100208 PS Proseminar: Modern German Literature (2022W)
Continuous assessment of course work
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Registration/Deregistration
Note: The time of your registration within the registration period has no effect on the allocation of places (no first come, first served).
- Registration is open from Mo 19.09.2022 09:00 to Su 25.09.2022 19:00
- Deregistration possible until Su 25.09.2022 19:00
Details
max. 30 participants
Language: German
Lecturers
Classes (iCal) - next class is marked with N
- Thursday 06.10. 15:00 - 16:30 Seminarraum I Germanistik Hauptgebäude, 1.Zwischengeschoß, Stiege 7a über Stiege 9
- Thursday 13.10. 15:00 - 16:30 Seminarraum I Germanistik Hauptgebäude, 1.Zwischengeschoß, Stiege 7a über Stiege 9
- Thursday 20.10. 15:00 - 16:30 Seminarraum I Germanistik Hauptgebäude, 1.Zwischengeschoß, Stiege 7a über Stiege 9
- Thursday 27.10. 15:00 - 16:30 Seminarraum I Germanistik Hauptgebäude, 1.Zwischengeschoß, Stiege 7a über Stiege 9
- Thursday 03.11. 15:00 - 16:30 Seminarraum I Germanistik Hauptgebäude, 1.Zwischengeschoß, Stiege 7a über Stiege 9
- Thursday 10.11. 15:00 - 16:30 Seminarraum I Germanistik Hauptgebäude, 1.Zwischengeschoß, Stiege 7a über Stiege 9
- Thursday 17.11. 15:00 - 16:30 Seminarraum I Germanistik Hauptgebäude, 1.Zwischengeschoß, Stiege 7a über Stiege 9
- Thursday 24.11. 15:00 - 16:30 Seminarraum I Germanistik Hauptgebäude, 1.Zwischengeschoß, Stiege 7a über Stiege 9
- Monday 28.11. 16:45 - 20:00 Hörsaal 32 Hauptgebäude, 1.Stock, Stiege 9
- Thursday 01.12. 15:00 - 16:30 Seminarraum I Germanistik Hauptgebäude, 1.Zwischengeschoß, Stiege 7a über Stiege 9
- Thursday 15.12. 15:00 - 16:30 Seminarraum I Germanistik Hauptgebäude, 1.Zwischengeschoß, Stiege 7a über Stiege 9
- Thursday 12.01. 15:00 - 16:30 Seminarraum I Germanistik Hauptgebäude, 1.Zwischengeschoß, Stiege 7a über Stiege 9
- Thursday 19.01. 15:00 - 16:30 Seminarraum I Germanistik Hauptgebäude, 1.Zwischengeschoß, Stiege 7a über Stiege 9
- Thursday 26.01. 15:00 - 16:30 Seminarraum I Germanistik Hauptgebäude, 1.Zwischengeschoß, Stiege 7a über Stiege 9
Information
Aims, contents and method of the course
„So heißen die Leute, die sich selber sehen,“ lautet die berühmte Definition des „Doppeltgängers“ im Roman „Siebenkäs“. Mit dieser knappen Fußnote gab Jean Paul im ausgehenden 18. Jahrhundert dem unheimlichen Phänomen einen Namen, das die schönen Seelen der Klassik erschütterte und die Dichtung der Romantik mit dem Phantom des eigenen Ichs konfrontierte. Bereits die Literatur dieser Zeit arrangiert doppelgängerische Begegnungen kunstvoll und vielfältig. Während Goethe in „Wilhelm Meisters Lehrjahren“ ein ausgeklügeltes szenisches Täuschungsmanöver inklusive Verkleidung und Requisiten entwirft, treten Doubles bei Adalbert von Chamisso oder E. T. A. Hoffmann wiederholt als Effekte veränderter Bewusstseinszustände wie Rausch, Trance oder Traum auf. Eine zentrale Rolle spielen in den narrativen Ausgestaltungen des Doppelgängertums aber auch optische Erscheinungen, Instrumente, Kunstwerke (Schatten, Spiegel, Porträts, Standbilder) sowie – neben anderen Figuren des Dritten – immer wieder künstliche Menschen (Monstren, Automaten, Androiden). Bis in die Moderne und die Gegenwart hinein führen solche Akteure gespaltenen Subjekten das Andere ihres Ichs vor Augen und dienen als Projektionsflächen für verleugnete Eigenschaften, ersehnte Fähigkeiten oder verdrängte Wünsche. Bereits diese kursorisch skizzierten Arrangements sensibilisieren dafür, dass die szenisch-medialen Möglichkeitsbedingungen des Phänomens selbst einen näheren Blick lohnen. Mit anderen Worten geht es uns im Seminar darum, dass es durchaus nicht nur ‚Leute‘ sein können, die Doppelgänger:innen heißen und auf ihr Anderes befragt werden können, sondern auch Medien. Das bedeutet freilich nicht, unterschiedliche Medien wie Literatur, Bild, Theater, Film oder digitale Netzwerke gegeneinander auszuspielen, sondern den Fokus gezielt darauf zu richten, was an den Schnittstellen zwischen Sprache und Körper, Psychoanalyse und Kino oder auch Theater und Kultur passiert. Als Materialbasis bieten sich dafür neben einigen ‚Klassikern‘ der Doppelgänger-Thematik in Literatur und Film sowie den einschlägigen Theorien der Psychoanalyse (Sigmund Freud, Jacques Lacan, Otto Rank), der Medien- und Kulturtechnikforschung auch neuere Werke der Gegenwart (Susanne Röckel, Virgil Widrich u.a.) und andere Theorien des Performativen (Antonin Artaud) an.
Assessment and permitted materials
Es handelt sich um eine theorie- und lektüreintensive Veranstaltung. Neben der regelmäßigen Anwesenheit (max. drei Fehltermine) wird eine aktive Beteiligung am Seminargespräch erwartet.1. Statements
Als primäre Diskussionsgrundlage dienen vorab verfasste Statements zu mindestens fünf thematischen Einheiten im Umfang von max. einer A4 Seite, im Vorfeld der jeweiligen Sitzung hochgeladen werden sollen.2. Expertise
Die Kontextualisierung der besprochenen Texte wird durch Expert*innen sichergestellt, die sich über Kernkonzepte sowie über theoretische und biographische Hintergründe informieren und kurze mündliche Inputs (ohne Handouts oder Folien) zum Seminargespräch beisteuern.3. Verfassen einer Hausarbeit im Umfang von 15 Seiten (Haupttext). Frist der Einreichung: 31.03.2023Prüfungsimmanente Lehrveranstaltungen aus dem Angebot der SPL10 sind grundsätzlich anwesenheitspflichtig.Schriftliche Beiträge aller Lehrveranstaltungstypen der SPL 10 können einer automatischen Plagiatsprüfung unterzogen werden; dazu zählen insbesondere Arbeiten der Pro-, Bachelor- und Masterseminarstufe, aber auch Lehrveranstaltungsprüfungen (z.B. Vorlesungsprüfung) und Teilprüfungen (z.B. Zwischentest, 'Hausübungen').
Als primäre Diskussionsgrundlage dienen vorab verfasste Statements zu mindestens fünf thematischen Einheiten im Umfang von max. einer A4 Seite, im Vorfeld der jeweiligen Sitzung hochgeladen werden sollen.2. Expertise
Die Kontextualisierung der besprochenen Texte wird durch Expert*innen sichergestellt, die sich über Kernkonzepte sowie über theoretische und biographische Hintergründe informieren und kurze mündliche Inputs (ohne Handouts oder Folien) zum Seminargespräch beisteuern.3. Verfassen einer Hausarbeit im Umfang von 15 Seiten (Haupttext). Frist der Einreichung: 31.03.2023Prüfungsimmanente Lehrveranstaltungen aus dem Angebot der SPL10 sind grundsätzlich anwesenheitspflichtig.Schriftliche Beiträge aller Lehrveranstaltungstypen der SPL 10 können einer automatischen Plagiatsprüfung unterzogen werden; dazu zählen insbesondere Arbeiten der Pro-, Bachelor- und Masterseminarstufe, aber auch Lehrveranstaltungsprüfungen (z.B. Vorlesungsprüfung) und Teilprüfungen (z.B. Zwischentest, 'Hausübungen').
Minimum requirements and assessment criteria
Um das Seminar zu absolvieren, muss jede einzelne Teilleistung (regelmäßige Teilnahme, aktive Mitarbeit, schriftliche Statements, Hausarbeit) erbracht werden. Für die Benotung ist aber die Hausarbeit maßgeblich.Umfang der Abschlussarbeiten: Proseminararbeiten 15 Seiten Haupttext
Examination topics
Semesterstoff
Reading list
Sofern es sich nicht um ganze Romane handelt, werden die Primärtexte im Moodle zum Download bereitgestellt.Sekundärliteratur (Auswahl)Antonin Artaud (1938): Das Theater und sein Double. Das Théâtre de Séraphin, Frankfurt a. M.: Fischer 1989.
Umberto Eco: Über Spiegel und andere Phänomene. München/Wien: Carl Hanser 1988.
Sigmund Freud (1919): Das Unheimliche, in: Psychologische Schriften. Studienausgabe, Bd. IV, hg. von Alexander Mitscherlich, Angela Richards und James Strachey, Frankfurt a. M.: Fischer, S. 241-274.
Friedrich Kittler (1985): Romantik – Psychoanalyse – Film: eine Doppelgängergeschichte, in: Draculas Vermächtnis. Technische Schriften, Leipzig: Reclam 1993, S. 81-104.
Jacques Lacan (1949): Das Spiegelstadium als Bildner der Ichfunktion, wie sie uns in der psychoanalytischen Erfahrung erscheint, in: Schriften 1, hg. v. Norbert Haas, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1975, S. 61–70.
Barbara Mabee (1994): The Witch as Double: Feminist Doubles in German Literature and Irmtraud Morgner’s “Amanda”, in: Journal of the Fantastic in the Arts, Vol. 6, No. 2/3 (22/23), Double Issue: The Doppelgänger in Contemporary Literature, Film, and Art (1994), S. 166-190.
Otto Rank (1925): Der Doppelgänger. Eine psychoanalytische Studie, Wien: Turia & Kant 1993 [Nachdruck der Ausgabe Leipzig/Zürich: Internationaler Psychoanalytischer Verlag 1925].
Hillel Schwartz (1998): The Culture of the Copy. Striking Likenesses, Unreasonable Facsimiles, New York: Zone Books.
Dimitris Vardoulakis (2010): The Doppelgänger. Literature’s Philosophy, New York: Fordham University Press.
Umberto Eco: Über Spiegel und andere Phänomene. München/Wien: Carl Hanser 1988.
Sigmund Freud (1919): Das Unheimliche, in: Psychologische Schriften. Studienausgabe, Bd. IV, hg. von Alexander Mitscherlich, Angela Richards und James Strachey, Frankfurt a. M.: Fischer, S. 241-274.
Friedrich Kittler (1985): Romantik – Psychoanalyse – Film: eine Doppelgängergeschichte, in: Draculas Vermächtnis. Technische Schriften, Leipzig: Reclam 1993, S. 81-104.
Jacques Lacan (1949): Das Spiegelstadium als Bildner der Ichfunktion, wie sie uns in der psychoanalytischen Erfahrung erscheint, in: Schriften 1, hg. v. Norbert Haas, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1975, S. 61–70.
Barbara Mabee (1994): The Witch as Double: Feminist Doubles in German Literature and Irmtraud Morgner’s “Amanda”, in: Journal of the Fantastic in the Arts, Vol. 6, No. 2/3 (22/23), Double Issue: The Doppelgänger in Contemporary Literature, Film, and Art (1994), S. 166-190.
Otto Rank (1925): Der Doppelgänger. Eine psychoanalytische Studie, Wien: Turia & Kant 1993 [Nachdruck der Ausgabe Leipzig/Zürich: Internationaler Psychoanalytischer Verlag 1925].
Hillel Schwartz (1998): The Culture of the Copy. Striking Likenesses, Unreasonable Facsimiles, New York: Zone Books.
Dimitris Vardoulakis (2010): The Doppelgänger. Literature’s Philosophy, New York: Fordham University Press.
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Last modified: Th 05.10.2023 11:07