Universität Wien

100106 PS Proseminar: Modern German Literature: (2024S)

4.00 ECTS (2.00 SWS), SPL 10 - Deutsche Philologie
Continuous assessment of course work

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Details

max. 25 participants
Language: German

Lecturers

Classes (iCal) - next class is marked with N

Monday 04.03. 11:30 - 13:00 Seminarraum 2 Hauptgebäude, Tiefparterre Stiege 9 Hof 3
Monday 11.03. 11:30 - 13:00 Seminarraum 2 Hauptgebäude, Tiefparterre Stiege 9 Hof 3
Monday 18.03. 11:30 - 13:00 Seminarraum 2 Hauptgebäude, Tiefparterre Stiege 9 Hof 3
Monday 08.04. 11:30 - 13:00 Seminarraum 2 Hauptgebäude, Tiefparterre Stiege 9 Hof 3
Monday 15.04. 11:30 - 13:00 Seminarraum 2 Hauptgebäude, Tiefparterre Stiege 9 Hof 3
Monday 22.04. 11:30 - 13:00 Seminarraum 2 Hauptgebäude, Tiefparterre Stiege 9 Hof 3
Monday 29.04. 11:30 - 13:00 Seminarraum 2 Hauptgebäude, Tiefparterre Stiege 9 Hof 3
Monday 06.05. 11:30 - 13:00 Seminarraum 2 Hauptgebäude, Tiefparterre Stiege 9 Hof 3
Monday 13.05. 11:30 - 13:00 Seminarraum 2 Hauptgebäude, Tiefparterre Stiege 9 Hof 3
Monday 03.06. 11:30 - 13:00 Seminarraum 2 Hauptgebäude, Tiefparterre Stiege 9 Hof 3
Monday 10.06. 11:30 - 13:00 Seminarraum 2 Hauptgebäude, Tiefparterre Stiege 9 Hof 3
Monday 17.06. 11:30 - 13:00 Seminarraum 2 Hauptgebäude, Tiefparterre Stiege 9 Hof 3
Monday 24.06. 11:30 - 13:00 Seminarraum 2 Hauptgebäude, Tiefparterre Stiege 9 Hof 3

Information

Aims, contents and method of the course

Was begründet den Rang und die Bedeutung von Büchners »Lenz«, dieses episodisch gehaltenen, 1839 postum erschienenen Texts über die Lebenskrise des Sturm-und-Drang-Dramatikers Jakob Michael Reinhold Lenz? Dass er ein einmaliges Zeitdokument darstellt, ein Zeugnis für die kranke Seele im späten 18. Jahrhundert, wenn nicht in der Neuzeit überhaupt? Oder dass er eine ›Pathographie‹, ein Psychogramm und eine Krankengeschichte liefert, die heute noch ein intensives Mit- und Nacherleben erlaubt?

Wie das Seminar durch eingehende Beschäftigung mit Büchners »Lenz« zeigen soll, verweigert sich der Text einer in erster Linie ›empathischen‹ Lektüre ebenso wie seiner Auflösung in literatur- oder wissensgeschichtliche Kontexte. »Lenz« ist nicht nur eine Fallgeschichte, die über das Partikulare kasuistisch auf das Allgemeine schließen lässt. Er ist vielmehr selbst ein einmaliges Textereignis, mit dem sich bestimmte Leerstellen, Ungewissheiten oder Probleme in einem noch offenen Fragehorizont (sei es der Theologie, sei es der Anthropologie oder Psychologie) konturieren. Nur durch seine ›Literarizität‹, durch seine besondere Darstellungs- und Erzählweise, die wiederum einen eigentümlichen Rekurs auf das zeitgenössische Wissen von der Seele erlaubt, kann dieser Text artikulieren, wofür die Psychiatrie (noch) keine Begriffe und Darstellungsmittel hat. Deswegen soll er als Fallgeschichte der ›Wissenspoetik‹ verstanden werden: als Exemplum dafür, dass für die Verfertigung und Inszenierung eines epistemisch prekären Objekts (wie des ›Wahnsinns‹) besondere sprachliche, rhetorische und ästhetische Mittel vonnöten sind.

Unter diesen Vorzeichen wendet sich das Seminar zunächst den Entstehungsbedingungen, dann einigen Schlüsselpassagen und zuletzt den Nachwirkungen des »Lenz« zu: In einem ersten Schritt soll die Biographie und das Dichtungsprogramm des historischen Lenz Thema sein, der Bericht des Pfarrers Oberlin (Büchners Textvorlage) und schließlich die relevanten psychiatriehistorischen Entwicklungen der Zeit; zweitens und auf Textebene dann das ›Kunstgespräch‹, in dem (mit Lenz als Sprachrohr) die Kernpunkte von Büchners ästhetischem und politischem Programm ausformuliert werden, die Wechselwirkung zwischen Psyche, Landschaft und Wetter sowie das Auftauchen von Affekten und Stimmungen (wie Angst und Langeweile); zu guter Letzt wird es um Lenzens Spuren in Texten des 20. Jahrhunderts gehen, insbesondere bei Robert Walser, Paul Celan und Peter Schneider.

Assessment and permitted materials

Prüfungsimmanente Lehrveranstaltungen aus dem Angebot der SPL10 sind grundsätzlich anwesenheitspflichtig. Maximal zweimaliges Fehlen ist erlaubt. Eine konsequenzlose Abmeldung ist bei wöchentlichen Lehrveranstaltungen bis vor der dritten LV-Einheit möglich, bei 14-tägigen Lehrveranstaltungen und Blöcken bis vor dem zweiten Termin.

Schriftliche Beiträge aller Lehrveranstaltungstypen der SPL 10 können einer automatischen Plagiatsprüfung unterzogen werden; dazu zählen insbesondere Arbeiten der Pro-, Bachelor- und Masterseminarstufe, aber auch Lehrveranstaltungsprüfungen (z.B. Vorlesungsprüfung) und Teilprüfungen (z.B. Zwischentest, 'Hausübungen'). Zudem kann, um den tatsächlichen Eigenanteil der Arbeit bei der evt. Benutzung von Chatbots zu ermitteln, die schriftliche Arbeit noch durch eine mündliche Prüfung ergänzt werden.

Minimum requirements and assessment criteria

Erwartet wird – neben der aktiven und regelmäßigen Teilnahme – die Mitwirkung in einer Expertengruppe, die den Stoff einer Sitzung aufbereitet und präsentiert; mindestens eine Respondenz zur Präsentation einer anderen Expertengruppe; nach Semesterende ein Exposé für eine Seminararbeit und (nach dessen einvernehmlicher Besprechung) eine Arbeit im Umfang von 15 Seiten, Abgabe bis 1. August 2024 (der Abgabetermin ist verhandelbar) in elektronischer Form.

Beurteilungskriterien:
- im Seminar: aktive Teilnahme an den Sitzungen; sachlich pointiertes Impulsreferat mit kompetenter Diskussionsleitung; Respondenz zu einer Präsentation der anderen Expertengruppen
- Seminararbeit: originelle Themenwahl und klare Fragestellung; Erschließung des aktuellen Forschungsstands; Orthographie, sprachliche Form, Stil; Berücksichtigung wissenschaftlicher Konventionen; Methodenbewusstsein; theoretischer Hintergrund

Examination topics

Einzelthemen des Seminars

Reading list

Yvonne Wübben: Büchners »Lenz«. Geschichte eines Falls, Konstanz 2016.

Weitere Literaturhinweise erfolgen im Seminar. Forschungsliteratur und kürzere Texte werden über Moodle bereitgestellt.

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Last modified: Mo 04.03.2024 08:25