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070244 PS The Nationality Question of the late Habsburg Monarchy on the example of Music (2019W)

5.00 ECTS (2.00 SWS), SPL 7 - Geschichte
Continuous assessment of course work

Registration/Deregistration

Details

max. 25 participants
Language: German

Lecturers

Classes (iCal) - next class is marked with N

Tuesday 15.10. 13:00 - 16:00 Seminarraum des Instituts für Osteuropäische Geschichte UniCampus Hof 3 2Q-EG-27
Tuesday 12.11. 13:00 - 16:00 Seminarraum des Instituts für Osteuropäische Geschichte UniCampus Hof 3 2Q-EG-27
Tuesday 26.11. 13:00 - 16:00 Seminarraum des Instituts für Osteuropäische Geschichte UniCampus Hof 3 2Q-EG-27
Tuesday 17.12. 13:00 - 16:00 Seminarraum des Instituts für Osteuropäische Geschichte UniCampus Hof 3 2Q-EG-27
Tuesday 14.01. 13:00 - 16:00 Seminarraum des Instituts für Osteuropäische Geschichte UniCampus Hof 3 2Q-EG-27
Tuesday 28.01. 13:00 - 16:00 Seminarraum des Instituts für Osteuropäische Geschichte UniCampus Hof 3 2Q-EG-27

Information

Aims, contents and method of the course

Musik spielte im langen 19. Jahrhundert eine wichtige Rolle im öffentlichen wie halb-privaten Leben. Musikalische Praktiken waren dabei nie losgelöst von den einflussreichen und brennenden politischen wie sozialen Debatten der Habsburgermonarchie. Vielmehr sind diese im Kontext zu betrachten, neben dem Zeitpunkt- und ort ihrer Aufführung, dem teilnehmenden Publikum, sowie der folgenden Diskussion in der gedruckten Öffentlichkeit.
Gerade mit und nach der Revolution 1848 wurde Musik und ihre Texte zu einem Medien für den Transport von politischen Ideen und Ideologien und dies mehr und mehr in den der medialen Öffentlichkeit. Anders als politische Texte begegnen sie dabei dem Menschen in einem scheinbar unpolitischen Kontext und schaffen es so häufig weitaus wirkmächtiger zu werden und auch ein Gemeinsamkeitsgefühl zu schaffen bzw. die Abgrenzung von anderen greifbarer zu machen.
Gerade Österreich-Ungarn nach dem Ausgleich 1867 und die Okkupation Bosniens und der Herzegowina 1878, die religiöse, politische, soziale, sprachliche und ethnische Vielfalt schufen einen Nährboden für die Politisierung aller Lebensbereiche. Dabei wurde nicht nur Musik eine zusätzliche Identität gegeben, sondern auch einzelnen Komponisten und ganzen Ensembles. Auch die scheinbar unpolitischen und als staatsnah kolportierten Institutionen, wie dem Militär und der Kirche, folgten häufig diesem Beispiel. Ein als kaisertreu geltender Radetzkymarsch, bekam etwa nach und nach eine tschechische Aufladung, während die an sich beliebte ungarische Musik mehr und mehr zu einem Politikum wurde, indem das Gefallen daran, mit einer Bejahung der ungarischen Politik gleichgesetzt wurde.
Das Ziel dieses Proseminar ist es, die großen politischen Fragen der späten Habsburgermonarchie durch das Prisma der Musik anhand von den Studierenden frei zu wählenden Themen zu analysieren.

Assessment and permitted materials

Mitarbeit (15%), Präsentation (20%) und einer schriftlichen Seminarbeit (75%).

Minimum requirements and assessment criteria

Examination topics

Reading list

Moritz Csáky, Die Ideologie der Operette und Wiener Moderne: ein kulturhistorischer Essay, Wien: Böhlau, 1998², 167-225.
JiříŠtaif, Die drei Ebenen der Kulturpolitik der böhmischen Stände vor 1848: Theater, Museum und die Patriotisch–ökonomische Gesellschaft in Prag, in: Philipp Ther, Kulturpolitik und Theater. Die kontinentalen Imperien in Europa im Vergleich, Oldenbourg: Böhlau, 2012, 190-209.
AndrásGergely, Die drei Ebenen der Kulturpolitik der böhmischen Stände vor 1848: Theater, Museum und die Patriotisch–ökonomische Gesellschaft in Prag, in: Philipp Ther, Kulturpolitik und Theater. 153-174.
Moritz Csáky, Die Ideologie der Operette und Wiener Moderne: ein kulturhistorischer Essay, Wien: Böhlau, 1998², 62-108.
Martina Nussbaumer, Musikstadt Wien. Die Konstruktion eines Images, Rombach Verlag, Freiburg i. Br. 2007, 7-31 und 355-364.
RistoPekkaPennanen, Filling the Gaps of Bosnian Discography: Central European Labelsbefore the Great War, ARSC Journal , 2016.
RistoPekkaPennanen, Tattoos, Colonial Policies and Entertainment: The Roles of MilitaryBands in Habsburg Bosnia and Herzegovina (1878-1918), In M. Schramm (ed.), MilitärmusikzwischenNutzen und Missbrauch. Militärmusik im Diskurs, Band 6: 17-25. Bonn: Militärmusikdienst derBundeswehr. 2011.
Eva Maria Hois, Die Musikhistorische Zentrale. Ein Kultur und Zeitdokument ersten Ranges. Die Soldatenliedersammlung beim k.u.k. Kriegsministerium im Ersten Weltkrieg. Geschichte - Dokumente - Lieder (Wien: Heeresgeschichtliches Museum, 2012).

Association in the course directory

Epochen: Neuzeit
Aspekte/Räume: Osteuropäische Geschichte, Frauen- und Geschlechtergeschichte, Österr. Geschichte 2, Politikgeschichte, Wirtschafts- und Sozialgeschichte

Last modified: Mo 30.09.2019 11:07