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143255 KU Foreign Interventions in Africa: Historical Perspectives (2020S)

Continuous assessment of course work

Registration/Deregistration

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Details

max. 25 participants
Language: German

Lecturers

Classes (iCal) - next class is marked with N

WICHTIGE INFORMATION:
Die zur LV angemeldeten Personen halten sich bitte unbedingt via MOODLE auf dem Laufenden, was allfällige Änderungen und Anpassungen bei TERMINEN und Ähnlichem die LV betreffend angeht.

Monday 09.03. 09:00 - 11:00 Inst. f. Afrikawissenschaften, Seminarraum 3 UniCampus Hof 5 2M-O1-12
Monday 16.03. 09:00 - 11:00 Inst. f. Afrikawissenschaften, Seminarraum 3 UniCampus Hof 5 2M-O1-12
Monday 23.03. 09:00 - 11:00 Inst. f. Afrikawissenschaften, Seminarraum 3 UniCampus Hof 5 2M-O1-12
Monday 30.03. 09:00 - 11:00 Inst. f. Afrikawissenschaften, Seminarraum 3 UniCampus Hof 5 2M-O1-12
Monday 20.04. 09:00 - 11:00 Inst. f. Afrikawissenschaften, Seminarraum 3 UniCampus Hof 5 2M-O1-12
Monday 27.04. 09:00 - 11:00 Inst. f. Afrikawissenschaften, Seminarraum 3 UniCampus Hof 5 2M-O1-12
Monday 04.05. 09:00 - 11:00 Inst. f. Afrikawissenschaften, Seminarraum 3 UniCampus Hof 5 2M-O1-12
Monday 11.05. 09:00 - 11:00 Inst. f. Afrikawissenschaften, Seminarraum 3 UniCampus Hof 5 2M-O1-12
Monday 18.05. 09:00 - 11:00 Inst. f. Afrikawissenschaften, Seminarraum 3 UniCampus Hof 5 2M-O1-12
Monday 25.05. 09:00 - 11:00 Inst. f. Afrikawissenschaften, Seminarraum 3 UniCampus Hof 5 2M-O1-12
Monday 08.06. 09:00 - 11:00 Inst. f. Afrikawissenschaften, Seminarraum 3 UniCampus Hof 5 2M-O1-12
Monday 15.06. 09:00 - 11:00 Inst. f. Afrikawissenschaften, Seminarraum 3 UniCampus Hof 5 2M-O1-12
Monday 22.06. 09:00 - 11:00 Inst. f. Afrikawissenschaften, Seminarraum 3 UniCampus Hof 5 2M-O1-12
Monday 29.06. 09:00 - 11:00 Inst. f. Afrikawissenschaften, Seminarraum 3 UniCampus Hof 5 2M-O1-12

Information

Aims, contents and method of the course

Afrika - ein riesiger Kontinent, Heimat von mehr als einer Milliarde Menschen, sprachlich und kulturell sehr heterogen und politisch in mehr als 50 Staaten organisiert – wird in den dominanten internationalen Foren häufig allerdings als eine uniforme Gestalt wahrgenommen. Nur wenn besonders dringliche eigene Interessen auf dem Spiel stehen, richtet sich der dominierende („westliche“, „globale=nördliche“) Blick mit etwas größerer Intensität und Nachdruck auf den Kontinent, seine Menschen, seine Gesellschaften. Freilich bleibt der Blick auch dann höchst selektiv: einzig auf das gerichtet, was einem die Lösung dessen verspricht, was man selbst als Problem identifiziert hat. Dass tragfähige und nachhaltige Lösungen afrikanischer Probleme auf diese Weise nicht erreicht werden können (selbst dann nicht, wenn sich afrikanische und nicht-äußere Akteure über die Identifizierung eines Problems einig sind, was selten genug vorkommt), ist eigentlich wenig überraschend.

Die Geschichte fremder Interventionen am Kontinent veranschaulicht die grundsätzliche Problematik. Schon die Etablierung kolonialer Herrschaftsräume verlief über unmittelbare militärische Interventionen, vorbereitet und begleitet durch einen lauten Chor humanitär verbrämter Argumente zur Rechtfertigung derselben. Genuines Interesse an den Menschen Afrikas und ihrer Geschichte entstand hier nur selten, und jedenfalls war es nicht die Ursache für das Eindringen und die koloniale Durchdringung Afrikas seit Ende des 19. Jahrhunderts. Die humanitär gewandete Rechtfertigungsmelodie verhallte nicht nach erfolgreicher Festsetzung, sondern stimmte lediglich andere Töne an: War Anfang des 20. Jahrhunderts noch die „Bürde des weißen Mannes“ zum geflügelten Wort avanciert, um den sich selbst zu gute gehaltenen Auftrag zur Zivilisierung und kulturellen Hebung der afrikanischen Völker blumig zu umschreiben, so tönten seit den 1930er Jahren Paternalismus und Vormundschaft in neuer Diktion - nun im Dienste „kolonialer Entwicklung“ und allgemeiner „Wohlfahrt“. Doch die charakteristische Gewaltförmigkeit kolonialer Herrschaft blieb aufrecht, ja sie endete nicht einmal mit den Unabhängigkeiten, sondern setzte sich in den postkolonialen Staaten fort. Afrika verschwand auch im und seit dem Zeitalter der Dekolonisation nicht aus dem Fokus europäischer Mächte, und weitere außerkontinentale Staaten traten hinzu (relevant waren v.a. die USA, die BRD, die UdSSR und andere Staaten des Ostblocks, Kuba und die Volksrepublik China). Die ideologische Begleitmusik freilich wurde um einige Facetten bereichert: „Demokratie“, „Menschenrechte“ traten in den 1940er Jahren hinzu (und seither nicht mehr ab), die Rede von der „Sicherheit“ war seit den 1990ern im Aufschwung und ist gegenwärtig in aller Munde, vor allem jedoch praktische Ursache zahlreicher rezenter Interventionen am Kontinent.

Der Kurs führt anhand von vier zeitlich abgrenzbaren Feldern in die (bereits längere) Geschichte humanitärer/ militärischer Interventionen in Afrika ein:
(1) Interventionismus im 19. Jahrhundert: Die Antisklaverei-Bewegung
(2) Kolonialer Interventionismus: Die europäischen Kolonialreiche in Afrika
(3) Interventionen im Zeitalter der Dekolonisation und des Kalten Kriegs
(4) Interventionen im 21. Jahrhundert: Verunsicherungen und Absicherungsversuche
Studierende lesen, kommentieren und diskutieren ausgewählte Texte zur Thematik. Dadurch erwerben sie Kenntnisse über konkrete Interventionen und ihre Rahmenbedingungen. Auch schulen sie sich darin, ihre Aussagen und Argumente in nachvollziehbarer Weise vorzutragen (bzw. zu verschriftlichen) und kontinuierlich zu schärfen.

Assessment and permitted materials

Textlektüren & schriftliche Textkommentierungen

[Mündliche Textpräsentation & Diskussionsmoderation
Anwesenheit und engagierte Mitarbeit] [ausgesetzt aufgrund der gegenwärtigen Bedingungen]

Minimum requirements and assessment criteria

Erfüllung aller definierten Teilleistungen

Aufgrund der eingetreten besonderen Umstände ist es in diesem Semester möglich, sich ohne Konsequenzen bis zum 30.04.2020 abzumelden.

Examination topics

Reading list

Cooper, Frederick (2019, 2nd edition): Africa since 1940: The Past of the Present. Cambridge: Cambridge University Press.
Hanhimäki, Jussi M. (2008): The United Nations. Oxford: Oxford University Press.
Hauck, Gerhard (2001): Gesellschaft und Staat in Afrika. Frankfurt am Main: Brandes & Apsel.
Hauck, Gerhard (2012): Globale Vergesellschaftung und koloniale Differenz. Münster: Westfälisches Dampfboot.
Kraler, Albert (2011): Ein neuer Humanitarismus? Strategien der Governance globaler Randzonen. In: Atac, Ilker/ Kraler, Albert/ Ziai, Aram (Hg.): Politik und Peripherie: Eine politikwissenschaftliche Einführung. Wien: Mandelbaum, 257-272.
Mamdani, Mahmood (2009): Saviors and Survivors: Darfur, Politics, and the War on Terror. New York et al.: Doubleday.
Melber, Henning (2019): Dag Hammarskjöld, the United Nations and the Decolonisation of Africa. London: Hurst & Company.
Schmidt, Elizabeth (2018): Foreign Intervention in Africa after the Cold War: Sovereignty, Responsibility, and the War on Terror. Athens: Ohio University Press.
Schmidt, Elizabeth (2013): Foreign Intervention in Africa: From the Cold War to the War on Terror. New York: Cambridge University Press.
Sonderegger, Arno (2015): Aspekte einer Globalgeschichte der Neuzeit. In: Grandner, Margarete/ Sonderegger, Arno (Hg.): Nord-Süd-Ost-West-Beziehungen: Eine Einführung in die Globalgeschichte. Wien: Mandelbaum, 6-37.
Sonderegger, Arno/ Grau, Ingeborg/ Englert, Birgit (Hg., 2011): Afrika im 20. Jahrhundert: Geschichte und Gesellschaft. Wien: Promedia.
Tetzlaff, Rainer (2018): Afrika: Eine Einführung in Geschichte, Politik und Gesellschaft. Wiesbaden: Springer VS.

Association in the course directory

SAG.KU.1, SAG.KU.2, SAG.KU.3
MA-POWI: M12

Last modified: Mo 07.09.2020 15:20