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080072 SE B610 Society: My story / her story / his story (2020W)

Stories of migration and work in Vienna

Continuous assessment of course work

Registration/Deregistration

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Details

max. 25 participants
Language: German

Lecturers

Classes (iCal) - next class is marked with N

Der Termin am 12.10 und am 19.10.2020 findet als Exkursion statt.

Die Auftaktveranstaltung am 12.10 findet ausschließlich im analogen Format in der Garage Grande im 16.Bezirk statt (in der Deinhardsteingasse 12-14, einem Zwischennutzungsprojekt der GB*16) von 11- 12h30 werden wir in der Garage Grande das Semesterprogramm besprechen & es gibt einen Input). Anschließend findet ein gemeinsamer Grätzlspaziergang durchs Brunnenviertel statt um erste Einblicke in das Untersuchungsgebiet zu erhalten.
Link zur Homepage: https://www.gbstern.at/themen-projekte/garage-grande/

Monday 12.10. 11:00 - 12:30 Seminarraum 2 (4.Stock) EE Hanuschgasse
Monday 12.10. 12:45 - 14:15 Seminarraum 2 (4.Stock) EE Hanuschgasse
Monday 19.10. 11:00 - 12:30 Seminarraum 2 (4.Stock) EE Hanuschgasse
Monday 19.10. 12:45 - 14:15 Seminarraum 2 (4.Stock) EE Hanuschgasse
Monday 09.11. 11:00 - 12:30 Seminarraum 2 (4.Stock) EE Hanuschgasse
Monday 09.11. 12:45 - 14:15 Seminarraum 2 (4.Stock) EE Hanuschgasse
Monday 23.11. 11:00 - 12:30 Seminarraum 2 (4.Stock) EE Hanuschgasse
Monday 23.11. 12:45 - 14:15 Seminarraum 2 (4.Stock) EE Hanuschgasse
Monday 07.12. 11:00 - 12:30 Seminarraum 2 (4.Stock) EE Hanuschgasse
Monday 07.12. 12:45 - 14:15 Seminarraum 2 (4.Stock) EE Hanuschgasse
Monday 11.01. 11:00 - 12:30 Seminarraum 2 (4.Stock) EE Hanuschgasse
Monday 11.01. 12:45 - 14:15 Seminarraum 2 (4.Stock) EE Hanuschgasse
Monday 25.01. 11:00 - 12:30 Seminarraum 2 (4.Stock) EE Hanuschgasse
Monday 25.01. 12:45 - 14:15 Seminarraum 2 (4.Stock) EE Hanuschgasse

Information

Aims, contents and method of the course

Im Rahmen des Seminars werden wir Arbeits-, Wohn- und Migrationsgeschichten im Wiener Brunnenviertel erforschen.
Unter dem Motto "My story, her story, his story" werden wir Geschichten von Marktstandbetreiber*Innen, Gastronom*Innen und anderen Geschäftsleuten über das Viertel sammeln, so wie Wohnbiographien und Wohnprojekten auf die Spur gehen und dabei Stadtgeschichte als Migrationsgeschichte in den Blick nehmen.
Vor dem Hintergrund der aktuellen gesellschaftspolitischen Debatte gilt es die Migrationsgeschichte unserer Stadt genauer in den Blick zu nehmen. Sie ist prägender Teil der Geschichte Wiens. Wien war schon in der Zeit der Monarchie ein kultureller Schmelztiegel der aus unterschiedlichen Regionen seine Arbeitskraft, Kreativität und Wissen speiste. Spätestens seit der Phase der Industrialisierung ist Wien zu einer internationalen Metropole gewachsen, in der die Stadt auf Arbeitskräfte aus anderen Regionen angewiesen war. Bekanntestes Beispiel sind die Wienerberger Ziegelwerke in der Viktor Adler die menschenunwürdigen Arbeitsbedingungen der Ziegelarbeiter aufdeckte und später zum Wegbegleiter einer ArbeiterInnen- und Sozialbewegung wurde. Wir werden in unserem Seminar die Nachwirkungen der Arbeitsmigration der 1960er am Brunnenmarkt in den Blick nehmen. Mittels des sogenannten Raab-Olah-Abkommen warb Österreich auf Grund eines Arbeitskräftemangels türkische Arbeitskräfte an (vgl. Dlabaja 2015). Einige von ihnen wurden später ab den 1980er Jahren als migrantische UnternehmerInnen am Brunnenmarkt tätig und prägen diesen bis heute (vgl. Dlabaja 2016; 2020). Ihr Arbeitsalltag ist hart. Viele MarktstandbetreiberInnen stehen täglich um 3h30 auf und fahren zum Großmarkt um frische Waren einzukaufen. Wir werden ihre Geschichten und jene ihrer Kinder sammeln, die mittlerweile selbst am Markt tätig sind. Ziel der LV ist es empirisch fundiert Migrationsgeschichte als Teil unserer Stadtgeschichte (vgl. Akkiliç 2016) nachzugehen. Migration ist ein Motor für Stadtentwicklung und Ökonomie (vgl. Yildiz 2009; Parzer, Kwok 2013). Gerade die aktuelle Covid19 Pandemie macht deutlich wie wichtig die Arbeit der sogenannten „SystemerhalterInnen“ ist. Viele von ihnen – wie im Bereich der Pflege und der Nahrungsmittelproduktion - pendeln von anderen Ländern nach Österreich um ihre Arbeit zu verrichten. Trotzdem wird das Migration gegenwärtig meist im Kontext von Integration diskutiert. Die gesellschaftlichen Debatten werden von politischen AkteurInnen mittels „Othering“ (vgl. Mecheril et al 2013) geframed um Wählerstimmen zu lukrieren. Dem gegenüber gestellt werden sollen wissenschaftliche Perspektiven, sowie jene von Initiativen wie dem Archiv der Migration oder dem Museum für Migration, die sich seit mehreren Jahren für ein gesellschaftliches Umdenken einsetzen, bei dem Migration als Teil der eigenen Geschichte verstanden wird.

Das Seminar findet unter Bedingungen der aktuellen Corona-Pandemie im Hybrid-Modus statt. Ziel ist es mittels Exkursionen, Spaziergänge und Museumsbesuche möglichst viele Einheiten analog abhalten zu können. Gruppenbesprechungen und Inputs werden gegeben falls digital stattfinden. Ab einer bestimmten Anzahl an TeilnehmerInnen kann nur eine begrenzte Anzahl von Studierenden an den Einheiten am Institut im physischen Seminarraum teilnehmen, anderen werden über virtuelle Konferenzformate zugeschaltet.
Das Hybrid-Modell nach dem Flipped Classroom Prinzip beinhaltet blended learning Einheiten in Moodle auf, und erfordert sowohl Präsenzeinheiten als auch selbständige Vor- und Nachbereitungsphasen beinhaltet.

Assessment and permitted materials

Prüfungsimmanente LV - max. 2 x Fehlen erlaubt

Die Gesamtpunktzahl (100 Punkte) setzt sich zusammen aus der Bewertung folgender Teilleistungen:
15 Punkte Exzerpte (Einzelarbeit)
10 Schriftliche Recherche & Exposé (Gruppenarbeit)
15 Punkte Aktive Mitarbeit und Diskussion (Lesen der Texte und verfassen eines kurzen Essays)
20 Punkte Transkripte und Protokolle der Feldforschung & Analyse (Einzelarbeit)
15 Punkte Projektpresentationen
25 Punkte Abschlussarbeit (Abgabemodi in der Auftaktveranstaltung)

Minimum requirements and assessment criteria

Für den erfolgreichen Abschluss der LV sind zumindest 50 von 100 möglichen Punkten zu erreichen.
Notenskala:
>= 87,5 sehr gut (1)
>= 75 gut (2)
>= 62,5 befriedigend (3)
>= 50 genügend (4)
< 50 nicht genügend (5)

Examination topics

Reading list

(Es handelt sich hierbei um die erweiterte Literaturliste des Seminars)

Akkiliç, Arif/ Bakondy, Vida/ Bratić, Ljubomir/ Wonisch, Regina (2016): Schere Topf Papier: Objekte zur Migrationsgeschichte. Wien: Mandelbaum Verlag.
Boltanski, Luc/ Chiapello, Eve (2003): Der neue Geist des Kapitalismus. Konstanz: Universitätsverlag Konstanz.
Dlabaja, Cornelia (2020): Stadtplanung von unten: Das Wiener Brunnenviertel. In: Protest. Dérive: Zeitschrift für Stadtforschung. Wien: Dérive, Verein für Stadtforschung.
Dlabaja, Cornelia (2016): Das Wiener Brunnenviertel. Urbane Raumproduktionen - Eine Analyse des Wandels von Stadträumen. Wien: New academic press.
Dlabaja, Cornelia (2015): Stadt und Migration. In: Verwiebe, Roland/ Haindorfer, Raimund/ Dlabaja, Cornelia/ Lipp, Sina: Zusammenleben in Wien. Einstellungen zu Zuwanderung und Integration. Stadt Wien, Magistratsabteilung 18 – Stadtentwicklung und Stadtplanung (Hg.): Werkstattbericht 152.
Foltin, Robert (2011): Und wir bewegen uns noch: zur jüngeren Geschichte sozialer Bewegungen in Österreich. Mandelbaum Verlag.
Parzer, Michael; Kwok, Kim (2013): Commodifying Ethnicity: On Marketing Strategies in Immigrant Cultural Economies in Vienna. Journal of Intercultural Studies, 2013, Vol.34(3), p.262-279
Mecheril, Paul /Thomas-Olalde, Oscar /Melter, Claus /Arens, Susanne /Romaner, Elisabeth (Hrg.) (2013): Migrationsforschung als Kritik? Spielräume kritischer Migrationsforschung. Wiesbaden: Springer.
Özbaş, Ali (Hrg.) (2014): 50 Jahre türkische Gast (?) Arbeit in Österreich: wissenschaftliche Analysen ; Lebensgeschichten = Avusturya'da 50 yillik misafir (?) işçi: bilimsel analizler ; hayat hikayeleri
Özbaş, Ali/ Hainzl, Joachim/ Özbaş, Handan (Hrg.) 2016: 50 Jahre jugoslawische Gastarbeit in Österreich. Verein JUKUS – Verein zur Förderung von Jugend, Kultur und Sport. Graz: CLIO.
Yildiz, Erol (Hrg.) (2009): Urban Recycling: Migration als Großstadt-Ressource. Basel: Birkhäuser.

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Last modified: Sa 12.09.2020 11:48