Universität Wien
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080123 VU M120 Media, Discourse and Representation (2020W)

Nüchternheit und Rausch

Continuous assessment of course work

Registration/Deregistration

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Details

max. 50 participants
Language: German

Lecturers

Classes (iCal) - next class is marked with N

Tuesday 06.10. 09:15 - 10:45 Seminarraum 1 (2.Stock, rechts) EE Hanuschgasse
Tuesday 13.10. 09:15 - 10:45 Seminarraum 1 (2.Stock, rechts) EE Hanuschgasse
Tuesday 20.10. 09:15 - 10:45 Seminarraum 1 (2.Stock, rechts) EE Hanuschgasse
Tuesday 27.10. 09:15 - 10:45 Seminarraum 1 (2.Stock, rechts) EE Hanuschgasse
Tuesday 03.11. 09:15 - 10:45 Seminarraum 1 (2.Stock, rechts) EE Hanuschgasse
Tuesday 10.11. 09:15 - 10:45 Seminarraum 1 (2.Stock, rechts) EE Hanuschgasse
Tuesday 17.11. 09:15 - 10:45 Seminarraum 1 (2.Stock, rechts) EE Hanuschgasse
Tuesday 24.11. 09:15 - 10:45 Seminarraum 1 (2.Stock, rechts) EE Hanuschgasse
Tuesday 01.12. 09:15 - 10:45 Seminarraum 1 (2.Stock, rechts) EE Hanuschgasse
Tuesday 15.12. 09:15 - 10:45 Seminarraum 1 (2.Stock, rechts) EE Hanuschgasse
Tuesday 12.01. 09:15 - 10:45 Seminarraum 1 (2.Stock, rechts) EE Hanuschgasse
Tuesday 19.01. 09:15 - 10:45 Seminarraum 1 (2.Stock, rechts) EE Hanuschgasse
Tuesday 26.01. 09:15 - 10:45 Seminarraum 1 (2.Stock, rechts) EE Hanuschgasse

Information

Aims, contents and method of the course

Die Lehrveranstaltung befasst sich mit Diskursen über das Berauscht Sein und die Nüchternheit in der Popkultur. Der Rausch und die ihn auslösenden Substanzen werden in den unterschiedlichsten Genres besungen, gelten als ein zentrales Element populären Vergnügens und sind Gegenstand von Filmen und Popliteratur. Rauscherfahrungen sind häufig Bestandteil von Übergangsritualen und Festen (auch im akademischen Kontext). Rauschmittel sind zudem Teil des Stilrepertoires bestimmter subkultureller Szenen und als solcher oft zentrales Element popkulturell konnotierter Praxen wie dem „Feiern gehen" (ganz gleich ob Rave oder Volksfest), dem Abhängen, aber auch des Arbeitens, beispielsweise in Bereichen der Creative Industries. Faszination und Gefahren des Rauschs werden in biographischen Narrativen über den Club 27 verdichtet.
Die Nüchternheit, als vermeintliche Antagonistin des Rausches, findet ebenso vielschichtige, wenn auch tendenziell unauffälligere Präsenz in der Popkultur. Man denke beispielsweise an die Straight Edge Bewegung, Lifestyle-Trends des nüchternen Lebens und Feierns, die sich unter Stichworten wie „Sober Curious" formieren sowie zahlreiche Geschichten der Nüchternwerdung von Iggy Pop bis Benjamin von Stuckrad-Barre. Nüchternheit wird in populären Diskursen über Suchtprävention oder auch Prohibition artikuliert. Wie wird dieses Spannungsfeld in kulturanthropologischen und philosophischen Diskursen verhandelt?
Nüchternheit und Rausch müssen in ihrer lokalen und auch globalen Dimension betrachtet werden. Hier ist es sinnvoll, die Analyse in Kooperation mit Kulturwissenschaften mit einem außereuropäischen regionalen Schwerpunkt zu vertiefen (wie z.B. Südasienkunde). Internationaler Transfer kultureller Praxen, von Rausch- und Genussmitteln oder halluzinogene Substanzen bringt Innovationen, die mitunter als gesellschaftlich legitimierte Drogen akzeptiert werden, wie Tabak und aktuell vielleicht sogar Marihuana. Diese Beispiele verdeutlichen die soziale und kulturhistorische Dynamik der Akzeptanz, die auch bei kulturell legitimierten Drogen nie statisch bleibt und oft situativ verhandelt wird.
Die Vorlesung mit Übung möchte dem skizzierten Gegensatzpaar, damit verbundenen Repräsentationen, Praktiken und Diskursen kulturanalytisch auf den Grund gehen. Wir diskutieren Beispiele aus popkulturellen Medien und kulturwissenschaftliche Studien zur Thematik und erörtern methodische Herausforderungen. Die Studierenden erhalten eine Einführung in das Feld "Popkultur". Sie sind aufgefordert eigene Themen in Referaten und Gruppendiskussionen einzubringen: Analysen von Songs und Musikvideos, Filmen und Literatur, die Auseinandersetzung mit Biografien, und ausgewählten subkulturellen Milieus und einschlägigen Phänomenen.

Assessment and permitted materials

Die Lehrveranstaltung ist prüfungsimmanent; nur zweimaliges Fehlen ist erlaubt.
Die Punkte werden wie folgt vergeben:
In einer Vorlesung mit Übung gelten Bedingungen der Prüfungsimmanz d.h. dass während des ganzen Semesters Anwesenheitspflicht besteht (und nur zweimaliges Fehlen erlaubt ist) sowie laufende Mitarbeit und die Erfüllung mehrerer Teilleistungen verlangt werden. Bei letzteren handelt es sich um die Moderation von Gruppendiskussionen zu ausgewählten Themen, Sitzungsprotokolle, Referat und Essay.
Der Kurs besteht in einer Kombination aus Präsenzlehre und digitaler Lehre und wird mittels der Lernplattform moodle unterstützt. Sollte aufgrund der Pandemie eine vollständige Umstellung auf digitale Lehre nötig werden, müssten Referate und Diskussionen gänzlich in Form von Videokonferenzen stattfinden und Anwesenheit würde die digitale Kopräsenz bedeuten.

Die Punkte werden wie folgt vergeben:
10 Punkte: Lektürezusammenfassung
15 Punkte: schriftlicher Bericht über eine Einheit
15 Punkte: Moderation einer Gruppendiskussion
15 Punkte: Teilnahme als DiskutantIn
20 Punkte: Referat, PowerPoint und Handout
25 Punkte: Essay

Aktualisierung (wie in der ersten Einheit besprochen:
15 Punkte: Diskussion, aktive Mitarbeit mündlich und digital schriftlich
15 Punkte: Lektürezusammenfassung
15 Punkte: schriftlicher Bericht über eine Einheit
25 Punkte: Referat, PowerPoint und Handout
30 Punkte: Essay (12.000 Zeichen)

Minimum requirements and assessment criteria

Für den erfolgreichen Abschluss der LV sind zumindest 50 von 100 möglichen Punkten zu erreichen.
Notenskala:
>= 87,5 sehr gut (1)
>= 75 gut (2)
>= 62,5 befriedigend (3)
>= 50 genügend (4)
< 50 nicht genügend (5)

Examination topics

Die Lehrveranstaltung ist prüfungsimmanent. Ausgehend von gemeinsamer Pflichtlektüre und Vorträgen der Lehrenden sowie im Kurs gemeinsam behandelten Übungsbeispielen wählen die Teilnehmenden im weiteren Verlauf Themen, die in Gruppendiskussionen, Referaten und Essays behandelt werden.

Reading list

Irene Glasser (2012), Anthropology of Addictions and Recovery. Long Grove, Illinois: Waveland.
Thomas Hecken und Marcus S. Kleiner (Hg.) (2017), Handbuch Popkultur. Stuttgart: Metzler.
Nancy J. Herman-Kinney and David A. Kinney (2012), Sober as Deviant: The Stigma of Sobriety and How Some College Students “Stay Dry” on a “Wet” Campus. Journal of Contemporary Ethnography 42(1), pp. 64 –103.
Gerhard Holst (1999), Der Weinstock und die Tränen des Mohns: von der nüchternen Trunkenheit in den Rausch der Moderne. Würzburg: Königshausen und Neumann.
Gabriel Kuhn (ed.) (2010), Sober Living for the Revolution: Hardcore Punk, Straight Edge And Radical Politics. Oakland CA.: PM Press.
Aldo Legnaro (2009), Nüchterner Rausch und rauschhafte Märchen – Der Disney-Kontinent. In: Sacha Szabo (Hg.), Kultur des Vergnügens. Bielefeld: transcript, S. 31-44.
Hasso Spode (2017), Teufelskraut. Zur Historischen Anthropologie des Tabaks. Rausch - Wiener Zeitschrift für Suchttherapie, Heft 2, S. 5-29
Paul E. Willis: The Cultural Meaning of Drug Use. In: Stuart Hall and Tony Jefferson: Resistance through Rituals. Youth subcultures in post-war Britain. Birmingham 1976, pp. 106-118.

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Last modified: Tu 13.10.2020 07:48