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080042 SE M610 Project I: (2021S)

"We never thought we could ever get old" (Bob Dylan)

Continuous assessment of course work

Registration/Deregistration

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Details

max. 25 participants
Language: German

Lecturers

Classes (iCal) - next class is marked with N

Zu Beginn des Semesters muss das Projekt pandemiebedingt in Digitaler Lehre stattfinden. Es bleibt zu hoffen, dass wir im Laufe des Semesters zu Hybrider Lehre wechseln können.

Monday 01.03. 11:00 - 12:30 Digital
Monday 08.03. 11:00 - 12:30 Digital
Monday 15.03. 11:00 - 12:30 Digital
Monday 22.03. 11:00 - 12:30 Digital
Monday 12.04. 11:00 - 12:30 Digital
Monday 19.04. 11:00 - 12:30 Digital
Monday 26.04. 11:00 - 12:30 Digital
Monday 03.05. 11:00 - 12:30 Digital
Monday 10.05. 11:00 - 12:30 Digital
Monday 17.05. 11:00 - 12:30 Digital
Monday 31.05. 11:00 - 12:30 Digital
Monday 07.06. 11:00 - 12:30 Hybride Lehre
Seminarraum 2 (4.Stock) EE Hanuschgasse
Monday 14.06. 11:00 - 12:30 Hybride Lehre
Seminarraum 2 (4.Stock) EE Hanuschgasse
Monday 21.06. 11:00 - 12:30 Hybride Lehre
Seminarraum 2 (4.Stock) EE Hanuschgasse
Monday 28.06. 11:00 - 12:30 Hybride Lehre
Seminarraum 2 (4.Stock) EE Hanuschgasse

Information

Aims, contents and method of the course

Das Projektseminar ist auf zwei Semester ausgerichtet. Eine erfolgreiche Teilnahme setzt die Absolvierung beider Semester voraus.
Ein Studienprojekt ist eine zweisemestrige Lehrveranstaltung, in der ein Forschungsthema in mehreren, aufeinander abgestimmten Teilprojekten verfolgt und öffentlich präsentiert wird. Das Studienprojekt besteht aus zwei Lehrveranstaltungen: M 610 Projekt und M 620 Forschungswerkstatt. Im Projekt werden die theoretischen Voraussetzungen diskutiert und Fragestellungen für eigene Forschungen der Teilnehmenden entwickelt; in der Forschungswerkstatt werden Forschungs- und Präsentationsmethoden entwickelt und deren Umsetzung begleitet. Eine erfolgreiche Teilnahme setzt die Absolvierung beider Semester und Veranstaltungen voraus.

Zur Orientierung und als erster thematischer Einstieg:
Im Projekt wollen wir – im Kontrast zu auf Defizit und Risiko fixierten Diskursen – untersuchen, wie die Bedeutung von Alter neu verhandelt und positiv besetzt wird. Harm-Peer Zimmermann spricht hier von „Alters-Coolness“.
Das Altern der Berühmtheiten, Stars, sowie der damit verknüpften popkulturellen Gruppierungen ist ein neues Feld kulturwissenschaftlicher Gerontologie, auf das wir unsere Aufmerksamkeit richten, dies vor der Folie der gegenwärtigen historischen Konstellation (wo Alter primär anhand der Begriffe Risiko und Vulnerabilität, aber sogar als eine Belastung der Gesellschaft diskutiert wird): Ikonen der Jugendkultur – der Gegenkultur der 1960er und 1970er – haben inzwischen längst ein hohes Alter erreicht. Joan Baez, Joni Mitchell, Tina Turner. Viele sind wie etwa Emmylou Harris, Keith Richards, Paul McCartney, und Bob Dylan noch enorm kreativ. Wie alternde Stars ihr Image und ihren Star-Text transformieren, ließe sich ebenso am Beispiel von Filmstars wie Amitabh Bachchan, Arnold Schwarzenegger und Clint Eastwood studieren, oder im Austro-Pop und im österreichischen Film.
Der Lehrveranstaltungsleiter nahm die Beschäftigung mit Bob Dylan, der heuer seinen 80er feiern wird, zum Anlass für die Themenwahl. Die Auseinandersetzung mit Alter und Tod ist bereits in Dylans Frühwerk präsent. Die Transformation des Singersongwriters in eine Ikone der Jugendkultur als ein Verjüngungsprozess wird im Song „My Back Pages“ (1964) angekündigt: „I was so much older then I’m younger than that now.“ Schon 1963 thematisierte Bob Dylan in einer skandalträchtigen Rede sein Jungwerden, verknüpft mit provokanter Verhöhnung alter Menschen. Der (seinem Sohn Jakob gewidmete) Song „Forever Young“ (1974) wurde zu einer Hymne der ewigen Jugend. Doch längst prägt – sogar ganz ostentativ – der Prozess des Alterns Image und Sound von Bob Dylan. Für viele seiner Fans verkörpert er das Ideal eines Alterns in Würde. Er schreibt Rekorde als ältester Chartstürmer. In seinem Spätwerk erlangt die Thematisierung von Endlichkeit und Verfall, der Dialog mit den „Stimmen aus der Unterwelt“ (Detering 2016) zusätzliches Gewicht und Authentizität (trotz Plagiatsvorwürfen), nicht zuletzt bedingt durch die biographische Situation des Künstlers. Das Star-Image lebt von der Gleichzeitigkeit des Ungleichzeitigen, vom Nebeneinander der Bilder des ewig jungen und des unaufhaltsam alternden Dylan. Der Mythos profitiert von der Kontrastierung unterschiedlicher biographischer Phasen.
In diesem Projekt wird eingeladen zu einer Auseinandersetzung mit Bob Dylan, aber ebenso mit anderen Stars. Die Teilnehmer*innen sollen ausreichend Raum zur Entfaltung bekommen. Es wird eine Kombination von Perspektiven gewählt: Untersucht werden Diskurse und Repräsentationen, Konstruktion und Performanz biographischer Narrative (nicht nur in Werk und Star-Text sondern vor allem auch in Fankulturen). In einem praxeologischen Zugang wird gefragt: Wie verarbeiten Konsument*innen eigenes Altern? Wie funktioniert biographische Arbeit in Fankulturen, die Bezug nehmen auf popkulturelle Ereignisse und Stationen in Leben und Werk ihrer Stars?

Assessment and permitted materials

Zweisemestrige, prüfungsimmanente Lehrveranstaltung. Pro Semester 2 x Fehlen erlaubt.

Die Punkte werden wie folgt vergeben:
30 - Erarbeitung und Präsentation eines Exposés zum Forschungsplan eines Teilprojekts (Fragestellung, Relevanz/ Forschungsdesign/Methodik)
40 - Quellengenerierung und -aufbereitung
20 - Mitarbeit mit regelmäßigem Input zum Stand der Forschung inklusive Seminarlektüre
10 - Sammelrezension ausgewählter Publikationen/Studien

Minimum requirements and assessment criteria

Notenskala:
>= 87,5 sehr gut (1)
>= 75 gut (2)
>= 62,5 befriedigend (3)
>= 50 genügend (4)
< 50 nicht genügend (5

Examination topics

Reading list

Kirsten Aner/ Ute Karl (Hg.) (2010), Handbuch Soziale Arbeit und Alter. Wiesbaden: Verlag für Sozialwissenschaften.
Andy Bennett (2008), “Things they do look awful cool:” Ageing rock icons and contemporary youth audiences , Leisure/Loisir, 32:2, 259-278.
Heinrich Detering (2009), Die Stimmen aus der Unterwelt - Bob Dylans Mysterienspiele. C.H. Beck Verlag, München 2016.
Cordula Endter, Sabine Kienitz (Hg.) (2017), Alter(n) als soziale und kulturelle Praxis. Aging Studies, Bd. 10. Bielefeld: transcript.
Rita Ferris-Taylor et al. (2019), Reading Film with Age Through Collaborative Autoethnography: Old Age and Care, Encounters with "Armour" (Haneke, 2012), "Chronic" (Franco, 2015), and "A Woman's Tale" (Cox, 1991). Life Writing, 1, pp. 69-95.
Philippa Gates (2010), Acting His Age? The Resurrection of the 80s Action Heroes and their Aging Stars, Quarterly Review of Film and Video, 27:4, 276-289.
Anja Hartung et al. (Hg.) (2019), Pop(ular)-Musik: Alternde Idole und Alternde Fans. Medien & Altern. Zeitschrift für Forschung Praxis. Heft 15, November.
Editha Hörandner (Hg..) (1999), Nur eine Frage der Zeit. 16 Fallstudien zum Älter- und Altwerden. Graz: Medienfabrik.
Anne Jersley (2018), "A real show for mature women." Ageing along with ageing stars: "Grace and Frankie" fandom on Facebook. Celebrity Studies, 9:2, pp. 186-201.
Jeannie Keith (1979), Ethnography of Old Age: Introduction. Anthropological Quarterly, pp. 1-6.
Susanne Kristen & Stephen Dine Young (2009), A Foreign Sound to Your Ear: The Influence of Bob Dylan's Music on American and German‐Speaking Fans, Popular Music and Society, 32:2, 229-248.
Christiane Mahr (2016), "Alter" und "Altern" - eine begriffliche Klärung mit Blick auf die gegenwärtige wissenschaftliche Debatte. Bielefeld: transcript.
Angelika C. Messner u.a. (Hg.) (2017), Alter und Selbstbeschränkung. Beiträge aus der Historischen Anthropologie. Wien u.a.: Böhlau.
Janice Miller (2011), Fashion and Music. Oxford – New York: Berg.
Thomas Rentsch, Harm-Peer Zimmermann, Andreas Kruse (Hg.) (2013), Altern in unserer Zeit. Späte Lebensphasen zwischen Vitalität und Endlichkeit. Frankfurt - New York: Campus.
Harm-Peer Zimmermann (2016), Kulturen des Alterns. Plädoyers für ein gutes Leben bis ins hohe Alter. Frankfurt - New York: Campus.
ders. (2019), Einen alten Freund wiedertreffen. Besonnenheit als punctum von Dissidenz im studium des Alters. Zeitschrift für Volkskunde, 115 Jg., H.1, S. 71-82.
ders. / Heinrich Grebe (2014), "Senior coolness": Living well as an attitude in later life. Journal of Aging Studies, 28, pp. 22-34.

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Last modified: Th 22.04.2021 16:08