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140383 SE T I - VM3 - VM4 Foundations of Social Criticism I (2012W)

Continuous assessment of course work

Ort: IFF Fakultät für Interdisziplinäre Forschung und Fortbildung, Wiener Standort der Uni Klagenfurt, Schottenfeldgasse 29, 1070 Wien

Termine: jeweils Dienstag, 14:00-18:00h: 16.10. (SR 6), 13.11. (SR 6), 20.1. (SR 5), 04.12. (SR 6), 18.12. (SR 6), 15.1. (SR 6), 22.1. (SR 6)
Anmeldung unter: Anmeldung bei beate.milkovits@uni-klu.ac.at

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Language: German

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Currently no class schedule is known.

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Aims, contents and method of the course

Was ist Gesellschaftskritik? Und welchen Status haben gesellschaftskritische Urteile innerhalb des Alltags, in den Sozial- und Kulturwissenschaften, sowie in der Philosophie? Hat Michael Walzer Recht, wenn er sagt: ‘Gesellschaftskritik ist weniger ein praktischer Abkömmling wissenschaftlichen Wissens als vielmehr der gebildete Vetter der gemeinen Beschwerde’? Und wenn ja, wie ist Gesellschaftskritik dann mit Wissenschaft zu vereinbaren? Der Anspruch jener, die die Gesellschaft kritisieren, ist jedenfalls meist, dass ihre Urteile nicht bloß subjektives Unbehagen ausdrücken, sondern objektive Fehlentwicklungen von einzelnen Institutionen, aber auch der Gesellschaft im Allgemeinen diagnostizieren. Viele sozial- und kulturwissenschaftliche Studien äußern Kritik an bestehenden Zuständen und fordern von den politisch Verantwortlichen, etwas zu verändern. Aber auf welche Grundlagen können sie sich dabei berufen?
Wichtig ist: Es gibt sowohl eine ‘linke’ wie auch eine ‘rechte’ (z.B. ‘neoliberale’) Gesellschaftskritik. Doch sind die Formen der Kritik innerhalb wie außerhalb der Wissenschaften noch weit vielfältiger als es das Links-rechts-Schema nahelegen würde. So haben etwa Boltanski, Thévenot und Chiapello in diskursanalytischen Studien insgesamt sechs Rechtfertigungsprinzipien identifiziert, auf die sich eine Gesellschaftskritik in der westlichen Gesellschaft berufen kann. Jede folgt ihrer eigenen Logik und jede hat ihre eigenen Begründungsweisen.

Assessment and permitted materials

Anwesenheit, aktive Mitarbeit und Referat zusammen mit einer schriftlichen Arbeit.

Minimum requirements and assessment criteria

Im Seminar sollen die Möglichkeiten ausgelotet werden, wie man heute kritische Positionen gegenüber den ‘gesellschaftlichen Zuständen’ begründen kann: Was unterscheidet eine immanente von einer utopischen Kritik? Lässt sich Gesellschaftskritik zum Beispiel innerhalb einer Dissertation oder einer Studie mit den Ansprüchen wissenschaftlicher Objektivität verbinden? Und wenn ja, wie?

Examination topics

Reading list

Boltanski, Luc 2010. Soziologie und Sozialkritik. Frankfurter Adorno-Vorlesungen 2008. Frankfurt/M.: Suhrkamp
Boltanski, Luc / Chiapello, Ève 2003. Der neue Geist des Kapitalismus. Übers. v. Michael Tillmann. Konstanz: UVK
Boltanski, Luc / Thévenot, Laurent 2007. Über die Rechtfertigung. Eine Soziologie der kritischen Urteilskraft. Hamburg: Hamburger Edition
Foucault, Michel 1992. Was ist Kritik? Übers. v. Walter Seitter. Berlin: Merve
Wildavsky, Aaron 1987. Speaking Truth to Power: The Art and Craft of Policy Analysis. New Brunswick-London: Transaction Publishers
Walzer, Michael 1983. Sphären der Gerechtigkeit: Ein Plädoyer für Pluralität und Gleichheit. Frankfurt/M.: Campus
Walzer, Michael 1990. Kritik und Gemeinsinn. Drei Wege der Gesellschaftskritik. Berlin

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T I, VM3, VM4

Last modified: Fr 31.08.2018 08:51