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070330 VO Further Historical Approaches: Russian Political Thought 1760-2000 (2018W)

5.00 ECTS (2.00 SWS), SPL 7 - Geschichte

Registration/Deregistration

Details

Language: German

Examination dates

Lecturers

Classes (iCal) - next class is marked with N

Thursday 11.10. 08:00 - 09:30 Hörsaal B UniCampus Hof 2 2C-EG-02
Thursday 18.10. 08:00 - 09:30 Hörsaal B UniCampus Hof 2 2C-EG-02
Thursday 25.10. 09:00 - 10:30 Hörsaal des Instituts für Osteuropäische Geschichte UniCampus Hof 3 2R-EG-07
Thursday 08.11. 09:00 - 10:30 Hörsaal des Instituts für Osteuropäische Geschichte UniCampus Hof 3 2R-EG-07
Thursday 15.11. 09:00 - 10:30 Hörsaal des Instituts für Osteuropäische Geschichte UniCampus Hof 3 2R-EG-07
Thursday 22.11. 09:00 - 10:30 Hörsaal des Instituts für Osteuropäische Geschichte UniCampus Hof 3 2R-EG-07
Thursday 29.11. 09:00 - 10:30 Hörsaal des Instituts für Osteuropäische Geschichte UniCampus Hof 3 2R-EG-07
Thursday 06.12. 09:00 - 10:30 Hörsaal des Instituts für Osteuropäische Geschichte UniCampus Hof 3 2R-EG-07
Thursday 13.12. 09:00 - 10:30 Hörsaal des Instituts für Osteuropäische Geschichte UniCampus Hof 3 2R-EG-07
Thursday 10.01. 09:00 - 10:30 Hörsaal des Instituts für Osteuropäische Geschichte UniCampus Hof 3 2R-EG-07
Thursday 17.01. 09:00 - 10:30 Hörsaal des Instituts für Osteuropäische Geschichte UniCampus Hof 3 2R-EG-07
Thursday 24.01. 09:00 - 10:30 Hörsaal des Instituts für Osteuropäische Geschichte UniCampus Hof 3 2R-EG-07

Information

Aims, contents and method of the course

Inhalte
Die LV bietet einen Überblick über die Entwicklung des politischen Denkens in Russland von der Neuzeit bis zur Gegenwart. Nachdem im Mittelalter und der Frühneuzeit die Herrschaftslegitimation des Moskauer Staates eine zentrale Rolle eingenommen hatte, wovon etwa die Theorie vom "Dritten Rom" zeugt, intensivierten sich im Zeitalter des Barock und der Aufklärung die Übernahmen und Translationen westlichen Gedankenguts, was allerdings ab der Sturm-und-Drang-Periode auf frühnationalistische Kritik stieß. Das Zeitalter der Revolutionen inspirierte nicht nur liberale Denker und motivierte Staatsreformpläne, sondern stimulierte auch die Gegenreaktion des russischen Konservatismus. Durch das Scheitern des Aufstandes der Dekabristen, deren Projekte für eine russische Republik auf Ideen der amerikanischen und französischen Revolution aufgebaut hatten, kamen die Reformpläne zum Stillstand. Angeregt vom kritischen Denken Pjotr Tschaadajews, der die "Rückständigkeit" Russlands kritisierte, spaltete sich das intellektuelle Spektrum in die Schulen der "Westler", die Reformen nach westlichem Vorbild befürworteten, und der "Slawophilen", die sich für Besinnung auf die idealisierte nationale Vergangenheit und einen russischen Sonderweg aussprachen. Unter dem Einfluss des wachsenden Nationalismus und Imperialismus transformierte sich die Slawophilie in antiwestliche Strömungen und den Panslawismus, der für die Vereinigung aller Slawen unter Herrschaft des Zaren eintrat. Auch rechtsextremes und antisemitisches Gedankengut fand im frühen 20. JH eine wachsende Anhängerschaft in den Schwarzhundertschaften, die für antijüdische Pogrome verantwortlich waren. Auf Seiten der Linken waren aus bzw. neben Linksliberalen und Populisten ("Narodniki"), die für eine Verbesserung der Lage der Landbevölkerung auftraten, anarchistische, nihilistische und marxistische Gruppen entstanden, die mit Attentaten und Terrorismus den Staat bekämpften. Nachdem die Februarrevolution 1917 kurzfristig Liberale und Linksliberale an die Macht gebracht hatte, schaltete der sich auf die marxistisch-leninistische Ideologie berufende Sowjetstaat bald alternative Denkmodelle aus bzw. drängte sie in Exil und Untergrund. Vor allem unter Emigranten fand der Eurasismus, der einen Sonderstatus Russlands zwischen Europa und Asien propagierte, Anklang. Innerhalb der Sowjetunion schuf der Stalinismus ein totalitäres System, das auch auf nationale Legitimationsmodelle rekurrierte und imperialistische Züge trug. Im Zuge des "Tauwetters" nach Stalins Tod, aber auch in der Breshnew-Ära entstanden am Rande der Gesellschaft konservative, nationalistische sowie Gruppen, die Ideen des Kultur- und Umweltschutzes propagierten. In der "Perestrojka" Michail Gorbatschows wurde die Staatsideologie selbst zuerst einer grundlegenden Reform im Zeichen universaler (westlicher) Werte unterzogen und schließlich demontiert. Nach dem Zerfall der Sowjetunion wurden in Russland u.a. liberale, später auch eurasische, nationalistische und Großmachtideen propagiert.

Ziele
Vermittlung von Kenntnissen über 1) die wichtigsten Strömungen des politischen Denkens in Russland im Kontext der Geschichte Russlands und der europäischen Kulturgeschichte, 2) zentrale Werke politischer Denker Russlands vom Mittelalter bis zur Gegenwart, 3) Diskussionen in der einschlägigen Fachliteratur; Vermittlung der Fähigkeit, 1) Strömungen des politischen Denkens und ihre Vertreter zu- und einzuordnen und 2) kritisch zu erfassen.

Assessment and permitted materials

Schriftliche Prüfung zu ca. 5-8 Wissens- und Verständnisfragen. Prüfung: 31.01.2019, 9:00h

Minimum requirements and assessment criteria

Zum positiven Abschluss ist die Beantwortung von mind. 51% der Prüfungsfragen erforderlich.

Examination topics

Vorlesung und in der Vorlesung angegebene Literatur

Reading list

Beyme, Klaus von.Politische Theorien in Russland 17891945. Wiesbaden:Westdt. Verl., 2001.
Ottmann, Henning. Geschichte des politischen Denkens: von den Anfängen bei den Griechen bis auf unsere Zeit. Bd. 3/12: Die Neuzeit; Bd. 4/12: Das 20. Jahrhundert. Stuttgart: Metzler 200612.
Utechin, Sergej. Geschichte der politischen Ideen in Russland. Stuttgart: Kohlhammer, 1966.
Walicki, Andrzej. A History of Russian Thought. Stanford: Univ. Press, 1979.
Žuravlev, Valerij V. Obšcestvennaja mysl' Rossii XVIIInacala XX veka: enciklopedija. Moskva: ROSSPEN 2005.

Association in the course directory

BA 12: Weitere Zugänge (5 ECTS); ZWM 1+2 (5 ECTS); EC Geschichte: Weitere Zugänge (5 ECTS); ID MA: diszpl. Vertiefung (5 ECTS)

Last modified: Mo 07.09.2020 15:31