zeitgeschichte, 1090 Wien, Spitalgasse 2-4, Hof 1
Thursday 23.05. 14:00 - 16:00 Seminarraum 1, Institut für Zeitgeschichte, 1090 Wien, Spitalgasse 2-4, Hof 1
Thursday 06.06. 14:00 - 16:00 Seminarraum 1, Institut für Zeitgeschichte, 1090 Wien, Spitalgasse 2-4, Hof 1
Thursday 13.06. 14:00 - 16:00 Seminarraum 1, Institut für Zeitgeschichte, 1090 Wien, Spitalgasse 2-4, Hof 1
Thursday 27.06. 14:00 - 16:00 Seminarraum 1, Institut für Zeitgeschichte, 1090 Wien, Spitalgasse 2-4, Hof 1

Information

Aims, contents and method of the course

Im Seminar 'Prekäres Überleben von 'Mischehefamilien' im nationalsozialistischen Wien' soll das Wien der Jahre 1938 bis 1945 aus der Perspektive der Opfer betrachtet werden, wobei sowohl die
Chronologie der Verfolgung als auch Strategien der Selbstbehauptung und des Überlebens aufgezeigt
werden sollen.
Mit dem 'Anschluss' an das Deutsche Reich im März 1938 wurde das Leben der jüdischen Bevölkerung in Österreich über Nacht in dramatischer Weise verändert. Zu den als Jüdinnen und Juden verfolgten Menschen zählten jedoch nicht nur Mitglieder der Israelitischen Kultusgemeinde (IKG), sondern auch Angehörige christlicher Glaubensgemeinschaften, Personen ohne konfessionelle Zugehörigkeit sowie Menschen aus gemischt-konfessionellen Familien, die nun im NS-Regime als 'Mischehen' galten, bislang jedoch zumeist wenig Bezug zur jüdischen Gemeinde gepflegt hatten. Dieses Seminar wird sich dem Alltag und den Verfolgungserfahrungen dieser Familien und deren als 'Halbjuden' definierten Kinder widmen, die als 'Mischlinge' oder 'Geltungsjuden' das NS-Regime unter prekärem Schutz überlebten. Die Erfahrungen und Reaktionen der als Jüdinnen und Juden Verfolgten stehen im Zentrum, wobei Vorstellungen eines passiven Opferkollektivs dabei aufgebrochen und individuelle und kollektive Handlungsspielräume sowie Überlebensstrategien in der Rekonstruktion konkreter Lebensgeschichten sichtbar gemacht werden sollen. Darüber hinaus werden auch die letzten Jahre jüdischen Lebens in Wien nach dem Abschluss der großen Deportation thematisiert, die bislang in der
Holocaust Forschung oft vernachlässigt wurden, da zu diesem Zeitpunkt nur mehr eine kleine heterogene Gruppe in Wien lebte, die nach NS-Gesetzen als jüdisch definiert wurde und sich zum
Großteil aus Mitgliedern von 'Mischehefamilien' zusammensetzte.

Ziel:
Nach detaillierten thematischen Einführungen der Lehrveranstaltungsleiterinnen sollen Studierende einen Einblick in das Arbeiten mit Archiven und Quellenmaterialien bekommen, welche unter Anleitung recherchiert werden sollen, wobei auch ein Einblick in unterschiedliche Quellengenres vermittelt wird. Ziel ist es, den Studierenden einen Einblick in die Verfolgungserfahrungen von
'Mischehefamilien' anhand von offiziellen Berichten der Israelitische Kultusgemeinde Wien (IKG), Aktenmaterial nichtjüdischer Hilfsorganisationen, Presseberichten, Gestapo-Tagesberichten,
Meldedateien sowie vor allem über Tagebücher, Briefe, ZeitzeugInnenberichte und Oral History Interviews zu vermitteln.

Vermittlungsmethode:
Thematische Einführungen der Lehrveranstaltungsleiterinnen
Ausgewählte Texte (Sekundärliteratur) werden im Plenum gemeinsam analysiert und diskutiert
Mündliche Gruppenpräsentationen der LV-TeilnehmerInnen
Angeleitete Archivrecherche und Abschlussarbeit

Assessment and permitted materials

Regelmäßige Anwesenheit, kontinuierliche aktive Mitarbeit, verpflichtende Lektüre, mündliche Gruppenpräsentation, Abschlussarbeit

Minimum requirements and assessment criteria

Examination topics

Reading list

Doris Bergen / Andrea Löw / Anna Hájkova (Hg.), Alltag im Holocaust. Jüdisches Leben im
Großdeutschen Reich 1941-1945, Oldenbourg Verlag, München 2013.
Evan Burr Bukey, Jews and Intermarriage in Nazi Austria, Cambridge University Press, New York /
Cambridge 2011.
Ursula Büttner (Hg.), Das Unrechtsregime. Internationale Forschung über den Nationalsozialismus,
Band 2, Christians, Hamburg 1986.
Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes (DÖW) (Hg.), Jüdische Schicksale. Berichte
von Verfolgten. Erzählte Geschichte, Bd. 3, Wien ²1993.
Saul Friedländer, Das Dritte Reich und die Juden. Gesamtausgabe, München 2008.
Friedländer, Saul: Den Holocaust beschreiben. Auf dem Weg zu einer integrierten Geschichte,
Wallstein, Göttingen 2007.
Brigitte Gensch / Sonja Grabowsky (Hg.), Der halbe Stern. Verfolgungsgeschichte und
Identitätsproblematik von Personen und Familien teiljüdischer Herkunft, Gießen 2010.
Wolf Gruner, Widerstand in der Rosenstraße. Die Fabrik-Aktion und die Verfolgung der 'Mischehen'
1943, Frankfurt am Main 2005.
Wolf Gruner, Zwangsarbeit und Verfolgung. Österreichische Juden im NS-Staat 1938-45, Innsbruck
2000.
Christa Hämmerle /Li Gerhalter (Hg.), Apokalyptische Jahre. Die Tagebücher der Therese Lindenberg
1938 bis 1946, Wien 2010.
Dieter J. Hecht / Eleonore Lappin / Michaela Raggam-Blesch / Lisa Rettl / Heidemarie Uhl (Hg.), 1938.
Auftakt zur Shoah in Österreich. Orte - Bilder - Erinnerungen, Wien 2008.
Dieter J. Hecht / Eleonore Lappin / Michaela Raggam-Blesch, Topographie der Shoah. Jüdische
Gedächtnisorte des zerstörten jüdischen Wien, Wien 2018.
Cornelia Essner, Die 'Nürnberger Gesetze' oder: Die Verwaltung des Rassenwahns 1933-1945,
Schöningh, Paderborn 2002.
Beate Meyer, 'Jüdische Mischlinge'. Rassenpolitik und Verfolgungserfahrung 1933-1945, Hamburg
1999.
Jonny Moser, Demographie der jüdischen Bevölkerung Österreichs, 1938-1945, Wien 1999.
Vilma Neuwirth, Glockengasse 29. Eine jüdische Arbeiterfamilie in Wien, Wien 2008
Jeremy Noakes, The Development of Nazi Policy towards the German-Jewish 'Mischlinge' 1933-1945,
in: LBI Year Book, Band 34, New York 1989, 291-351.
Doron Rabinovici, Instanzen der Ohnmacht. Wien 1938-1945. Der Weg zum Judenrat, Frankfurt am
Main 2000.
Michaela Raggam-Blesch, Alltag unter prekärem Schutz. Mischlinge und Geltungsjuden im NS-Regime
in Wien, in: Zeitgeschichte 6 (2016), S. 292-307.
Herbert Rosenkranz, Verfolgung und Selbstbehauptung. Die Juden in Österreich 1938-1945, Wien
1978.
Martin Sabrow (Hg.), Die Geburt des Zeitzeugen nach 1945, Göttingen 2012.
Jan Taubitz, Holocaust Oral History und das lange Ende der Zeitzeugenschaft, Göttingen 2016.
James F. Tent, Im Schatten des Holocaust. Schicksale deutsch-jüdischer 'Mischlinge' im Dritten Reich,
Böhlau, Cologne and Vienna 2007.
Joseph Walk (Hg.), Das Sonderrecht für die Juden im NS-Staat. Eine Sammlung der gesetzlichen
Maßnahmen und Richtlinien - Inhalt und Bedeutung, Heidelberg 1981.

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Diplom LA Geschichte: 02. Vertiefung: Seminare, AER: Österreichische Geschichte, Frauen- und Geschlechtergeschichte.
MA Geschichte: Seminare.
MEd Geschichte: UF MA GSP 01 Fachwissenschaft.

Last modified: Fr 23.08.2019 15:07